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Viel Grün am Genfer Automobilsalon

Der eXasis von Rinspeed hat eine aussergewöhnliche Form und wird mit Bioethanol betrieben.

(Keystone)

Die Leistungsfähigkeit der Motoren und die Notwendigkeit, dass mehr Autos umweltverträglich sein müssen, sind die Themen des diesjährigen Autosalons.

Am Genfer Salon, der voraussichtlich rund 700'000 Besucher anziehen wird, können auch über 80 Welt- und Europapremieren bewundert werden.

Rolf Studer, Generaldirektor des Autosalons, erklärt gegenüber swissinfo, angesichts der globalen Erwärmung und der strengeren Emissions-Beschränkungen stünde heute für die Autohersteller die Entwicklung neuer Technologien im Vordergrund.

Im vergangenen Monat stellte die europäische Kommission Pläne vor, um die Autohersteller zu zwingen, die Treibhausgas-Emissionen von neuen Autos innerhalb der nächsten fünf Jahre um einen Fünftel zu verringern.

"Hybrid-Autos sind dieses Jahr das wichtigere Thema als letztes Jahr. Wir haben über 40 Autos mit alternativer Energie oder alternativen Antrieben", so Studer.

Und so gefallen sich die grossen Hersteller darin, am diesjährigen Autosalon ihre "grünen" Produkte zu präsentieren.

Saab etwa stellt sein BioPower 100 Konzeptauto vor, das mit reinem Bioethanol betrieben wird. Honda präsentiert einen Hybrid-Sportwagen, während VW seinen Passat BlueMotion ins Rampenlicht rückt.

Der futuristische Hybrid X Concept Car von Toyota erlaubt den Besucherinnen und Besuchern einen Blick in die automobile Zukunft.

Kraftstoff-Emissionen

Umweltschützer bleiben jedoch unzufrieden. Sie behaupten, die Automobilindustrie würde das Problem von Emissionen und globaler Erwärmung nicht ernst genug nehmen. Zudem täusche sie die Öffentlichkeit und die Medien.

Während der durchschnittliche Benzinverbrauch von 1990 bis 2005 um rund einen Viertel gesunken sei, hätte in derselben Zeitspanne die Zahl der Autos auf den Strassen um 29% zugenommen, erklärte am Mittwoch die Genfer Grüne Partei.

Auch Jacques Grinevald, Professor am Genfer "Graduate Institute of Development Studies" und Wachstums-Experte ist davon überzeugt, dass die Automobilindustrie die Klimaveränderung zu wenig ernst nimmt.

"Wir brauchen leichtere Autos, die weniger Kraftstoff verbrauchen, langsamer beschleunigen und nicht so schnell sind. Dies bedeutet weniger Verschleiss und weniger Unfälle", sagt er. "Das Problem ist jedoch, dass sich diejenigen, die an Wachstum glauben, überhaupt nicht dafür interessieren."

Durchsichtiges Auto

Frank Rinderknecht, Gründer und Chef der exklusiven Schweizer Autoschmiede Rinspeed, weist zurück, dass die Autoindustrie gegenüber der Globalen Erwärmung nur zu Lippenbekenntnissen fähig sei.

Die ersten "grünen" Konzeptautos" seien erst vor sechs oder sieben Jahren entwickelt worden. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass es Zeit brauche – für die Öffentlichkeit und die Industrie – sich mit treibstoffeffizienten Autos anzufreunden.

"Heute sehen wir, dass sich das ändert. Aber es ist nicht nur die Industrie, die sich ändern muss, das muss auch die Öffentlichkeit tun", sagt Rinderknecht.

"Die Leute müssen verstehen, dass umweltfreundliches Verhalten etwas Positives ist. Das heisst nicht, dass wir dabei unseren Komfort oder unsere Lebensart einschränken müssen. Ich glaube, dieses Denken beginnt auf beiden Seiten zu wirken."

Und, wie um das Gesagte zu unterstreichen, stellt Rinispeed den eXasis vor, ein leichtgewichtiges, transparentes Niedrig-Emissions-Auto.

Einkaufsliste

Autosalon-Direktor Studer kann nicht quantifizieren, ob und wie die Klimaänderung die Automobilindustrie oder den Genfer Salon beeinflusst.

Die Wahrscheinlichkeit sei aber gross, dass Hybrid-Fahrzeuge, die herkömmliche Verbrennungs- und Elektromotoren vereinen, bei einigen Besuchern ganz oben auf der Einkaufsliste stehen.

"Wir wissen, dass jeder zehnte Besucher seine Entscheidung hier in Genf trifft, welche Art Auto er später kaufen will", sagt Studer. "Die Aussteller verkaufen hier am Salon nicht sehr viele Autos. Aber wir haben 700'000 Besucher. Das ergibt 700'000 Entscheidungen, die hier am Salon getroffen werden."

swissinfo, Adam Beaumont in Genf
(Übertragung aus dem Englischen: Etienne Strebel)

Fakten

An der 77. Ausgabe des Genfer Autosalons stellen bis am 18. März über 250 Aussteller ihre Produkte auf rund 77'000 Quadratmeter Fläche vor.

Erwartet werden rund 700'000 Besucher. 40% davon aus dem Ausland.

Es gibt mehr als 80 Welt- und Europapremieren.

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