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Weko-Untersuchung gegen Mobilfunkanbieter

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat im Oktober 2002 erneut eine Untersuchung gegen die Schweizer Mobilfunkanbieter eröffnet. Sie vermutet Absprachen bei den Gebühren für das Durchschalten von Anrufen auf ein anderes Mobilnetz.

Sunrise wies den Vorwurf von Absprachen entschieden zurück.

Die Weko will die Terminierungsgebühren der drei Schweizer Mobilfunkunternehmen Orange, Sunrise und Swisscom prüfen. Terminierungsgebühren sind Gebühren, die ein Netzbetreiber dem Mobilfunkunternehmer dafür bezahlt, dass dieser einen Anruf auf sein Netz durchschaltet.

Diese Terminierungsgebühren spielen bei der Preisgestaltung für den Endkunden eine wichtige Rolle. Bei der Swisscom beispielsweise machen diese Gebühren zwischen 30 und 40 Rappen pro Minute aus, wie Swisscom-Sprecher Sepp Huber ausführte. Diese Gebühren seien auch der Grund, weshalb Anrufe auf ein Handy desselben Anbieters günstiger seien.

Kartellarische Absprachen

Die Weko teilte nun mit, dass sie über Anhaltspunkte verfüge, wonach die drei Mobilfunkanbieter diese Terminierungsgebühren durch eine Abrede künstlich hoch hielten. Die Schweiz nehme bezüglich der Höhe dieser Gebühren in Europa eine Spitzenposition ein.

Huber sieht die Schweiz allerdings nur im preislichen Mittelfeld. "Wir nehmen in Europa keine Spitzenposition bei den Terminierungsgebühren ein", sagte Huber. Die Swisscom wolle zudem von der Weko zuerst Genaueres zu den Vorwürfen erfahren und erst dann Stellung nehmen.

Orange wollte keine Stellung beziehen, bis das Unternehmen nicht formell von der Weko informiert worden sei.

Sunrise sieht den Untersuchungen gelassen entgegen. "Zwischen den drei Mobilfunkanbietern bestehen keine Absprachen", teilte Sunrise mit. Aufgrund der nötigen bilateralen Verhandlungen zwischen den Anbietern über die Tarife sei es naheliegend, dass die Tarife ähnlich seien.

Monate langes Verfahren

Die Wettbewerbskommission will weiter prüfen, ob eine marktbeherrschende Stellung jedes Mobilfunkanbieters auf seinem Netz vorliegt. Diese Vermutung sei naheliegend, da die Festnetzbetreiber von Gesetzes wegen auf Verhandlungen mit den Mobilfunkbetreibern angewiesen seien. Das ganze Verfahren wird laut Weko ungefähr drei bis vier Monate dauern.

Die Weko hatte bereits im Mai 2000 eine Untersuchung gegen die drei Mobilfunkbetreiber gestartet, diese aber Ende 2001 wieder eingestellt. Es waren keine Anhaltspunkte für illegale Absprachen bei den Handytarifen gefunden worden. Auch für einen Missbrauch der marktführenden Stellung der Swisscom ergaben sich keine Hinweise.

swissinfo und Agenturen


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