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Swiss schreibt erstmals schwarze Zahlen

Trotz der hohen Kerosinpreise konnte Swiss im dritten Quartal 2004 in die Gewinnzone abheben. Keystone

Die Fluggesellschaft Swiss präsentiert zum ersten Mal in ihrer zweieinhalb-jährigen Geschichte ein positives Resulat.

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2004 - 08:58 publiziert

Im dritten Quartal dieses Jahres erzielte die Airline einen Betriebsgewinn von 20 Mio. Franken und einen Reingewinn von 16 Mio. Franken.

Erstmals in ihrer zweieinhalbjährigen Geschichte hat die Fluggesellschaft Swiss im traditionell stärksten dritten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Es blieb unter dem Strich ein Reingewinn von 16 Mio. Franken nach einem Verlust von 276 Mio. Franken in der Vorjahresperiode.

Wie die Airline am Dienstag bekanntgab, belief sich der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 20 Mio. Franken. In der Vorjahresperiode hatte noch ein Betriebsverlust in Höhe von 62 Mio. Franken (vor Restrukturierungskosten) resultiert.

Der konsolidierte Betriebsertrag sank allerdings von 1,076 Mrd. Franken auf 0,927 Mrd. Franken. Die aktuellen Zahlen sind allerdings nur bedingt mit dem Vorjahr zu vergleichen. Namentlich das Streckennetz wurde inzwischen markant zusammengestrichen.

Verlust nach neun Monaten

Insgesamt lief in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ein Verlust von 17 Mio. Franken auf nach einem Minus von 609 Mio. Franken in der Vorjahresperiode. Der Betriebsgewinn betrug 1 Mio. Franken nach einem Verlust von 613 Mio. Franken vor Jahresfrist.

Ohne die zusätzlichen Einnahmen als Folge der Beilegung eines Rechtsstreits hätte indes ein Betriebsverlust von 67 Mio. Fr. resultiert. Der konsolidierte Betriebsertrag sank in den Monaten Januar bis September auf 2,695 Mrd. Fr. nach 3,174 Mrd. Franken in den ersten neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres.

Die Barmittel beliefen sich per 30. September auf 361 Mio. Franken. Dabei ist die kürzlich zugesprochene Kreditfazilität nicht berücksichtigt.

Unter den Erwartungen

Der erstmalige Betriebsgewinn bestätige, dass die eingeschlagene Strategie erfolgversprechend sei, wird Konzernchef Christoph Franz in der Mitteilung zitiert.

Swiss positioniere sich weiterhin als Netzwerk-Airline mit einem starken internationalen Angebot ab ihrem Drehkreuz Zürich. Eine Prognose für das Gesamtjahr machte Franz nicht.

Im für Fluggesellschaften stärksten dritten Quartal konnten die Deutsche Lufthansa und British Airways im Vergleich zum Vorquartal ihr Ergebnis stark verbessern.

Belastende Treibstoffpreise

Die rekordhohen Treibstoffpreise belasteten das Quartalsergebnis mit rund 35 Mio. Franken. Für das gesamte laufende Geschäftsjahr rechnet die Swiss mit einem Mehraufwand von 140 Mio. Franken wegen der hohen Treibstoffpreise. Das ist gut ein Drittel mehr als erwartet.

Damit machen die höheren Treibstoffkosten einen guten Teil der inzwischen realisierten Restrukturierungserfolge wieder zunichte. Daher sind laut Franz weitere Einsparungen zwingend nötig. Der Weg zum Turnaround sei "hart und steinig".

Skeptische Reaktionen

Um in der heutigen Struktur wettbewerbsfähig zu werden, würden nochmals alle internen und externen Kostenträger angeschaut. "Dabei wird es keine Tabus geben", schreibt Franz.

Mit den Sozialpartnern wird über weitere Möglichkeiten zur Steigerung der Produktivität verhandelt. Zudem laufen Verhandlungen mit den Zulieferbetrieben.

Die Gewerkschaften reagierten skeptisch: Das Kabinenpersonal habe bereits drei Abbaurunden hinter sich, sagte Urs Eicher, Präsident des Kabinen-Personalverbandes Kapers. Weitere Reduktionen lägen schlicht nicht drin.

Ähnlich tönte es beim Bodenpersonal und den Piloten. "Wir können nicht einmal unsere regulären Ferien beziehen", sagte Ben Bosshardt, Vizepräsident des Pilotenverbandes Aeropers.

Wachsender Konkurrenzkampf

Begrüsst wurden aber die von Franz angekündigten Massnahmen zur Verstärkung der Wettbewerbsposition. "Wir müssen uns gegen den wachsenden Konkurrenzkampf zur Wehr setzen", sagte Tommy Kormalis von der Pilotengewerkschaft Swiss Pilots. Das Management habe das richtige Signal gesetzt, sagte Bosshardt: "Das Terrain darf nicht weiter preisgegeben werden."

Die Swiss zählte Ende September 6964 Vollzeit-Stellen. Das sind 228 Stellen weniger als Ende Juni. Gegenüber Ende 2003 verringerte sich der Personalbestand um 1108 Stellen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Swiss beförderte in den ersten 9 Monaten dieses Jahres 7 Mio. Passagiere und 223'000 Tonnen Fracht.

Sie führte 108'132 Flüge durch, die im Durchschnitt zu 75,2% (+3,6%) ausgelastet waren.

Auf den Europa-Strecken steigerte Swiss die Auslastung in den ersten 9 Monaten um 3,1% auf 62,1%, im Interkontinental-Geschäft resultierte ein Plus von 3,6% auf einen durchschnittlichen Sitzladefaktor von 80%.

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