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Trauerfeier für die Opfer von Gretzenbach

Unter den Trauergästen befanden sich Feuerwehrleute aus der ganzen Schweiz. Keystone

Grosse Anteilnahme bei der Trauerfeier für die sieben beim Einsturz einer Tiefgarage im solothurnischen Gretzenbach getöteten Feuerwehrmänner.

Dieser Inhalt wurde am 06. Dezember 2004 - 10:59 publiziert

Trauerredner würdigten die vor einer Woche unter der Decke einer einstürzenden Tiefgarage Getöteten als idealistische Helden.

Genau eine Woche nach dem tragischen Tod von sieben Feuerwehrleuten haben Angehörige der Opfer, Mitglieder der Stützpunktfeuerwehr solothurnischen Schönenwerd sowie Feuerwehrleute aus der ganzen Schweiz und Europa in Schönenwerd und Gretzenbach von den Opfern Abschied genommen.

Bei der Feier in der römisch-katholischen Kirche in Schönenwerd wurden die Namen der sieben getöteten Feuerwehrleute verlesen und je eine Kerze für sie entzündet.

Die mit über einem dutzend Trauerflor tragenden Feuerwehrfahnen geschmückte Kirche war am Samstagnachmittag bis auf den letzten Platz gefüllt.

Besondere Vorbilder

Die Solothurner Regierungspräsidentin, Frau Landammann Ruth Gisi, bezeichnete die sieben Verstorbenen als Idealisten im wahrsten Sinne des Wortes. "Wir werden sie als ganz besondere Vorbilder in unserer Erinnerung behalten", sagte Gisi.

Sie sprach ihnen ihre Hochachtung und grossen Dank aus für ihr Wirken im Dienst der Allgemeinheit. Dem beim Einsatz schwer verletzten Feuerwehrmann wünscht sie gute und rasche Besserung.

Feuerinspektor Paul Haus, der beim Löscheinsatz in der Tiefgarage vor einer Woche selber dabei war, würdigte im Namen der Stützpunktfeuerwehr Schönenwerd die sieben verstorbenen Feuerwehrleute.

Er erinnerte daran, dass Feuerwehrmänner und -Frauen oft unter schwierigsten Bedingungen und unter Einsatz ihres Lebens ihre Aufgaben zu Gunsten der Gemeinschaft erfüllen.

Tiefe Erschütterung der ganzen Bevölkerung

Die Gemeindepräsidenten von Schönenwerd und Gretzenbach machten deutlich, dass das Unglück die ganze Bevölkerung der beiden Dörfer tief erschüttert habe. Der Gretzenbacher Gemeindepräsident Hanspeter Jeseneg bedankte sich auch für das breite Mitgefühl, das die Betroffenen erlebt hätten.

"Wir fühlen uns durch diese Hilfe von unseren Nachbarn getragen und in unseren Dörfern ist eine grosse Solidarität gewachsen», sagte er.

Beileid von Joseph Deiss für Trauerfamilien

An der Trauerfeier nahm auch Bundespräsident Joseph Deiss und seine Frau sowie der Direktor des Bundesamts für Bevölkerungsschutz, Willi Scholl, teil. Vor der Feier hatten die Behördenvertreter den Trauerfamilien einen Besuch abgestattet und ihnen ihr Beileid ausgesprochen.

Unter den Trauergästen befanden sich auch der gesamte fünfköpfige Solothurner Regierungsrat, der Aargauer Landammann Roland Brogli, mehrere Solothurner National- und Ständeräte sowie Vertreter von Feuerwehrverbänden, die Präsidenten des internationalen und des Schweizerischen Feuerwehrverbandes sowie weitere Vertreter aus Politik und Verwaltung.

Die Trauerfeier, an der insgesamt 1500 bis 2000 Menschen teilnahmen, wurde auch in die Stiftskirche Schönenwerd, in das Bally Lab Schönenwerd, sowie in die römisch-katholische Kirche Gretzenbach übertragen.

Grösstes Feuerwehrunglück der Schweiz

Die sieben Feuerwehrleute waren vor einer Woche beim grössten Feuerwehrunglück in der Geschichte der Schweiz in Gretzenbach bei einem Einsatz in einer Tiefgarage ums Leben gekommen. Sie waren mit Kollegen ausgerückt, um Autobrände zu bekämpfen.

Während des Einsatzes stürzte plötzlich die Betondecke der Einstellhalle herunter und begrub elf Mann unter sich. Drei Personen konnten sich selber retten, ein Feuerwehrmann wurde von Kollegen gerettet.

Am Freitag wurden die letzen beiden der insgesamt sieben Opfer des Einsturzes der Tiefgarage bestattet. Fünf der beim Löscheinsatz getöteten Männer stammten aus Schönenwerd und waren 27 bis 42 Jahre alt. Zwei weitere Männer im Alter von 36 und 43 Jahren stammten aus Gretzenbach. Drei Opfer waren Familienväter.

Langwierige Aufräumarbeiten

Auch eine Woche nach dem verheerenden Einsturz sind die Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten noch nicht bis zum eigentlichen Unglücksort vorgestossen.

Rund 60 russgeschwärzte Autos wurden aus der Garage gebracht. Am Samstag ruhten die Aufräumarbeiten.

Thema in der Wintersession

Auch an den eidgenössischen Parlamentariern in der Wintersession geht das tragische Ereignis nicht spurlos vorüber. Die 15-köpfige parlamentarische Kerngruppe Feuerwehr wird sich an ihrer Sitzung in der dritten Sessionswoche mit dem Thema befassen.

Kommissionspräsident Bruno Zuppiger (SVP/ZH) forderte, dass sämtliche baulichen Normen für solche Tiefgaragen überprüft werden sollen. Zudem brauche es landesweite Inspektionen des gleichen Bautyps. Weitergehende politische Konsequenzen könnten aber erst nach dem Vorliegen des Untersuchungsberichts gezogen werden.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

In Schönenwerd hat am Samstag die Trauerfeier für die sieben am 27. November beim Einsturz einer Tiefgarage getöteten Feuerwehrleute stattgefunden.

Dies war der schlimmste Feuerwehrunfall, der je in der Schweiz passiert ist.

1500 bis 2000 Trauergäste, darunter viele Feuerwehrleute aus der Schweiz und dem Ausland, Bundespräsident Joseph Deiss und die Solothuerner Regierung nahmen an der Trauerfeier teil.

Die Solothurner Justiz hat ein Strafverfahren wegen
fahrlässiger Tötung eingeleitet.

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