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Swisscargo darf hoffen

Investoren wollen Swissair-Frachttochter Swisscargo retten. Keystone

Eine Investorengruppe will aus Swisscargo, der Frachttochter der zusammengebrochenen Swissair, eine neue Firma bilden.

Dieser Inhalt wurde am 04. Dezember 2001 - 21:12 publiziert

Swisscargo meldete in Kloten (ZH) die Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung mit einer Schweizer Investorengruppe um den Zürcher Unternehmer Branco Weiss. Mit der Gründung einer neuen, weltweit tätigen Unternehmung soll die Kontinuität eines Teils des bisher von Swisscargo betriebenen schweizerischen Luftfrachtgeschäfts gesichert werden, wie es in der Mitteilung heisst.

Arbeitsplätze langfristig sichern

Laut Grundsatz-Vereinbarung solle eine neue, global tätige General-Sales-and-Service-Agent-Organisation aufgebaut werden, die im Auftrag von Passagier-Fluggesellschaften deren gesamtes Luftfrachtgeschäft auf Kommissionsbasis abwickle. Aufbauend auf entsprechendem Kapitaleinsatz und branchen-spezifischem Logistik-Know-how wollten die Investoren gemeinsam mit den Luftfracht-Spezialisten der Swisscargo ein in dieser Form neuartiges Geschäftsmodell verwirklichen. Dabei solle ein guter Teil der noch vorhandenen Arbeitsplätze langfristig gesichert werden.

Grundlage dafür sei es, die geplante neue Schweizer Fluggesellschaft als Erst- und Referenzkunden zu gewinnen. Von entscheidender Bedeutung werde letztlich die Anzahl der von der neuen Schweizer Airline beflogenen Langstrecken sein.

Crossair begrüsst neue Firma

Die Crossair, auf deren Basis die neue Airline entstehen soll, begrüsst, das Entstehen einer neuen Unternehmung. Crossair-Sprecher Markus Baumgartner bekräftigte, die Crossair visiere das Modell mit der Übernahme von je 26 Lang- und Mittelstrecken-Flugzeugen der Swissair an. "Nur Passagiere, aber keine Fracht zu befördern, würde keinen Sinn machen", sagte er.

Crossair habe mit den flugnahen Swissair-Betrieben (Swisscargo, Swissport, SRTechnics, Atraxis und Gategourmet) bereits Absichtserklärungen zur künftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Allerdings müssten sie starke Partner haben. Crossair brauche diese Betriebe, könne sie aber aus finanziellen Gründen nicht selber übernehmen. Verbindliche Verträge bestünden noch nicht, sagte Baumgartner.

Die in Nachlassstundung stehende Swisscargo AG war nach eigenen Angaben in 85 Staaten tätig und innerhalb der zusammengebrochenen Swissair Group für den weltweiten Vertrieb der Luftfracht-Kapazitäten von Swissair, Sabena und Crossair zuständig. Noch letztes Jahr verzeichnete sie einen Umsatz von mehr als 1,2 Mrd. Franken.

Wegen der Terroranschläge vom vergangenen 11. September und Groundings der Swissair- und Sabena-Flotten bereits mit einem markanten Absatzeinbruch konfrontiert, musste sie schliesslich als direkte Folge der Zahlungsunfähigkeit der Swissair Nachlassstundung beantragen. Am kommenden Mittwoch wird der Nachlassrichter in Bülach (ZH) entscheiden, ob der Swisscargo die definitive Nachlassstundung gewährt wird.

swissinfo und Agenturen

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