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Verunsicherung an den Börsen

An den Börsen gabs am Mittwoch nichts zu lachen.

(Keystone)

Die seit langem kränkelnde Verfassung der Börsen mündete in einen schwarzen Mittwoch. Der Worldcom-Bilanzierungsskandal bestätigte die Ängste der Aktienkäufer.

Diese Woche nahm die Turbulenz an den Aktienmärkten stark zu. Die Trends bei Schweizer Aktien hatten sich seit Jahresbeginn vom internationalen Preistrend unterschieden - sie lagen bis vor wenigen Wochen noch im Plus.

Seit bald einem Monat jedoch hat die Kursschwäche auch auf Schweizer Aktien durchgeschlagen. Dieser Mittwoch nun gilt als schwarzer Tag.

Die Schweizer Börse lag 2,6% im Minus. Der Dollar lag zeitweise unter 1,48 Franken. Der Euro zog nahezu mit dem Dollar gleich.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss auf 5629 Punkten, 2,64% schwächer. Der breite Swiss Performance Index (SPI) büsste 2,6% ein und fiel auf 3919,18 Zähler.

Schwankungsreserven schmelzen

Erstmals mussten in der Schweiz auch institutionelle Grosskunden wie Vorsorgestiftungen und Versicherungen Wertpapiere verkaufen. Ihre Reserven, die sie traditionell für solche Zeiten aufgebaut haben, sind seit einigen Jahren geschmolzen.

Hedge Funds und andere Options- und Futures-Geschäfte verstärken üblicherweise den bestehenden Trend nach unten. Gerade Hedge Funds leben von der Baisse - sie besitzen heute bereits rund 4 Prozent der weltweiten Börsenkapitalisierung.

"Nach der Übertreibungsphase in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre liegen wir nun wieder im Rahmen des historischen Durchschnittswerts", schätzt die Burkhalter Asset Management AG in Bern. Langfristig gesehen beginnen die gefallenen Aktienmärkte also in ein Preisniveau einzutauchen, das von Börsenberatern bereits wieder als gute Einstiegsmöglichkeit erachtet wird.

Konjunkturbild nicht schlecht

Wer starke Nerven und einen langem Atem hat, dürfte sich langsam nach guten Kaufgelegenheiten erkundigen. Falls die wirtschaftliche Erholung doch noch käme, wäre man mit Nebenwerten (konjunkturabhängigen Industriewerten) am besten bedient.

Dazu kommen ausgerechnet jetzt wieder Fragezeichen aus der Realwirtschaft: Die US- und damit auch die europäische Konjunkturmaschine kommen ins Stottern, bevor sie richtig begonnen hatten, aufzudrehen. Andererseits sind die Indices gar nicht schlecht. Die Bank Sarasin zitiert am Mittwoch die US-Indices für Bestellungen von langfristigen Gütern, die im schwierigen Monat Mai anzogen.

Andererseits zeichnet sich der Fall des Dollars, den viele Brokerhäuser erst für das zweite Halbjahr vorausgesagt hatten, jetzt schon ab. Richtig weht tut das jedoch vor allem den Europäern.

Nach Enron kommt Worldcom

Die Enron-Buchführungs-Schwindel vor einigen Monaten haben nun in den milliardenschweren Falschbuchungen von Worldcom eine unrühmliche Fortsetzung gefunden. Die US-Telefongesellschaft soll gemäss CNBC in den letzten fünf Quartalen ihre Ergebnisse (Earnings vor Zinsen und Steuern etc. ,"Ebitda") um 3,8 Mrd. Dollar aufgeblasen haben. Jetzt wird eine Insolvenz nicht mehr ausgeschlossen.

Werte wie im letzten September

Diffuse Al-Kaida-Ängste und der lähmende israelisch-palästinensische Konflikt gehören zu den politischen Hintergründen des Kurszerfalls.

Bundespräsident Kaspar Villiger bezeichnete am Mittwoch die Entwicklung an den Aktienmärkten "als besorgniserregend". Der Schweizer Finanzminister befürchtete bereits erste Auswirkungen aufs Budget. Anderseits sei die Kaufkraft immer noch vorhanden, so Villiger. Auch haben sich die negativen Börsenentwicklung bisher geringer auf die Konjunkturentwicklung ausgewirkt als angenommen.

swissinfo


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