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UBS muss wegen Hypothekenkrise Federn lassen

Huw Jenkins, CEO der Investment Bank, muss den Hut nehmen.

(Reuters)

Die grösste Schweizer Bank hat angekündigt, sie erwarte im 3. Quartal einen Verlust von 600 bis 800 Millionen Franken. Grund ist die Hypothekenkrise in den USA.

Der erste Quartalsverlust seit neun Jahren hat personelle Konsequenzen. Zwei Topmanager müssen die Bank verlassen. In der Investment Bank sollen 1500 Stellen abgebaut werden.

Der Konzernverlust im dritten Quartal ist auf Abschreibungen von Positionen im Bereich "Fixed Income Rates and Currencies" im Umfang von rund 4 Mrd. Franken zurückzuführen.

Diese stünden primär im Zusammenhang mit den verschlechterten Bedingungen auf dem US-Subprime-Markt für Wohnhypotheken, teilte die Bank am Montag mit.

Der Konzerngewinn vor Steuern für die ersten neun Monate 2007 werde in der Grössenordnung von 10 Mrd. Franken sein. Die Bank werde das Gesamtjahr "voraussichtlich auf gutem Gewinnniveau und mit starker Kapitalbasis abschliessen", heisst es in der Mitteilung weiter.

Alle übrigen Einheiten innerhalb der Investment Bank sowie die Unternehmensgruppen Global Wealth Management & Business Banking und Global Asset Management weisen laut UBS "sehr gute Leistungen" aus.

Personelle Konsequenzen

Der Quartalsverlust wegen Milliarden-Abschreibungen hat auch personelle Konsequenzen im Top-Management der Grossbank.

Investmentchef Huw Jenkins tritt zurück. Seine Aufgabe wird zur Chefsache: UBS-Chef Marcel Rohner übernimmt zusätzlich die Funktion des Chefs der Investment Bank.

UBS-Finanzchef Clive Standish verlässt die Bank ebenfalls. Nach offizieller Leseart tritt der Brite - mit Jahrgang 1953 - in den Ruhestand. Standish waltete seit April 2004 als Finanzchef der grössten Schweizer Bank.

Sein Nachfolger wird Marco Suter, derzeit vollamtlicher Vizepräsident des UBS-Verwaltungsrates.

Stellenabbau

Zur Bewältigung der Situation habe die UBS einen "rigorosen Ansatz" gewählt, sagte Rohner am Montag in einer Telefonkonferenz. Bei der Investment Bank seien verschiedene Massnahmen eingeleitet worden.

Als Folge der geplanten Veränderungen bei der Investment Bank werde die Anzahl Mitarbeiter bis Ende Jahr um rund 1500 reduziert, hiess es weiter.

Überraschte Analysten

Der Verlust im Bereich "Fixed Income Rates and Currencies" sei mit 4 Mrd. Franken deutlich höher ausgefallen als von der Bank anlässlich der Veröffentlichung der Erstsemesterzahlen 2007 indiziert, erklärte Madeleine Hofmann, Analystin von Julius Bär.

Insofern sei sie von der Grössenordnung der nun getätigten Abschreibungen überrascht worden.

Die Analystin geht indes davon aus, dass die getätigten Abschreibungen einmaliger Natur sind. Entsprechend sieht sie zurzeit keinen Handlungsbedarf, ihre Schätzungen für 2008 und die kommenden Jahre massiv zu revidieren.

"Das schlimmste ist überstanden", ergänzte ein anderer Analyst. Die Positionen im US-Subprime-Markt seien zwar immer noch in den Büchern. Immerhin wisse der Markt nun über das Ausmass Bescheid.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Grossbank Credit Suisse scheint die Turbulenzen auf den Finanzmärkten bislang unbeschadet und deutlich besser als die Konkurrentin UBS überstanden zu haben: Die CS meldet für das dritte Quartal aufgrund provisorischer Zahlen einen Gewinn.

Letzte Woche hatte die CS den Abbau von 150 Stellen in den USA und in Grossbritannien bekanntgegeben. Der Abbau war von der Bank mit der US-Hypothekarkrise begründet worden.

Auch andere Banken haben wegen der Krise Stellen abgebaut, so beispielsweise die britische HSBC 750 und die US-Investmentbank Lehman Brothers 1200.

Letzte Woche hatte der Schweizer Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, in einem TV-Interview erklärt, auch er erwarte für das 3. Quartal schlechtere Resultate.

Infobox Ende
(swissinfo.ch)


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