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Über zwei Jahre nach dem Attentat von Luxor: Beziehungen zwischen Bern und Kairo normalisiert

Die Schweiz und Ägypten haben die Luxor-Krise zweieinviertel Jahre nach dem Massaker von Luxor beigelegt. Dies ist das Fazit nach den politischen Gesprächen von Aussenminister Joseph Deiss (r.) mit der ägyptischen Führung am Wochenende in Kairo.

Dieser Inhalt wurde am 27. Februar 2000 - 07:54 publiziert

Die Schweiz und Ägypten haben die Luxor-Krise zweieinviertel Jahre nach dem Massaker von Luxor beigelegt - so lautet das Fazit nach den politischen Gesprächen von Aussenminister Joseph Deiss (r.) mit der ägyptischen Führung am Wochenende in Kairo.

Deiss traf am Samstag (26.02.) unter anderem mit Präsident Hosni Mubarak (l.) und Aussenminister Amr Mussa zusammen. Mussa sprach danach vor den Medien von einem neuen Kapitel, das in den bilateralen Beziehungen aufgeschlagen worden sei. Deiss äusserte sich ähnlich, versicherte aber gleichzeitig, die Tragödie von Luxor werde nicht in Vergessenheit geraten.

Um dies zu unterstreichen, wird der Schweizer Aussenminister heute Montag (28.02.) nach Luxor reisen und vor dem Hatschepsut-Tempel eine Gedenkstunde abhalten. Damit solle den Opfern und Angehörigen Anteilnahme und Gedenken erwiesen werden. Er wolle dieses persönliche Gefühl den Familien, aber auch der gesamten Schweiz vermitteln, sagte Deiss am Sonntag.

Bei dem Anschlag im November 1997 hatten militante Islamisten 62 Menschen erschossen, darunter 36 aus der Schweiz. Seither hätten die ägyptischen Behörden die Sicherheit für Touristen erhöht, sagte Deiss. Mussa versicherte, so etwas werde nie wieder geschehen.

Daneben drehten sich die Gespräche vor allem um den Nahost-Friedensprozess. Der Vorsteher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) betonte, die Schweiz wolle wo immer möglich zu einem fairen Frieden in Nahost beitragen.

Auch vom Generalsekretär der Arabischen Liga, Esmat Abdel-Meguid, und dem ägyptischen Parlamentspräsidenten Ahmed Fathi Surur liess sich Deiss über die arabische Sicht des Friedensprozesses informieren.

Das Zustandekommen des Empfangs bei Präsident Mubarak stand längere Zeit auf des Messers Schneide. Am Samstagmorgen wurde die Visite zunächst abgesagt; Deiss befand sich nach eigenen Angaben bereits auf dem Weg ins Ägyptische Museum, als doch noch eine Zusage eintraf. Als möglichen Grund für die Verwirrung nannte der EDA-Chef Sicherheitsfragen.

Am Rande seiner Ägypten-Reise gab Deiss den Termin für den anstehenden Besuch des israelischen Aussenministers David Levy in der Schweiz bekannt. Demnach wird die bereits Ende vergangenen Jahres angekündigte Visite am 13. und 14. März stattfinden.

Weiter traf der EDA-Vorsteher mit seinem sudanesischen Amtskollegen Mustafa Osman Ismail zusammen, der sich ebenfalls in Kairo aufhielt. Dabei ging es laut Deiss vor allem um die politische Lage in dem Bürgerkriegsland sowie um Schweizer Entwicklungsprojekte.

Unter Hinweis auf die Entspannung zwischen Sudan und seinen Nachbarn sowie auf laufende Friedensinitiativen zeigte sich Deiss vorsichtig optimistisch über einen möglichen Frieden im Sudan und bot die Guten Dienste der Schweiz an.

Ökonomische Fragen standen im Zentrum eines Treffens des Schweizer Aussenministers mit dem ägyptischen Wirtschafts- und Aussenhandelsminister Jussef Butros-Ghali. Deiss, der auf seiner Reise auch von Wirtschaftsvertretern begleitet wird, sprach dabei einige Probleme der Schweizer Wirtschaft mit den ägyptischen Behörden an.

Am Dienstag (29.02.) reist Deiss nach Syrien weiter. Dritte Station seiner Nahostreise wird Libanon sein. Es handelt sich um den ersten offizielle Besuch eines Schweizer Aussenministers in den drei Ländern seit 1985.

SRI und Agenturen

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