Verkehr in der Schweiz wird deutlich zunehmen

Fachleute erwarten für das Jahr 2020 eine deutliche Verteuerung und zugleich eine weitere Zunahme des Verkehrs in der Schweiz. Besonders der Flugverkehr dürfte mit fast 60 Prozent massiv zunehmen.

Dieser Inhalt wurde am 14. September 2000 - 11:37 publiziert

Wenig Hoffnung haben die Experten, dass sich die Auswirkungen auf die Umwelt stark reduzieren. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) veröffentlichte am Donnerstag (14.09.) die Ergebnisse einer Umfrage bei rund 100 Fachleuten aus Verwaltung, Forschung und Privatwirtschaft. Die Experten wurden zu Erwartungen zur Zukunft des Verkehrs in der Schweiz im Jahr 2020 befragt.

Bedürfnis nach Mobilität ungebrochen

Das Bedürfnis der Menschen nach möglichst uneingeschränkter Mobilität werde auch dann ungebrochen sein, ist die Hauptaussage der Studie. Sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr werde auf allen Verkehrsträgern weiter zunehmen. Im öffentlichen Personenverkehr auf Strasse und Schiene wird ein Anstieg von je über 30 Prozent, im Flugverkehr ein Anstieg von fast 60 Prozent erwartet.

Der motorisierte Individualverkehr dürfte um rund 20 Prozent zunehmen. Beim Güterverkehr rechnen die Fachleute mit einem Anstieg der Verkehrsleistung um über 40 Prozent auf der Strasse und um je rund 50 Prozent auf der Schiene und im Flugverkehr.

Gleichzeitig dürften die Transportkosten steigen, wie die Studie weiter ergab. Die Experten schätzen für den motorisierten Individualverkehr einen Preisaufschlag von gut 25 Prozent, für den öffentlichen Personenverkehr und den Schienengüterverkehr Erhöhungen um rund 20 Prozent.

Am stärksten dürften die Kosten im Strassengüterverkehr mit rund 40 Prozent steigen. Die Finanzierung werde dafür besser dem Verursacherprinzip entsprechen als heute. 50 bis 60 Prozent der externen Kosten könnten bis dann internalisiert sein, kommt die Studie zum Schluss.

Auswirkungen auf Umwelt kaum reduziert

Nach Ansicht der Teilnehmer an der Umfrage werden die schon heute eingeleiteten Anstrengungen zur Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf den öffentlichen Verkehr und des Güterverkehrs auf die Schiene Früchte tragen. Trotzdem haben die Experten wenig Hoffnung, dass sich die Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt im Jahr 2020 stark reduzieren werden.

Ein grosser Handlungsbedarf dürfte auch dann bei der Verkehrssicherheit bestehen. Ohne weitere Anstrengungen könne bei keinem der Verkehrsträger ein deutlicher Fortschritt erzielt werden, schätzen die Experten.

Weiter erwarten sie, dass der typische Personenwagen auch 2020 einen Ottomotor haben wird und das "Drei-Liter-Auto" noch nicht der Standard sein wird. Der mittlere Benzinverbrauch pro 100 Kilometer dürfte zwischen drei und acht Litern liegen. Die Fachleute wurden zudem gefragt, wie wünschbar verschiedene
Entwicklungen seien. Am häufigsten wurde dabei die Internalisierung der externen Kosten genannt, allerdings nur, wenn sie in Koordination mit der EU eingeführt wird. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) und des Dienstes für Gesamtverkehrsfragen (GVF) erstellt.

swissinfo und Agenturen

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