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SVP- Delegiertenversammlung aus strategischen Gründen in der Romandie

Bundespräsident Adolf Ogi hofft auf Unterstützung seiner Partei. Keystone / Steffen Schmidt

Erstmals seit rund zehn Jahren hält die SVP am Samstag (19.08.) ihre Delegierten- versammlung wieder in Genf ab. Thema ist die Parolenfassung für die eidgenössische Abstimmung vom 24. September.

Dieser Inhalt wurde am 18. August 2000 - 12:02 publiziert

Die SVP verhehlt nicht, dass sie mit der Wahl des Austragungsorts der DV Wahlziele verfolgt. "Wir wollen bei den nächsten eidgenössischen Wahlen im Jahr 2003 in der Romandie dazugewinnen", sagte SVP-Generalsekretär Jean-Blaise Defago auf Anfrage.

Ziel der SVP ist es, 2003 einen der elf Genfer Sitze im Nationalrat zu erobern. Bei den letzten Wahlen im Herbst 1999 verpasste die Genfer Sektion den Sprung um Haaresbreite.

Gleichzeitig will die SVP mit ihrer DV auch das Image der Genfer Sektion aufbessern, das durch die Affäre um Pascal Junod angekratzt wurde. Junod, Anwalt und ehemaliger Generalsekretär der Genfer SVP, war wegen seiner angeblicher Verbindungen zur Nazi-Kreisen in die Schlagzeilen geraten.

Ein neues Komitee hat darauf das Ruder in die Hand genommen. "Mit unserer Delegiertenversammlung in Genf wollen wir dem neuen Gremium der SVP-Sektion Genf unser Vertrauen aussprechen", sagte Defago. Im Visier hat die SVP aber auch die Genfer Wahlen im nächsten Jahr.

Harte Linie in Genf

Wie die Kantone Jura und Wallis ist auch Genf für die Partei noch Brachland. Gut etabliert ist sie dagegen in den Kantonen Freiburg und Waadt. Neuenburg ist der einzige Kanton, wo die SVP keine Sektion hat. Bis 2003 soll diese Lücke laut Defago geschlossen werden.

Der Stil der SVP ist in der Westschweiz von Kanton zu Kanton unterschiedlich. In den Kantonen Waadt und Freiburg fährt sie einen traditionellen Kurs. In Genf und Wallis verfolgt die Partei dagegen eine "harte Linie".

"Wir wollen diese Linie in Genf bewahren", sagte Defago weiter. Mit einem zur Mitte hin orientierten Kurs, wie ihn die Waadtländerpraktizieren, hätte die Partei in Genf keine Chance auf einen Durchbruch.

Die Spannung zwischen den Hardlinern und den Gemässigten in der Partei dürfte auch am Samstag an der DV zum Tragen kommen, wenn es gilt, die Parole zur 18-Prozent-Initiative zu fassen. Defago rechnet zwar mit einer Nein-Mehrheit. Trotzdem erwartet er eine harte Debatte.

swissinfo und Agenturen

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