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Sulzer-Übernahmeversuch gescheitert: Sieg für Vannotti

Sulzer-Chef Leonardo Vannotti freut sich, dass die Aktionäre seine Strategie bestätigen. Keystone

An der Generalversammlung (GV) der Sulzer vom Donnerstag (19.04.) erlitten René Braginsky und seine InCentive Capital eine empfindliche Schlappe: Die Aktionäre stellten sich deutlich hinter den bisherigen Verwaltungsrat. Noch ist unklar, ob InCentive sein Übernahmeangebot weiter aufrecht erhält.

Dieser Inhalt wurde am 20. April 2001 - 10:27 publiziert

Wäre es nach den Vorstellungen René Braginskys gegangen, hätte er nach der GV die Macht bei Sulzer übernommen: Er wollte den bisherigen Verwaltungsrat (VR) abwählen und mit eigenen Getreuen ersetzen, allen voran der deutsche Ex-ABB-Manager Eberhard von Koerber,. Davon wollten die rund 1'700 Aktionäre in der Winterthurer Eulach-Halle allerdings nichts wissen: Mit 913'000 gegen 405'435 Stimmen bei rund 156'000 Enthaltungen wurden die Pläne Braginskys Bach ab geschickt. Das absolute Mehr von 737'267 Stimmen hat er klar verpasst.

Die GV verwarf auch verschiedene Statutenänderungen, für die jeweils eine Zweidrittelsmehrheit nötig gewesen wäre. So fielen die Streichung von Vinkulierungs-Bestimmungen und die Aufhebung von Stimmrechts-Beschränkungen in den Statuten bei den Aktionären deutlich durch. Der Abtrennung des Medizinal-Bereichs Sulzer Medica stimmte die GV hingegen zu; Braginsky wie auch der alte und neue VR hatten dies verlangt.

Management erleichtert

Sulzer-Präsident Vannotti und Konzernchef Fred Kindle zeigten sich über das Scheitern Braginskys erleichtert. Sie hätten den Sieg zwar erwartet, jedoch nicht in dieser Deutlichkeit. Vannotti betrachte dies als Verpflichtung, sich mit vollem Einsatz an die Umsetzung der Strategien zu machen, hiess es in einer Mitteilung. "Es war klar, dass InCentives Anträge nur ihren eigenen Interessen dienten", wird Vanotti weiter zitiert.

Braginsky schliesst den Rückzug nicht aus

In einer ersten Reaktion auf seine Niederlage schloss Braginsky den vorzeitigen Rückzug seiner unfreundlichen Übernahmeofferte nicht aus; sie läuft bis am 22. Mai. Der Verwaltungsrat der InCentive Capital AG werde sich in den kommenden Tagen damit befassen, sagte Braginsky nach der GV. Dass die Sulzer Medica schneller als vorgesehen abgetrennt wird, wertete er als einen Teilerfolg. "Der Durchbruch blieb uns verwehrt, doch haben wir auch einiges ausgelöst und wichtige Etappenziele erreicht", sagte Braginsky.

Propaganda-Schlacht im Vorfeld

Der GV war eine millionenschwere Propagandaschlacht vorangegangen, in der der Konzern viel Geld in ganzseitige Zeitungsinserate, Aktionärsbriefe und Broschüren investiert hatte. Die Gegenseite hatte ebenfalls mehrere Zeitungsinserate geschaltet. Braginsky liess durchblicken, seine Ausgaben hätten einen zweistelligen Millionenbetrag erreicht.

Gewerkschaften erleichtert

Die Gewerkschaft SMUV hat sich über den Ausgang der Sulzer-GV erleichtert gezeigt. "Damit wurde aber nur ein Teilerfolg erzielt", sagte SMUV-Zentralsekretär Beda Moor. Er rechne damit, dass der Financier René Braginsky und die InCentive Capital AG den Kampf nicht so schnell aufgäben.
Der SMUV verlangt nun von Sulzer, dass die Industriesubstanz im Grundsatz erhalten bleibt und neue Investitionen im Entwicklungsbereich umgesetzt
werden.

swissinfo und Agenturen

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