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Suva wieder mit schwarzen Zahlen

Die SUVA hat den Immobilienskandal vom letzten Jahr gut verdaut.

(Keystone)

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) hat 2005 einen Gewinn von 155,9 Mio. Franken erzielt. 2004 resultierte ein Verlust von 21,67 Mio.

Diese Verbesserung habe nur dank "eiserner Ausgabendisziplin" und sehr guter Ergebnisse der Finanzanlagen erzielt werden können, betont die Direktion.

Die Suva ist in dem von der Immobilienaffäre geprägten Jahr 2005 gesund geblieben. Sie verbesserte ihr Ergebnis von einem Minus von 21,7 Mio. Franken in einen Ertragsüberschuss von 155,9 Mio. Franken. Weiter konnte sie die Zahl der Neurenten markant senken.

Die Krise sei ausgestanden, sagte Franz Steinegger, Präsident des Verwaltungsrates. Es seien viele Fehler aufgedeckt worden. Nun würden die Korrekturen vollzogen. Zentral sei, dass die Immobilienabteilung risikofähig werde.

Immobilienverkäufe im Tessin und eine Strafuntersuchung gegen zwei Suva-Angestellte hatten das Unternehmen in der zweiten Hälfte 2005 in die Schlagzeilen gebracht. Die Suva organisierte darauf ihren Finanzbereich neu.

Die umstrittenen Verkäufe konnten alle rückgängig gemacht werden, so dass der Suva materiell kein Schaden entstand. Die Affäre wurde aber auch dazu genutzt, politisch Druck auf die Suva zu machen, wie Steinegger festhielt.

Für Steinegger war 2005 eines der erfolgreichsten Jahre der Suva. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Ulrich Fricker, sagte, dass die Suva trotz Krise das Geschäftsjahr in jeder Beziehung positiv abschliesse, zeige, dass das Unternehmen gesund sei.

Mehreinnahmen

Die Suva steigerte 2005 den Kapitalertrag um 14,7% auf 1,22 Mrd. Franken. Mit diesen Mitteln können die Prämien im Schnitt um 680 Franken entlastet werden.

Die Prämieneinnahmen der Nichtbetriebsunfallversicherung (NBU) wuchsen um 12,7% auf 2,15 Mrd. Franken. Hier hatte die Suva die Prämien um 10% erhöht, um den defizitären Versicherungszweig wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

In der Berufsunfallversicherung (BU) stiegen die Prämieneinnahmen dank einer gewachsenen Lohnsumme um 4,2% auf 1,75 Mrd. Franken. Erstmals ausgewiesen wird die Militärversicherung, die seit Mitte 2005 zur Suva gehört.

Die Suva erhöhte die versicherungstechnischen Rückstellungen um 8,6% auf 1,17 Mrd. Franken. Die Ausgaben für Heilungskosten nahmen wegen der Kostensteigerung im Gesundheitswesen um 5,3%, jene für Renten und Kapitalleistungen um 3,2% zu. Die Taggelder nahmen um 6,3% ab.

Erfolgreiche Wiedereingliederung

Auch wenn die Kosten für Renten und Kapitalleistungen stiegen, ging 2005 die Zahl der Neurentner erneut zurück - um 521 auf 2702. Damit hätten Kosten von 134 Mio. Franken gespart werden können, sagte Suva-Geschäftsleitungsmitglied Willi Morger.

Der Trend setze sich auch 2006 fort. Die Suva führt ihn auf ihr "New Case Management" (NCM) zurück, mit dem die Wiedereingliederung gefördert wird. Laut Morger konnten seit der Einführung von NCM im 2004 bis Mitte 2006 Kosten von 260 Mio. Franken gespart werden.

Senkung des technischen Zinsfusses

Der Suva-Verwaltungsrat entschied weiter, dem Bundesrat die Senkung des technischen Zinsfusses auf 2007 von 3,25 auf 3% für alle Renten zu beantragen. Der Versicherungsverband will den Satz auf 2,5% senken, indes nur für Neurenten - ein Modell, dass die Suva ablehnt, weil es einen markanten Prämienschub auslöse.

Die Suva-Spitze lehnt eine Privatisierung weiter ab. Der Unfallversicherungsmarkt sei stark reglementiert und lasse kaum unternehmerischen Spielraum, sagte Fricker und warnte, eine Liberalisierung brächte eine Jagd auf gute Risiken.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Gewinn 2005: 155,9 Mio. Fr. (2004: Verlust von 21,7 Mio.)
Anzahl Mitarbeitender (inkl. Kliniken): 2682
Gesamtzahl der abgerechneten Unfälle: 437'934
Anzahl ausbezahlter Invalidenrenten: 77'831
Anzahl Hinterbliebenen-Renten: 24'093

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In Kürze

Die SUVA (mit Sitz in Luzern) ist der wichtigste Unfallversicherer der Schweiz. Sie versichert gegen 1,8 Mio. Berufsleute gegen Unfall und Berufskrankheiten sowie Nichtbetriebsunfälle.

Ihre Haupteinnahmen stammen aus den Beiträgen der Versicherungsnehmer und aus dem Ertrag der Kapitalanlagen. 1984 wurde die obligatorische Unfallversicherung auf alle Arbeitnehmenden ausgedehnt.

Dies SUVA besass bis 1984 das Monopol für Unfallversicherungen. Seither dürfen auch andere Gesellschaften in diesem Bereich aktiv sein. Die SUVA bleibt jedoch die grösste Unfall-Versicherung des Landes.

2005 wurde der Suva die Verwaltung der Militärversicherung übertragen.

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