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SGS sitzt auf vollen Kassen

SGS-Konzernchef Sergio Marchionne (links) und Geschäftsleitungsmitglied Mike Moore, ehemaliger Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO.

(Keystone)

Der Schweizer Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS hat den Gewinn im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und will die Dividende erhöhen.

Konzernchef Sergio Marchionne plant bereits die Übernahme ausländischer Konkurrenten.

Der Genfer Wareninspektionskonzern SGS mausert sich unter seinem Chef Sergio Marchionne immer mehr zur Geldmaschine. Der Gewinn wurde im vergangenen Geschäftsjahr mit 227 Mio. Franken mehr als verdoppelt, wie SGS am Donnerstag mitteilte. Der Konzern sitzt auf vollen Kassen.

Unter der Ausklammerung von Sondereinflüssen machte der Gewinnsprung 41 Prozent aus. Der Umsatz wuchs um lediglich 2,6 Prozent auf 2,454 Mrd. Franken.

SGS führte dies auf die ungewöhnlichen geopolitischen und klimatischen Ereignisse zurück, welche den Welthandel beeinträchtigt hätten.

Mehr Effizienz



Sergio Marchionnes Fokus lag aber in erster Linie nicht auf reinem Wachstum, sondern auf der Verbesserung der Abläufe und der Effizienz. Dies schlug sich in der Steigerung des Betriebsgewinns (EBIT) um 47 Prozent auf 300 Mio. Franken nieder.

Die operative Marge verbesserte sich im Vorjahresvergleich von neun auf
12,2 Prozent. Die bedeutendsten Fortschritte seien dabei in den Bereichen Consumer Testing, Systems and Services Certification, Life Sciences und Trade Assurance Services erzielt worden, teilt der Konzern mit.

Der Cash-Flow erhöhte sich um 38,8 Prozent auf 168 Mio. Franken. Insgesamt füllte sich die Kasse mit liquiden Mitteln um fast einen Fünftel auf 493 Mio. Franken. Den Aktionären soll denn auch die Dividende von 7,25 auf neun Franken pro Aktie erhöht werden.

SGS auf Einkaufstour

Mit der vollen Kasse dürfte Konzernchef Marchionne in Kürze auf Einkaufstour gehen. Noch im vergangenen Dezember holte er sich von den Aktionären die Erlaubnis ein, über eine Mrd. Franken am Kapitalmarkt aufzunehmen, um sich für Übernahmen zu rüsten.

Man befinde sich in fortgeschrittenen Übernahmeverhandlungen, die die Hälfte des "Cash Pools" von rund 500 Mio. Fr aufbrauchen könnten, erklärte Marchionne.

"Es kommt vielleicht in den nächsten paar Monaten zu einem Abschluss." Konkrete Namen wollte er aber nicht nennen.

Als mögliche Kandidaten wurden bereits der britische Konkurrent Intertek Testing Services (ITS) oder Bureau Veritas in Frankreich gehandelt.

Analysten schätzen den Wert von Bureau Veritas auf etwa zwei bis drei Mrd. Franken, während Intertek gegenwärtig eine Marktkapitalisierung von rund 760 Mio. Pfund hat.

Drückende Dollarschwäche


Trotz der Dollarschwäche rechnet der Konzern auch im neuen Jahr mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses. Er sei sehr überrascht, dass der Dollar nicht deutlicher auf das Ergebnis geschlagen habe, sagte ein Analyst.

Die Experten zeigten sich insgesamt zufrieden über den SGS-Jahresabschluss. "Im Rahmen der hohen Erwartungen", lautete der Kanon. Verschiedene Bankhäuser sprachen indes von einer "eine Spur unter den Prognosen" liegenden operativen Marge.

An der Börse sackte der Kurs der SGS-Namenaktie bis Mittag um 1,4 Prozent auf 762 Franken ab. Das Papier gehörte 2003 zu den Rennern im Swiss Market Index und hatte knapp 80 Prozent an Wert zugelegt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

SGS beschäftigt rund 33'000 Mitarbeiter.
Der Umsatz erhöhte sich 2003 um 2,6% auf 2,45 Mrd. Fr.(2002: 2,39)
Der Reingewinn liegt bei 227 Mio. Fr. (2002: 109)

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In Kürze

SGS (Société Générale de Surveillance) gehört zu den weltweit führenden Warenprüf- und Inspektionsunternehmen.

Die in Genf ansässige Firma wurde 1878 gegründet. Seit 2002 wurde das Unternehmen einer grundlegenden Reform unterzogen.

SGS führt für eine Reihe von Industriebranchen Testverfahren durch, darunter auch für die Öl- und Gasindustrie und die Landwirtschaft.

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