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Vertrauen der Anleger kehrt zurück - vorläufig

(Reuters)

Die zu Wochenbeginn angekündigten Rettungspläne für die Finanzbranche haben die Anleger offenbar überzeugt. Weltweit stiegen am Montag die Kurse an den Börsen um rund 10%. Und am Dienstag bestätigt sich diese Tendenz; auch in der Schweiz - vorderhand.

Am letzten Freitag noch hatte der Nikkei-Index den grössten Tagesverlust seit rund 21 Jahren erlitten.

Am Montag, als die Weltbörsen bereits nach oben schossen, war die Tokioter Börse wegen eines Feiertags geschlossen.

Am Dienstag haben nun die Rettungspläne für die Finanzbranche die Kurse auch in Tokio explosionsartig in die Höhe schnellen lassen.

An der Schweizer Börse hatte der Leitindex SMI am Montag den grössten Kurssprung seiner 20-jährigen Geschichte vollführt. Er schoss um 11,4% auf 5966,3 Punkte hoch.

Der Anstieg war von den Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé sowie den Grossbanken Credit Suisse und UBS getragen.

Nach dem rekordhohen Kurssprung vom Montag hat die Schweizer Börse auch am Dienstag fest eröffnet. Der SMI übersprang zum Handelsbeginn locker die 6000-Punkte-Marke und lag nach Börsenschluss bei 6260,22 Punkten, 5,10% höher als am Montagabend.

Abrupte Kehrtwende nach steiler Talfahrt

"Der Staat greift ein – die Börse jubelt", schreibt die Neue Zürcher Zeitung zum Aktienmarktgeschehen in den USA am Montag. Nach einer achttägigen steilen Talfahrt habe die Stimmung auf den US-Aktienmärkten abrupt gekehrt.

An Europas Börsen waren es am Montag vor allem die Finanzwerte, die das Kursfeuerwerk anführten. Dem waren historisch hohe Kursverluste in der vergangenen Woche vorangegangen, so die NZZ.

Von einem "Aufatmen an der Börsen" schreibt auch der Tages-Anzeiger. Europas Regierungen hätten "beispiellose Rettungspakete" geschnürt – pochten jedoch bei den Banken auf Mitsprache.

Die deutsche Regierung will die Nothilfe nur gewähren, wenn "sie weitreichenden Einfluss auf das Management erhält", so der Tages-Anzeiger.

"Schweiz – Trittbrettfahrerin"

Die Schweiz profitiere nun in jedem Fall als Trittbrettfahrerin vom Aktivismus des Rests der Welt, schreibt Der Bund in einem Leitartikel. "Ob die Verkündung von Notfallplänen aus Bundesbern eher als Beruhigungspille oder Nervositätstreiber wirken würde, ist kaum abzuschätzen."

Denn auch die Schweizer Grossbanken genössen eine Staatsgarantie, wenn auch keine offizielle in Form einer Regierungserklärung, sondern faktisch.

Es "wisse" hierzulande jeder, dass der Staat bei Gefahr einer Grossbankenpleite eingreifen müsste und würde.

40% unter Durchschnittsniveau

Die weltweiten Aktien-Bewertungen lägen nun laut Bund aufgrund von Swisscanto-Schätzungen trotz Kursfeuerwerk immer noch rund 40% unter dem Durchschnittsniveau der letzten 20 Jahre.

Das Ausmass der Kursschwankungen bleibe enorm hoch, heisst es.

swissinfo und Agenturen

Rettungsplan - unnötig

Die Schweiz bestätigte Anfang Woche, ein mit Steuergeldern finanzierter Rettungsplan für die Banken, wie er in anderen Ländern nun aufgestellt wird, sei für das Land nicht nötig.

Das Finanz-Departement unterstütze jedoch die Bemühungen der G7-Staaten, der EU und anderer Regierungen als einen wertvollen Beitrag zur Stabiliserung der Finanzmärkte, so Sprecherin Tanja Kocher.

Die USA hatten Anfang dieses Monats ein Paket in der Höhe von 790 Mrd. Franken geschnürt. Grossbritannien folgte mit 73 Mrd. Franken, und Deutschland spricht von 724 Mrd. Franken Rettungs-Geldern.

Frankreich geht ähnlich vor wie Deutschland: Ein Fonds soll 320 Mrd. Euro an Garantien für den Interbankenmarkt bereitstellen. Hinzu kommen sollen 40 Mrd. Euro für direkte Staatsbeteiligungen.

Die österreichische Regierung garantierte am Montag Kredite zwischen Banken mit bis zu 85 Mrd. Euro.

Vage blieb Italien: Das Kabinett verabschiedete per Dekret ein Paket zur Sicherung der Banken und der Spareinlagen des Landes.

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