Solidaritäts-Stiftung soll ein Werk der Jungen werden

Gold im Tresor der Schweizerischen Nationalbank. Keystone

Die Verantwortung für die Stiftung Solidarität Schweiz soll in die Hände der Jungen gelegt werden. Die Wirtschafts-Kommission des Ständerates (WAK) hat beschlossen, dass die Mitglieder des Stiftungsrates jünger als 40- jährig sein müssen.

Dieser Inhalt wurde am 04. Mai 2001 - 14:46 publiziert

Es gehe darum, mit der Stiftung die Solidarität der Schweiz im In- und Ausland zu erneuern und die humanitäre Tradition auf neue Generationen zu übertragen, sagte WAK-Präsident Franz Wicki (CVP/LU) am Freitag (04.05.) vor den Medien. Die WAK stehe voll und ganz hinter der Stiftungs-Idee.

Bereits früher beschloss die WAK, dass der Erlös aus dem Goldschatz der Nationalbank von 1'300 Tonnen zu je einem Drittel an die AHV, an die Kantone sowie an die Stiftung gehen soll. Sie formulierte damit einen direkten Gegenvorschlag zur Goldinitiative der SVP, die das Volksvermögen vollumfänglich für die AHV verwenden und so die Stiftung bodigen will.

Weltweit einzigartig

Die Drittelung des Erlöses aus den nicht mehr benötigten Währungs-Reserven sei mehrheitsfähig, sagte Wicki. Sie sei nachhaltig, da die Substanz nicht angetastet werde. Sie sei gerecht, da sie auch die Kantone einbeziehe. Sie sei ausgewogen, da sie die Anliegen aller Generationen berücksichtige.

Die WAK schlägt ihrem Rat vor, dass die junge Generation die Verantwortung für die Stiftung trägt. Der Stiftungsrat soll durch Personen bestellt werden, die das 40. Altersjahr noch nicht überschritten haben - was von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) begrüsst wird.

Diese unkonventionelle Alterslimite sei weltweit einzigartig, sagte WAK-Mitglied Vreni Spoerry (FDP/ZH). Sie garantiere eine permanente Erneuerung, die traditionellen Organisationen oft fehlte. Die Stiftung soll ein Werk der Jungen werden, aber nicht allein für die Jungen.

Neuer Anlauf

Damit werde die 1997 vorgeschlagene Stiftung völlig neu angegangen, sagte Spoerry. Es handle sich nicht um einen Kniefall vor Forderungen aus den USA oder eine Schuldanerkennung wegen Fehlern im Zweiten Weltkrieg. Vielmehr wolle ein privilegiertes Land etwas für die Unterprivilegierten im In- und Ausland tun.

Die Stiftung werde die einmalige Chance haben, relativ viel Geld über lange Zeit (vorerst 30 Jahre) einzusetzen, sagte Spoerry. Als Beispiele für Projekte nannte sie die Ausrottung der Kinderlähmung oder von Tropenkrankheiten, die Ausbildung vergessener Menschen in Flüchtlingslagern, die Armutsbekämpfung und den Jugenddialog.

Finanzminister Kaspar Villiger unterstütze den «Goldkompromiss» der WAK, sagte sein Delegierter für Kommunikation Daniel Eckmann. Der Bundesrat werde die Frage, ob der Ertrag von 500 Tonnen Gold der Stiftung zukommen solle oder gemäss Antrag der WAK nur von 433 Tonnen, nicht zu einer Prinzipfrage machen.

swissinfo und Agenturen

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