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USA nehmen BAZL unter die Lupe

Skyguide im Tower des Flughafens Zürich-Kloten: Die Schweizer Flugsicherung steht in arger Kritik.

(Keystone)

Die USA interessieren sich für die Reorganisation der Sicherheitsaufsicht beim Bundesamt für Zivilluftfahrt. Eine US-Delegation durchleuchtet ab Montag eine Woche lang das BAZL.

Das Bundesamt wird derzeit umstrukturiert wegen einiger schweren Flugunfälle in den letzten Jahren.

Die US-Flugsicherheitsbehörde (FAA) wird das BAZL genau unter die Lupe nehmen und dem Bundesamt nachher einen Bericht über die Konsultation zustellen.

Vor weniger als einem Jahr musste der damalige BAZL-Chef André Auer zurücktreten. Ihm wurde vorgeworfen, sein Amt habe die Kontrolle über die Flugsicherheit nicht mehr richtig wahrgenommen. Auers Nachfolger Raymond Cron tritt sein Amt offiziell am 1. Mai an.

Flugsicherheit verbessern

Das BAZL wird zurzeit umstrukturiert. Der Bundesrat will 60 neue Stellen schaffen, um die Sicherheit in der Luftfahrt zu verbessern. Dafür beantragt er dem Parlament einen Nachtragskredit von 11,5 Mio. Franken.

Das Vorhaben geht auf mehrere schwere Flugunfälle in den vergangenen Jahren zurück.

Nur Informationsaustausch

Gegenüber swissinfo wollte die US-Flugsicherheitsbehörde (FAA) Spekulationen nicht kommentieren, wonach ihr Besuch im BAZL direkt etwas mit dessen Restrukturierung zu tun habe. BAZL-Sprecherin Celestine Perissinotto bezeichnete den US-Besuch als "Routine". Man sei bereit, mit der US-Behörde zusammenzuarbeiten.

"Das BAZL befindet sich in einer Umstrukturierung, und die Amerikaner fragten uns, ob sie unsere Flugsicherheits-Politk ansehen könnten", so Perrisinotto zu swissinfo. "Das gibt uns die Gelegenheit zu einem Informationsaustausch."

Luftverkehrs-Abkommen

Konsultationen wie jene der FAA sind laut der BAZL-Sprecherin ein normaler Vorgang, der im bilateralen Luftverkehrsabkommen vorgesehen ist. Die meisten der rund 130 Abkommen der Schweiz mit anderen Ländern enthielten eine solche Bestimmung.

Zumindest in den letzten fünf Jahren habe allerdings keine Delegation eines anderen Landes das BAZL besucht. Zudem könne das BAZL auch bei ausländischen Luftfahrtbehörden solche Konsultationen verlangen, falls dies sinnvoll erscheine.

Spürt die FAA beim BAZL Mängel auf, könnte dies das Recht der Schweiz verwirken, zusätzliche Flüge in die USA zu beantragen. Laut Perissinotto wäre diese Möglichkeit denkbar. Für Spekulationen über allfällige Folgen sei es aber zu früh, sagte sie.

Sicherheit-Standards

Laut einer Studie des holländischen Instituts RTL konnte die Sicherheit in der Schweizer Luftfahrt seit 1990 nicht mehr mit jener anderer Länder Schritt halten. Dies hatte Verkehrsminister Moritz Leuenberger Ende Februar vor den Medien bekanntgegeben.

Die Studie war letztes Jahr infolge einiger schwerer Flugunfälle vom Bund in Auftrag gegeben worden. Der Schweizer Flugsicherung Skyguide wurde vorgeworfen, 2002 für den Zusammenstoss zwischen einem russischen Passagierflugzeug und einem Cargo-Jet mitverantwortlich zu sein. Bei dem Unfall waren 71 Menschen ums Leben gekommen.

Laut einem kürzlich veröffentlichten Sicherheitsbericht hatten zudem BAZL-Inspektoren nicht gemerkt, dass auf dem Tessiner Flughafen Lugano-Agno internationale Sicherheits-Standards während Jahren missbeachtet wurden.

swissinfo, Billi Bierling

(Übertragung aus dem Englischen: Jean-Michel Berthoud)

In Kürze

Nach einem Zusammenstoss zwischen einem russischen Passagierflugzeug und einem Cargo-Jet, bei dem 2002 71 Menschen ums Leben kamen, ist die Schweizer Flugsicherung in Kritik geraten.

Jetzt nimmt die US-Flugsicherheitsbehörde (FAA) das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) unter die Lupe. Ab Montag durchleuchtet die FAA eine Woche lang das BAZL.

Der FAA-Besuch findet im Rahmen des schweizerisch-amerikanischen Luftverkehrs-Abkommens statt. Danach könnte das BAZL auch bei der FAA eine solche Konsultation verlangen.

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