Stichwort Libor - 2. Zinssenkung in diesem Jahr

Die Schweizerische Nationalbank hat den Dreimonate-Libor Anfang 2000 als neuen geldpolitischen Referenzzins eingeführt. Als Libor (London interbank offered rate) werden Zinssätze bezeichnet, die von der British Bankers Association täglich fixiert werden. Es handelt sich um Sätze, die grosse Banken für ungedeckte Geldmarktkredite untereinander verlangen.

Dieser Inhalt wurde am 26. Juli 2002 - 14:12 publiziert

Der Schweizerfranken-Libor entspricht dem Durchschnitt der aktuellen Zinskonditionen von acht führenden Banken. Er gilt als zentrale Grösse für die Refinanzierung von erstklassigen Banken und Unternehmungen.

Die Nationalbank beeinflusst den Libor indirekt über ihre Wertpapierpensionsgeschäfte beziehungsweise den dafür verlangten Repo-Satz.

Seit 11. September immer wieder Reduktion

Das Libor-Zielband wurde von der Nationalbank im Jahre 2000 zunächst in drei Schritten von 1,25 bis 2,25 Prozent auf 3,0 bis 4,0 Prozent angehoben.

Letztes Jahr folgten dann vier Zinssenkungen zurück auf das Anfangsniveau, wobei die Notenbank im September in einem beispiellosen Schritt den Leitzins innerhalb einer Woche gleich zwei Mal um einen halben Punkt zurücknahm.

Damit reagierte sie auf die Flucht in den Franken nach den Terroranschlägen in den USA. Nach einer Reduktion um 0,5 Prozentpunkte am vergangenen 2. Mai folgt nun die zweite Senkung im laufenden Jahr im gleichen Ausmass auf einen neuen Tiefststand.

Nachdem die Nationalbank in der Anfangsphase des neuen Konzepts auch Zwischenschritte vorgenommen und den Zielbereich innerhalb des unveränderten Zinsbands neu definiert hatte, erklärte sie im ergangenen Dezember, Zinsentscheide in der Regel bei den vierteljährlich vorgenommenen Lagebeurteilungen zu fällen. Vorbehalten bleiben aussergewöhnliche Lagen.

swissinfo und Agenturen

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