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Weniger Glücksspieler in den Kasinos

Schweizer Spielkasinos kämpfen seit Inkrafttreten des neuen Spielbankengesetzes mit Problemen. Wegen der obligatorischen Identitätskontrollen vor den Kasinos und anderen Bestimmungen des neuen Gesetzes bleiben bis zu 20 Prozent der Kunden aus.

Dieser Inhalt wurde am 02. August 2000 - 16:48 publiziert

Kasinobesucher hätten teilweise massiv gegen die mit dem Inkrafttreten des neuen Spielbankengesetzes am 1. April obligatorisch gewordene Identitätskontrolle protestiert, sagte der Manager des Kasinos Bern, Daniel Vogt, auf Anfrage.

Teils massive Einbussen

Entsprechend sei die Zahl der Besucher und der Spielumsatz in den vergangenen vier Monaten um rund 20 Prozent zurückgegangen. Auch im Kasino von Lugano ist die Zahl der Gäste laut Kasinoleiter Andrea Camponovo um rund 20 Prozent zurückgegangen.

Die Schweizer seien sich nicht gewohnt, einen Ausweis auf sich zu tragen, begründeten beide Kasinomanager übereinstimmend den Besucherrückgang. Fälschlicherweise befürchteten zudem viele Besucher, dass sie bei der Identitätskontrolle registriert würden.

In den Kasinos in Interlaken und Thun ging die Besucherzahl um rund zehn Prozent zurück, wie der Interkasino-Direktor Stephan Zimmermann sagte. Zu ebensolchen Verlusten führte die obligatorische Kontrolle beim Casino in Saxon (VS), wie es auf Anfrage hiess.

Besser sieht es in den Kasinos von Rheinfelden und Baden aus, wo die Besucherzahlen nur leicht gesunken sind. Spielfreunde im Schweizer Grenzgebiet seien Identitätskontrollen gewohnt, hiess es zur Begründung. Auch im Luzerner Kasino hatte das Gesetz laut dem Kasino-Manager keine Auswirkungen, da ein Viertel der Kunden Touristen seien.

Auch im Casino Montreux sind keine Einbussen verzeichnet worden. Die Kunden begrüssten gar die schärferen Sicherheitsvorkehrungen, machte Kasino-Direktor Yves Montandon geltend.

Ein weiterer Grund für Umsatzeinbussen dürfte der Umstand sein, dass mit Inkrafttreten des neuen Spielbankengesetzes die Geldautomaten aus den Kasinos entfernt werden mussten. Damit geben die Kunden laut dem Interkasino-Direktor Zimmermann weniger Geld aus. Auch die Abgaben an den Fiskus seien höher geworden; die Kasinos Interlaken und Biel leisteten rund zehnmal mehr Abgaben als zuvor.

Run auf Grand-Kino-Konzessionen

Das neue Spielbankengesetz lässt als wesentliche Neuerung rund acht auf sieben Regionen verteilte Grand-Kasinos mit Tisch- und Glücksspielen mit hohen Einsätzen zu. Laut der Koordinationsstelle des Bundes "Casino 2000" wurden für diese geplanten Grand-Kasinos sowie für rund 25 Kursäle bisher 60 Gesuchformulare verschickt.

In der Schweizer Kasinoszene herrscht zurzeit Fusionsfieber im Hinblick auf die regional begrenzte Zahl von Konzessionen. Am kommenden 30. September lauft die Frist für Konzessionsgesuche für Grand-Kasinos und Anmeldungen für Kursäle ab.

swissinfo und Agenturen

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