Navigation

Symposium zum Thema Arbeit

Behörden und Arbeitgeber sollen gemeinsam Wege suchen, um den Arbeitsmarkt in der Schweiz zu stabilisieren. An einem zweitägigen Symposium des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) sollen Lösungsansätze gesucht werden.

Dieser Inhalt wurde am 05. September 2000 - 14:40 publiziert

Die Fakten zum Schweizerischen Arbeitsmarkt wirken zwar derzeit aufmunternd. Die Arbeitslosenquote ist seit 1997 von 5,7 Prozent auf 1,8 Prozent gesunken. Gleichzeitig sind in der Schweiz 125'000 Stellen neu geschaffen worden.

Das kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass trotz der verbesserten Arbeitsmarktsituation viele Menschen den Schritt ins Erwerbsleben nicht schaffen. Gemäss Seco sind nach wie vor über 116'000 Personen als Stellensuchende registriert. Auf der anderen Seite wird ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern beklagt.

Zu wenig Qualifizierte

Diese Segmentierung des Arbeitsmarktes - mit einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften auf der einen Seite und einem Überfluss an weniger oder falsch Qualifizierten auf der anderen Seite - bedrohe den Schweizer Arbeitsmarkt längerfristig, sagte Seco-Direktor Jean-Luc Nordmann zur Eröffnung des Symposiums "Alle an die Arbeit" am Dienstag (05.09.).

Die Rolle des Staates sei, Rahmenbedingungen für die Schaffung und Erhaltung von Stellen zu schaffen. Insbesondere hob er eine Stärkung der Bildungspolitik und der Sozialpartnerschaft hervor.

Die Förderung von Risikokapital vorab für Klein- und Mittelbetriebe sowie die Verhinderung von gesetzlichen Überregulierungen gehörten aber auch in den Katalog. Die Unternehmer müssten aber auch soziale Verantwortung übernehmen, sagte Nordmann.

Verantwortung über Shareholder Value

Mit der langfristigen Steigerung des Aktionärswertes übernehme der Unternehmer die Verantwortung für das Unternehmen und damit für die Arbeitsplätze, ist Kurt Schiltknecht, die Rechte Hand von BZ-Bankier Martin Ebner, überzeugt. Fortschritt, Wohlstand und Wirtschaftswachstum liessen sich nur dort beobachten, wo Gewinnmaximierung nicht behindert werde, sagte Schiltknecht.

Falsch investiertes Kapital entziehe der Wirtschaft nicht nur Kapital, das an einem anderen Ort besser eingesetzt werden könnte, sondern gefährde auch die Beschäftigung und erschwere die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Arbeit für alle als Herausforderung

Eine ganz andere Sicht der Dinge vertrat André Daguet, Geschäftsleitungsmitglied der Gewerkschaft Smuv. Der Shareholder Value bemesse das Unternehmen nicht mehr nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern nach Börsen- und Kapitalgewinnen. Dabei würden selbst wirtschaftlich unrentable Fusionen, Arbeitsplatzabbau und Betriebsschliessungen in Kauf genommen.

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Durchsetzung des Rechts auf Arbeit für alle sei die grösste soziale Herausforderung zu Beginn des neuen Jahrhunderts, sagte Daguet. Es gehe um eine gerechtere Verteilung der Arbeit. Anschliessend an die Eröffnungsreferate trafen sich die rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Workshops.

Auf der Seite der Wirtschaft waren unter anderen Vertreter der Migros, von Swiss Re, Collano Ebnöter, Randstad (Schweiz) und ABB (Schweiz) zugegen. Am Mittwoch stehen unter anderem Problemanalysen sowie Informationen direkt Betroffener auf dem Programm.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.