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Swiss: 325 Millionen in Aussicht

Start eines Airbus A-320 der Swiss Air Lines in Zürich-Kloten.

(Keystone Archive)

Gute Nachrichten von der Swiss: Nach langwierigen Verhandlungen wurde mit fünf Banken eine Grundsatzvereinbarung für einen Betriebskredit über 325 Mio. Fr. unterzeichnet.

Ganz unter Dach ist der Deal aber noch nicht.

Die Swiss hat nach zähen Verhandlungen die Zusage für einen neuen Betriebskredit erhalten. In zwei Tranchen werde die Fluggesellschaft 325 Mio. Franken erhalten, sobald die Zustimmung von Drittparteien da sei, heisst es in einem Swiss-Communiqué.

Am Bankenkonsortium unter ausländischer Führung sind die beiden Schweizer Grossbanken mit je 75 Mio. Franken beteiligt.

Erster Erfolg für Christoph Franz

Rund drei Monate nach seinem Antritt als Chef der Schweizer Airline kann Christoph Franz damit seinen ersten richtigen Erfolg verbuchen. Franz äusserte sich in der Mitteilung sehr zufrieden.

Nach der bald erwarteten, definitiven Unterzeichnung der Kreditvertrags könne die Airline mit einer gestärkten Liquiditätsbasis die Wettbewerbsposition weiter festigen, sagte er.

Seit zwei Jahren ringt die Swiss um diesen Liquiditätspuffer.

Optimistischer Swiss-Finanzchef

Die Swiss erhalte durch den neuen Betriebskredit kurzfristig genügend Freiraum. Die finanziellen Engpässe seien damit ausgeräumt, wie Finanzchef Ulrik Svensson in einem Interview mit der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" vom Samstag sagte.

"Wenigstens kurzfristig haben wir genügend betrieblichen Freiraum. Für allfällige künftige Investitionen könnten wir jedoch zusätzliche Mittel gebrauchen", sagte Svensson. Die Swiss habe vor, die Regionalflugzeugflotte gelegentlich zu ersetzen, "was eine grosse Investition wäre".

Mit den zusätzlichen Geldern sei das Überleben der Swiss "für immer" gesichert. "Selbst bevor wir diesen Kredit erhielten, sah ich kein Risiko, dass uns das Bargeld ausgehen könnte. Der Kredit erhöht einfach unser Sicherheitsgefühl", sagte Svensson weiter.

Schottische Leadbank, und drei Schweizer Banken

Leadbank ist die Halifax Bank of Scotland mit einem Beitrag von 100 Mio. Franken. Barclays Capital als zweite Leadbank stellt 55 Millionen zur Verfügung.

Die beiden Swiss-Grossaktionäre Credit Suisse Group und UBS sind mit je 75 Millionen am Kredit beteiligt. Die Zürcher Kantonalbank als weiterer Swiss-Aktionär sprach 20 Millionen.

Die Banken halten aber vorerst noch 110 Millionen des Betriebskredits zurück. Frei werde der Betrag erst im Juni 2005, sobald Swiss ihre aus gewissen Flugzeug-Lease-Verträgen bestehenden Verpflichtungen erfüllt habe.

Komplexe Verhandlungen mit Leasing-Gebern

Wie der Mitteilung zu entnehmen ist, werden 35 Mio. Franken für weitere Verbindlichkeiten verwendet. Somit wird das Liquiditätspolster der Swiss vorerst um 180 Millionen aufgestockt. Im Sommer 2005 erhöht sich dieser Betrag dann auf 290 Millionen.

Ende vergangenen Juni verfügte die Fluggesellschaft noch über 353 Mio. Franken an flüssigen Mitteln.

Zur fehlenden Zusage der Drittparteien sagte Swiss-Sprecher Dominik Werner, es handle sich hierbei um private Investoren, welche an den von der Swiss geleasten Flugzeugen beteiligt seien.

Diese habe Swiss als Sicherheit bei den Banken quasi hinterlegt, sagte er. Die Maschinen würden gemäss den Leasing-Verträgen nach einer gewissen Zeit in den Besitz der Swiss übergehen, weshalb sie als Sicherheiten dienen könnten.

Zusagen der Drittinvestoren im Oktober

Jetzt müssten diese Investoren erst informiert werden. Ihre Zusage werde aber noch im Verlauf des Oktobers erwartet. Die Verhandlungen über den Betriebskredit seien unter anderem wegen der Leasing-Verträge so komplex gewesen, so Werner.

In der Regel läuft bei einem in der Luftfahrtbranche üblichen Finance-Lease die Vertragskette von der Airline über die Leasinggesellschaft zu einem Bankenkonsortium und privaten Investoren.

Erste Reaktionen positiv

Die Gewerkschaften haben in einer ersten Reaktion positiv auf die Grundsatzvereinbarung zwischen der Swiss und dem Bankenkonsortium reagiert.

Allerdings "ohne Kenntnisse allfälliger Hiobsbotschaften" im Vertrag, sagte Daniel Vischer, Präsident der Sektion Luftverkehr in der Gewerkschaft vpod.

Jetzt sei endlich zu Stande gekommen, was Andre Dosé monatelang angekündigt habe, ohne dass etwas passiert sei. Offenbar habe Konzernchef Christoph Franz neuen Wind reingebracht.

Vischer schloss nicht aus, dass auch Finanzminister Hans-Rudolf Merz eine Rolle gespielt haben könnte. Er begrüsste, dass die Swiss nun ihr Schwerpunktprogramm verwirklichen könne und nicht an den Essentials herumgeschraubt werden müsse.

Urs Eicher, Präsident von Kapers, der Vereinigung des Swiss-Kabinenpersonals, sprach von einem Zeichen in die richtige Richtung. Er hoffe, dass dies auch von andern Investoren, namentlich dem Bund, aufgenommen werde.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Swiss hat den Betriebskredit in 325 Mio. Franken in Aussicht.

Bevor die Kreditlimite beansprucht werden kann, bedarf es noch der Zustimmung verschiedener Drittparteien.

Hintergrund sind die komplexen Verhandlungen mit dem Leasinggeber der Flugzeuge der Swiss.

Mit den fünf involvierten Banken ist eine Grundsatzvereinbarung erzielt worden.

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