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Vorfreude - trotz Ungewissheit

Sulzer Medica soll ab Juni Centerpulse heissen.

(Keystone)

Sulzer Medica sieht dem Abschluss des Vergleichs mit den Opfern verschmutzter Implantate zuversichtlich entgegen - obwohl 132 Anspruchs-Berechtigte sich dem Vergleich nicht anschliessen.

Sulzer Medica gehe davon aus, dass sich 99,6 Prozent der rund 30'000 anspruchs-berechtigten Patienten, die wegen verunreinigter Hüft- und Kniegelenk-Implantate neu operiert werden mussten, auf den Vergleichsvorschlag einschwenken, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einem Communiqué mit.

Die Frist für ein Ausscheren aus dem Vergleich ist am Mittwoch abgelaufen. Wenige Stunden vor Ende der Frist seien aber Absagen von 132 Personen (Opt-outs) im Postfach des zuständigen US-Gerichts gelegen, hiess es weiter. Diese stellen weiterhin eine Drohung für die Existenz des Unternehmens dar.

Endgültiger Entscheid am 22. Mai

Sulzer Medica hat noch bis am 22. Mai Zeit, ihrerseits die endgültige Zustimmung zum Vergleich zu geben. Bis dahin will sie die Klagen analysieren und versuchen, die Verweigerer noch umzustimmen. Zustimmungen zum Vergleich seien immer noch möglich, hiess es weiter, nur neue Absagen seien ausgeschlossen.

Die Zahl der Verweigerer alleine ist allerdings noch nicht sehr aussagekräftig. Entscheidend ist auch die Qualität der Klagen. Sulzer Medica will nun das Risiko für sich selber anhand der geforderten Entschädigungs-Summe und der Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs der Klagen vor Gericht bestimmen.

"Es ist im Moment nicht möglich zu sagen, ob der Vergleich zustande kommt", sagte Bantel. Wenn das mit den Klagen verbundene Risiko zu gross sei, werde die Tochter Sulzer Orthopedics in den USA unter Gläubigerschutz (Kapitel 11) gestellt.

"Bei uns haben die Champagnerkorken noch nicht geknallt", sagte Bantel. Dennoch sei Sulzer Medica weiterhin zuversichtlich, dass der Vergleich zustande komme.

Neuer Name und Logo

In die Zukunft nach dem Vergleich startet Sulzer Medica mit einem neuen Namen. Centerpulse wird der Medizinalkonzern, der sich im Sommer 2001 von der Mutter Sulzer gelöst hatte, ab 1. Juni heissen. Wie Sulzer Medica weiter mitteilte, ist der Namenswechsel die rechtliche Konsequenz auf diese Abspaltung.

Der ganze Prozess, einen neuen Namen und ein neues Logo einzuführen, koste das Unternehmen 15 bis 16 Mio. Franken und dauere ein Jahr, sagte Sulzer-Medica-Sprecherin Beatrice Tschanz. Die Kreation des Namens alleine schlage mit rund 5 Mio. Franken zu Buche.

Das neue Logo und das Corporate Design soll am Freitag an der General-Versammlung (GV) in Zürich der Öffentlichkeit vorgestellt werden. An der GV muss der neue Name allerdings noch genehmigt werden. Er soll vom 1. Juni an verwendet werden.

Aktie legte kräftig zu

Die Investoren beurteilen die Lage positiver als auch schon: An der Börse setzte Sulzer Medica in einem leicht festeren Gesamtmarkt den Höhenflug fort und notierte am Donnerstag gegen 16.30 Uhr auf 223 Franken. Dies ist ein Plus von 6,2% gegenüber dem Vortag, als die Aktie bereits um über 12% zugelegt hatte.

Nach Ansicht der Analysten von Credit Suisse First Boston (CSFB) ist die Wahrscheinlichkeit des Gläubigerschutzes gesunken. Die mit dem Produkthaftungsfall verbundenen Risiken seien bewältigbar, hiess es in einer Einschätzung.

swissinfo und Agenturen

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