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Wahlen 07: Die SVP räumt ab - die SP taucht

(Keystone)

Die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei ist unbestrittene Siegerin der Eidgenössischen Parlamentswahlen. Die Sozialdemokraten erlebten einen schwarzen Sonntag.

Mit einem Stimmenanteil von 29% erreicht die SVP die grösste Parteienstärke seit 1919, als die FDP auf 28,8% kam. Die Grünen legen auf knapp 10% zu.

Die SVP gewann sieben Nationalratssitze und schickt nun 62 Vertreter in die Grosse Kammer, sieben mehr als bisher.

Als Sieger können sich aber auch die Grünen bezeichnen. Sie legten um sechs auf insgesamt 20 Sitze zu. Der Wähleranteil stieg um 1,7% auf 9,6%. Da vor vier Jahren aber noch die inzwischen abgespaltene GLP miteingerechnet war, holten sich die Grünen gar sieben Mandate.

Zudem hält die Partei erstmals auch Einzug in die Kleine Kammer. So sicherte sich der Genfer Staatsrat Robert Cramer den Ständeratssitz. Hinzu kommen drei Sitze der Grünliberalen, alle im Kanton Zürich und darunter auch jener von Martin Bäumle.

Sozialdemokraten verlieren neun Sitze

Das Nachsehen hat dabei die SP. Sie muss neun Mandate abgeben und hält nun nur noch 43 Sitze im Nationalrat. Der Wähleranteil sank von 23,3 auf 19,5%. So schlecht waren die Sozialdemokraten in der Grossen Kammer seit 1991 nicht mehr vertreten.

Die beiden Mitteparteien schicken je 31 Vertreter in die Grosse Kammer. Damit verlor die FDP zwar fünf Sitze, konnte aber mit 15,6% Wähleranteil noch immer mehr Wählerstimmen auf sich vereinigen als die CVP. Diese gewann drei Sitze, erreichte aber einen Wähleranteil von 14,6%.

Bei den Kleinparteien verloren die EVP den Sitz des abgewählten Aargauer Nationalrat Heiner Studer. Mandate abtreten musste auch die Linksaussenallianz mit einem Verlust von zwei Mandaten und die EDU. Nicht mehr vertreten ist die SD. Ihr Ziel verfehlt haben auch die Liberalen, die auf vier Sitzen verharrten.

Reaktionen

In den ersten Reaktionen räumten die Präsidenten von FDP und SP, Fulvio Pelli und Hans-Jürg Fehr, ihre Niederlagen ein, machten aber vorerst keine Anstalten, persönliche Konsequenzen zu ziehen.

SVP-Präsident Ueli Maurer bekannte sich in der "Elefantenrunde" zur Konkordanz und stimmte der Verabschiedung der drei amtsältesten Regierungsmitglieder Moritz Leuenberger, Pascal Couchepin und Samuel Schmid vage zu.

Maurer selber muss im Kanton Zürich bei der Ständeratswahl in den Hoffnungslauf - im Unterschied zu seinem freisinnigen Ticket-Partner Felix Gutzwiller.

Die Wahlbeteiligung erreichte laut dem Bundesamt für Statistik 48,8%. Das sind 3,6% mehr als 2003 und zugleich der höchste Wert seit 1975.

Keine Auslandschweizer gewählt

Die Fünfte Schweiz ist auch in der kommenden Legislatur nicht im Parlament vertreten. Erneut wurde keiner der insgesamt 44 kandidierenden Auslandschweizer gewählt. Die SVP stellte 33 der 44 Kandidatinnen und Kandidaten. Sieben gehörten der FDP an, drei der CVP und einer den Grünen.

Mit 2251 Stimmen erzielte Raphaël Thiémard auf der Liste der Grünen im Kanton Freiburg absolut gesehen am meisten Stimmen. Weitere Kandidatinnen und Kandidaten liessen sich für die Kantone Zürich, Bern, Freiburg, Genf, Schaffhausen und Wallis aufstellen. Gut ein Fünftel der Kandidierenden waren Frauen.

swissinfo und Agenturen

Frauenanteil

Im neuen Parlament werden die Frauen zahlreicher, aber immer noch viel schwächer vertreten sein als ihre männlichen Kollegen.

Die Frauen aller Parteien erreichten im Nationalrat insgesamt 59 Sitze (2003: 50). Der Frauenanteil stieg damit von 25,5 auf 29,5%.

Traditionnell am besten vertreten sind die Frauen bei den Linksparteien. Dabei überflügelten die Grünen mit einem Frauenanteil von 50% erstmals die Sozialdemokraten (42%).

Bei der Wahlsiegerin SVP erreichen die Frauen einen Anteil von mageren 12,9%. Gerade einmal 8 von 62 SVP-Sitzen werden von Frauen besetzt.

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Erster Schwarzer im Parlament

Erstmals in der Geschichte der Schweiz ist unter den Volksvertretern auf nationaler Ebene ein Schwarzer. Im Kanton Bern wurde als SP-Vertreter der Grossrat und Bieler Stadtrat Ricardo Lumengo aus Angola gewählt.

Der heute 45-jährige Lumengo kam 1982 mit zwanzig Jahren als Asylbewerber in die Schweiz, weil er als politisch aktiver Student verfolgt wurde, wie er auf seiner Hompage schreibt.

Nach ein paar Jahren bekam er eine Aufenthaltsbewilligung. Er studierte in Freiburg Jura und arbeitet heute als juristischer Berater am interkulturellen Begegnungszentrum Multimondo in Biel. Zudem ist er als juristischer Berater beim Sekretariat des Gewerkschaftsbundes in Biel tätig.

Lumengo, der seit zehn Jahren im Besitz des Schweizer Passes ist, spricht acht Sprachen: Französisch, Deutsch, Portugiesisch, Englisch, Spanisch sowie die afrikanischen Sprachen Kikongo, Kikongo ya Leta und Lingala.

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(swissinfo.ch)


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