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Warum die Telecom Genf verlässt

Die Telecom fand seit 1971 alle vier Jahre in Genf statt.

(Keystone)

Teure Hotelkosten in Genf, der Wunsch nach Veränderung und der boomende Markt in Asien - es gibt viele Gründe für einen Abzug der prestigeträchtigen Fachmesse nach Hongkong.

Dass die 10. Ausgabe der Messe 2006 wohl in Hongkong stattfindet, wird für Genf und die Schweiz nicht nur finanzielle Folgen haben.

Seit 1971 beherbergte Genf, der Sitz der Weltorganisation für Telekommunikation (ITU), die Fachmesse Telecom, die alle vier Jahre stattfindet. Das soll sich nun ändern.

Die Empfehlung des Ausstellungskomitees der ITU zugunsten von Hongkong fiel fast einstimmig. Nur das Schweizer Mitglied stimmte für den Verbleib in Genf. Der entgültige Entscheid wird vom Generalsekretär der Weltorganisation, Yoshio Utsumi, gefällt werden.

Die ITU reagiert mit ihrer Empfehlung auf die veränderten Marktverhältnisse. Wie Francine Lambert, Pressesprecherin der ITU, gegenüber swissinfo erklärte, will man "nahe bei den wachsenden Märkten sein".

An der letzten Telecom sei ein massiver Rückgang der Aussteller wie auch der Besucher registriert worden. Mit Hongkong hoffe man, wieder mehr Leute anzuziehen.

Laut Lambert beginnen nun die konkreten Verhandlungen mit Hongkong. Der Entscheid wird in einigen Wochen erwartet.

Interessanter Markt

Roberto Rivola, Pressechef des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM), ist nicht erstaunt, dass Hongkong das grosse Los gezogen hat. "Asien hat an der Telecom 2003 am meisten Ausstellungsfläche besetzt. Der asiatische Markt ist äusserst interessant", sagte er zu swissinfo.

Es sei ein Markt der sich schnell öffne und entwickle, vor allem wenn man an China denke. "Die europäischen und amerikanischen Märkte hingegen sind gesättigt. Da gibt es nicht mehr viel Spielraum."



Ein weiterer Grund, dass Hongkong das Rennen machen könnte, sind die hohen direkten und indirekten Kosten in Genf, wie zum Beispiel für Standmiete oder Unterkunft.

"Wenn die Telecom Genf verlässt, kann man meiner Meinung nach nicht alleine die Genfer Hoteliers dafür verantwortlich machen", präzisiert Laurent Terlinchamps, Präsident der Restaurateur- und Hotelier-Vereinigung. "Das ist zu einfach."

Bisher fand die Telecom immer in Genf statt. Die ITU signalisiert mit ihrer Empfehlung nun auch, dass künftig im Turnus mehrere Städte auf verschiedenen Kontinenten zum Zug kommen könnten.

Grosser Verlust

Der Verlust der Telecom wäre für den Kanton Genf ein schwerer Schlag, denn die Durchführung der Messe brachte den Kantonen Genf und Waadt sowie der ganzen Region bei der Telecom 2003 rund 250 Mio. Franken Einnahmen. Zudem hatte Genf für die Messe 2006 extra eine neue Halle erstellt.

Laut Carlo Lamprecht, Vorsteher des kantonalen Wirtschaftsdepartements, trifft der Verlust alle Branchen. Die Hotellerie genau so wie das Transport- und das Baugewerbe.

In der Hotellerie, die bei den letzten Ausstellungen jeweils komplett ausgebuchte Hotels vermeldete, stellen die Einnahmen rund um die Messe 5% des Jahresumsatzes dar.

Sollte die Telecom 2006 in Hongkong stattfinden, könnte dies für Genf auch einen Image-Schaden zur Folge haben, erklärt Roberto Rivola vom BAKOM. "Für Genf als internationale Plattform. Einer der wichtigsten Punkte aber ist wohl, dass Genf zu teuer ist."

swissinfo und Agenturen

Fakten

Telecom 2003:

115'000 Besucherinnen und Besucher.
(1999: 200'000 Besucher).
Über 900 Aussteller aus mehr als 50 Ländern.
Genf rechnete jeweils mit 600 Mio. Franken Umsatz dank der Telecom.

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In Kürze

Die Internationale Telekommunikations-Fachmesse Telecom fand seit 1971 alle vier Jahre in Genf statt, dem Hauptsitz der Internationalen Fernmeldeunion (ITU).

Die 10. Ausgabe soll in Hongkong stattfinden.

Mit seiner Empfehlung reagiert das ITU-Ausstellungskomitee auf den boomenden Markt in Asien.

Für Genf und Region bedeutet der Abgang der Telecom einen Einnahmenverlust von rund 250 Mio. Franken.

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