Stellenabbau und Sparkurs bei der Swissair

Mindestens eine halbe Milliarde Franken sollen bis Ende 2001 eingespart werden. swissinfo.ch

Die Swissair Group hat ein umfassendes Sparprogramm eingeleitet. Das Flug-Unternehmen teilte am Dienstag (05.06.) mit, dass im zweiten Halbjahr 2001 mindestens 500 Mio. Franken eingespart werden sollen. Ein Stellenabbau sei unumgänglich. Die Börse reagierte positiv.

Dieser Inhalt wurde am 05. Juni 2001 - 13:14 publiziert

Knapp drei Monate nach seinem Amtsantritt gab Swissair-Chef Mario Corti das Optimierungs-Programm Change 2001 bekannt. Alle internen Abläufe und Strukturen sollen sofort optimiert werden. Zur Sanierung der Swissair Group seien schnelle und effiziente Massnahmen nötig, wurde Corti zitiert. Das Programm soll bereits vom 1. Juli an umgesetzt werden.

Stellenabbau unumgänglich

Die Swissair-Gruppe hatte für letztes Jahr einen Verlust von fast drei Mrd. Franken ausgewiesen und steht damit am Rand des Ruins. Ein Stellenabbau ist gemäss Mitteilung nicht das Hauptziel des Programms, aber unumgänglich. Swissair-Sprecher Erwin Schärer sagte, die Grössenordnung sei noch nicht bekannt, die einzelnen Massnahmen seien noch nicht definiert.

Da es um die Abschaffung unnötiger Hierarchiestufen und schwerfälliger Strukturen geht, werden laut Mitteilung vom Management Flexibilität und vorbehaltlose Bereitschaft verlangt, neue Aufgaben zu übernehmen.

Ertragslage nachhaltig verbessern

Das Programm soll im zweiten Halbjahr gegenüber dem zweiten Semester 2000 mindestens 500 Mio. Franken einsparen. Die Ertragslage soll nachhaltig bessern, das eingesetzte Kapital deutlich sinken. Corti wies schon mehrmals darauf hin, es sei zu viel Kapital gebunden. Das Programm wird vorbereitet von einer Task-Force unter Wolfgang Werle; weiter gehören dazu Rolf Winiger, die neue Finanzchefin Jacqualyn Fouse und Personalchef Matthias Mölleney. Externe Berater sollen nicht zugezogen werden. Laut Schärer läuft auch die Bereinigung der Auslandengagements.

Gewerkschaft will keine Lohnkürzungen akzeptieren

Erste Reaktionen auf das geplante Programm waren zurückhaltend. Bei Gewerkschaften und Analysten wurden die Angaben zur konkreten Realisierung als dürftig bezeichnet.

Jim Sailer von der VPOD-Sektion Luftverkehr sagte, die vorgesehene halbe Milliarde sei mit sechs Prozent des Gesamtumsatzes "wahnsinnig viel". An der Orientierung der Sozialpartner sei von Swissair-Seite nichts zu den geplanten Massnahmen gesagt worden. Lohnkürzungen würden nicht akzeptiert, ein weiterer Abbau beim Bodenpersonal sei nicht vorstellbar. SKV-Zentralsekretärin Susanne Erdös sagte, das Personal dürfe "auf keinen Fall für Managementfehler der vergangenen Jahre bezahlen müssen".

Analysten: positiv - aber noch Vieles unklar

Bei Finanzanalysten wurde Cortis konsequentes Vorgehen positiv gewürdigt, auch wenn Art und Weise der Realisierung sei unklar sei. Für Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank sind die in kurzer Zeit anvisierten 500 Millionen Franken "sehr ambitiös".

An der Schweizer Börse legte die Swissair-Namenaktie bis zum Börsenschluss im Vergleich zum vergangenen Freitag um 2,26 Prozent auf 136 Franken zu. Der Blue-Chips-Index SMI lag knapp ein Prozent im Plus.

swissinfo und Agenturen

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