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Wer hat das Sagen?

Ds neue VR-Verzeichnis, kombiniert mit dem Blick ins Parlament, erlaubt Rückschlüsse über die Machtverteilung.

(Keystone)

Die Zürcher freisinnige Ständerätin Vreny Spoerry bleibt die Parlamentarierin mit der grössten Wirtschaftsmacht. Sie sitzt zwar nur in 8 Verwaltungsräten, vertritt aber ein Kapital von 11,887 Mrd. Franken.

Der Abgeordneten Spoerry kommt zu Gute, dass sie in den Verwaltungsräten (VR) von Grosskonzernen wie Credit Suisse Group (CSG) und Nestlé ist. Zum Vergleich: Der aktivste VR der Schweiz, Alfred Hersberger, verfügt über 270 Mandate. Da es sich vorwiegend um kleinere Firmen handelt, kommt er nur auf ein kumuliertes Kapital von 42 Mio. Franken.

Gemessen am Kapital, das sie vertritt, liegt Spoerry auf dem fünften Platz der Top-100-Liste der Schweizer Verwaltungsräte. Dies geht aus dem Verzeichnis 2002 hervor, das am Freitag im Orell Füssli Verlag veröffentlicht wurde.

Chaudet vor Vasella und Brabeck

Die Rangliste wird weiterhin vom Marc-Henri Chaudet angeführt, der auf ein kumuliertes Kapital von 13,687 Mrd. Franken kommt. Der Waadtländer Jurist sitzt im VR von 21 Aktiengesellschaften, darunter ebenfalls die CSG.

Die einflussreichsten Wirtschaftsführer sind Novartis-Chef Daniel Vasella auf Platz zwei mit einem Kapital von 13,479 Mrd. Franken und elf Mandaten, gefolgt von Nestlé-Chef Peter Brabeck auf dem dritten Platz, der in sieben VR sitzt und ein Kapital von 12,036 Mrd. Franken vertritt.

Auf dem vierten Rang, also noch vor Spoerry, liegt der Zürcher Industrielle Thomas Bechtler. Er vertritt ein Kapital von 11,990 Mrd. Fr. und ist gleich in 21 Unternehmen im VR, darunter die CSG, die Swiss Re und Bucher Industries.

Mühlemann schlägt Ospel deutlich

Auf dem sechsten Platz liegt CSG-Chef Lukas Mühlemann, der 11,519 Milliarden vertritt und neun Mandate hat. Er schlägt seinen Konkurrenten von der UBS, Marcel Ospel, um Milliarden. Dieser liegt auf dem 30. Rang mit einem Kapital von 3,595 Milliarden. Neben dem UBS-Präsidium hat Ospel zwei weitere Mandate. Dicht hinter ihm folgt UBS-Vize Alberto Togni mit 3,590 Mrd. Franken aus vier Mandaten.

Vor Ospel rangiert unter anderen der Financier Martin Ebner, der mit acht VR-Mandaten auf ein Kapital von 4,645 Mrd. Franken kommt (20. Platz). Der Westschweizer André Kudelski, dessen Engagement bei anderen als seiner eigenen Firma regelmässig zu kritischen Voten an der Generalversammlung führt, kommt auf 18 Mandate, die ein Kapital von 3,636 Mrd. Franken repräsentieren (28. Platz).

Swiss-Präsident Bouw neu dabei

Der Präsident der SIG Holding, Edwin Somm, vertritt ein Kapital von 3,065 Milliarden (42. Platz). ABB-Präsident Jürgen Dormann kommt auf 3 Mrd. Franken (47. Platz).

Neu in der Top-100-Liste der Verwaltungsräte erscheint Pieter Bouw. Als Präsident der neuen Airline Swiss vertritt er ein Kapital von 2,619 Mrd. Franken (60. Platz). Weitere Mandate in Schweizer Verwaltungsräten hat der Niederländer nicht.

Als Folge des grossen Engagements des Bundes bei der neuen Fluggesellschaft erscheint Peter Siegenthaler, Direktor der Finanzverwaltung, auf dem 44. Rang.

Weil er neben seinem Mandat im Swiss-VR noch in drei weiteren Aufsichtsgremien sitzt, vertritt er ein Kapital von 3,015 Mrd. Franken.

Von der Aktualität überholt

Das am Freitag veröffentlichte Verzeichnis der Verwaltungsräte 2002 ist allerdings bereits veraltet. So wird Rolf Hüppi nach wie vor als Präsident der Zurich Financial Services aufgeführt, was ihm den 43. Platz einbringt. Hüppi wurde inzwischen von Lodewijk van Wachem abgelöst.

swissinfo und Agenturen

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