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Weniger Geld für Bauern

Der Bauernverband befürchtet, die Bauern würden von der übrigen Wirtschaft noch weiter abgekoppelt.

(Keystone)

Die Einkommen in der Landwirtschaft sind im letzten Jahr um 7% gesunken. Ein Bauernhof verdiente im Schnitt 53'300 Franken.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat am Montag erste Zahlen zur finanziellen Lage der Bauern im Jahr 2001 veröffentlicht. Der Einkommens-Rückgang trifft die Tal-, Hügel- und Bergregion gleichermassen.

Der Verdienst je Familienarbeitskraft und Jahr lag bei 30'400 Franken gegenüber 34'700 Franken im Mittel der Jahre 1998 bis 2000. Der Rückgang beträgt 4300 Franken oder 12%.

Fleischimport wird überprüft

Wie BLW-Direktor Manfred Bötsch ausführte, ist der "unerfreuliche" Einkommens-Rückgang vorab auf den nassen Frühling und die wegen der BSE-Krise tiefen Fleischpreise zurückzuführen. Das laufende Jahr sei mit besseren Bedingungen gestartet.

Doch überdenke das BLW das heutige Einfuhr-Regime im Fleischsektor, sagte Bötsch. Heute sind Importkontingente an die so genannte Inlandleistung geknüpft: Ihre Grösse ist von der Übernahme einheimischer Produkte abhängig. Geprüft wird der Übergang zum Versteigerungs-System.

Mehr Direktzahlungen

Im Pflanzenbau wurde ein tieferer Rohertrag erzielt, während die Tierhaltung das Niveau der Vorjahre hielt. Vom Rückgang betroffen waren der Getreide- und der Zuckerrüben-Anbau sowie die Erträge aus dem Wald, die nach den sturmbedingten ausserordentlichen Holzverkäufen im Jahr 2000 markant tiefer ausfielen.

Die Direktzahlungen waren höher als in den Vorjahren. Neben einem neuen Flächenbeitrag für die offene Ackerfläche und Dauerkulturen sowie höheren Beiträgen für den Bio-Landbau trugen vor allem die höheren Beiträge und die weitere Ausdehnung der Auslaufhaltung zur Ertrags-Verbesserung bei.

Bauernverband befürchtet starke Abwanderung

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zeigte sich "sehr besorgt" darüber, in welchem Ausmass sich die Landwirtschaft von der übrigen Wirtschaft verdienstmässig abkoppelt. Es drohe eine starke Abwanderung aus der Urproduktion. Immer weniger junge und fähige Leute stiegen in den Bauernberuf ein.

Drei Viertel aller Landwirte verdienen laut SBV weniger als 50'000 Franken pro Jahr. Die Zahl der Bauernbetriebe gehe jährlich um 4,1% zurück. Dadurch sei der Verfassungsauftrag der dezentralen Besiedelung gefährdet. Das BLW rechnet dagegen mit einer jährlichen Abnahme der Zahl der Bauernbetriebe um 3%.

Die Kleinbauern-Vereinigung VKMB hält die BLW-Analyse zu den Ursachen des Einkommens-Rückgangs für zutreffend. Sie zieht aber andere Schlüsse: Vom forcierten Strukturwandel sei abzukommen; nötig sei vielmehr eine höhere Wertschöpfung, heisst es in einer Mitteilung.

swissinfo und Agenturen

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