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Tunesien Ein glücklicher Schweizer inmitten seiner Weinberge und Bio-Olivenbäume

المستثمر السويسري في تةنس برفقة زملاء له

David Rachex (links), mit seinen Partnern.

(swissinfo.ch)

Zuerst suchte er nur nach einem Ankerplatz für sein Boot. Heute betreibt er mit seinen beiden Partnern einen Biobetrieb. Die Geschichte eines Mannes, der sich in Tunesien verliebte.

Als sie das erste Mal nach Hammamet in Tunesien kamen, suchten David Rachex, seine Frau Peggy und ihre beiden Söhne, heute 15 und 18 Jahre alt, nach nichts anderem als einem Bootsplatz für den Winter.

Aber sehr schnell erlag die Familie dem Charme der Region. Zusammen mit zwei Partnern, einem Tunesier und einem Schweizer, beschliessen sie, in Takelsea einen landwirtschaftlichen Betrieb zu gründen und ein Projekt für den ökologischen Obstanbau zu entwickeln.

Vier Jahre später florierte das Geschäft. Heute exportiert die Firma "Bio Natura" erfolgreich lokale Bio-Produkte. David Rachex erzählt, wie er zum Investor wurde.

swissinfo.ch: Warum sind Sie nach Tunesien gekommen?

David Rachex: Wir kamen 2007 eher zufällig nach Tunesien. Wir hatten in Frankreich vergeblich nach einem Platz gesucht, wo wir unser Boot über den Winter lassen konnten. Alle sagten uns, wir sollten es in Tunesien versuchen, im Hafen von Hammamet.

Nachdem wir vier Tage hier verbracht hatten, gingen wir verzaubert wieder nach Hause. Es war wirklich eine Liebe auf den ersten Blick. Wir haben verstanden, dass sich dieses Land völlig von dem Bild unterscheidet, das wir von Europa aus von Tunesien haben.

David Rachex mit seiner Familie.

(swissinfo.ch)

swissinfo.ch: Wie sind Sie zum Agrarprojekt in Takelsa gekommen?

D.R.: Unser Freund Chiheb Khiari, der Immobilienverwalter in Tunis ist, brachte mich eines Tages nach Cap Bon [eine landwirtschaftliche Provinz östlich der Hauptstadt] und sagte zu mir: "Hör zu, ich zeige dir ein Stück Land, es gehört mir. Ich möchte mit dir dort ein landwirtschaftliches Projekt entwickeln."

Als ich an Ort und Stelle ankam, war ich wieder sofort verliebt. Die Lage ist schön, aber weder ich noch unser Schweizer Partner Jean Follonier hatten Erfahrung auf diesem Gebiet. Ich sagte: "Ich mag die Idee sehr, aber mir fehlen die Fähigkeiten dafür." Chiheb antwortete, dass die Herstellung von Wein gelernt werden könne, wie alles andere auch.

Wir hatten das Land und die Männer, es brauchte also bloss noch den Willen. Wir stürzten uns Hals über Kopf in das Projekt in Takelsa. Die Fläche beträgt insgesamt 90 Hektar. Bisher bewirtschaften wir 25 Hektar, davon 14 als Weinberge. Es ist wirklich eine ausgezeichnete Lage für die Landwirtschaft.

swissinfo.ch: Wie liefen die ersten Schritte?

D.R.: Wir haben bei null angefangen. Wir haben zuerst formell ein Unternehmen gegründet, dann die Zufahrtsstrassen gebaut, eine Bewässerungsanlage installiert und natürlich Bäume gepflanzt: drei Jahre Arbeit.

swissinfo.ch: Wie viele Bäume haben Sie gepflanzt?

D.R.: 8000 Olivenbäume, Granatäpfel, Kaktusfeigen, Mandelbäume und drei Rebsorten auf insgesamt 14 Hektaren. Aber auch Stevia [eine Pflanze, aus der ein natürlicher Süssstoff gewonnen wird] haben wir angepflanzt, das derzeit in Japan und den USA, aber auch in Europa immer beliebter wird.

Hinter der Hecke hat es einen Weinberg und ein Obstgut.

(swissinfo.ch)

swissinfo.ch: Sind Sie in Tunesien auf bürokratische Hürden gestossen?

D.R.: Im Allgemeinen ist die tunesische Verwaltung sehr kompliziert, auch wenn einzelne Angestellte alles tun, um Ihnen zu helfen. Der Mechanismus bleibt sehr schwerfällig. Es ist wirklich anstrengend, wenn man es nicht gewohnt ist.

Wenn man beispielsweise mit dem Zoll zu tun hat wegen dem Import oder Export von Produkten, dann ist das sehr kompliziert. Vor der Revolution kam es vor, dass korrupte Beamte des Regimes des damaligen Präsidenten auf uns zukamen.

Ich bin nicht der einzige Investor in unserem Unternehmen. Unser Credo ist es, die Dinge gründlich und legal zu erledigen. Deshalb habe ich es mir untersagt, mich von jeglichem Einsatz illegaler Mittel verführen zu lassen. Ich konnte meine Partner nicht auf solche Abwege bringen, denn die Erfolge wären sehr kurzfristig gewesen. Früher oder später fällt das auf einen zurück.

swissinfo.ch: Sie haben es also abgelehnt, im Spiel der Korrupten mitzuspielen?

D.R.: Ja, natürlich. Aber es ist schade, dass Korruption vor der Revolution so weit verbreitet war. Es gibt viele Investoren, die versucht haben, hier Projekte zu starten, aber sie haben wegen dieser Plage sehr schnell das Handtuch geworfen. Denn wenn Sie exportieren wollen, ist die Zusammenarbeit mit professionellen und ehrlichen Verwaltungs- und Zollbehörden für den Erfolg eines jeden Projekts unerlässlich.


(Übertragung aus dem Französischen: Sibilla Bondolfi)

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