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Wirtschaft träumt von globaler Einheitswährung

Der Abschied vom US-Dollar als "globale Einheitswährung" liegt wohl noch in weiter Ferne.

(Keystone)

Der Euro ist kaum eingeführt -schon diskutieren die Mächtigen des globalen Finanzmarktes über eine weltweite Einheitswährung. Jean-Pierre Roth, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, verrät, was hinter verschlossenen Türen beschlossen wurde.

Die Welt braucht nicht nur eine globale Wirtschaft, sie braucht auch eine globale Währung - diese Idee kursiert seit einiger Zeit in der Wirtschafts- und Finanzgesellschaft. Befürworter und Gegner finden sich auf beiden Seiten. Grund für das WEF, das Thema aufzunehmen und zur Diskussion zu stellen. Allerdings während einer sogenannten "Session over Lunch", zu welchen die Medien nicht zugelassen sind. swissinfo traf dennoch Jean-Pierre Roth, der nebst Otmar Issing von der Europäischen Zentralbank und Haruhiko Kuroda, Vize-Finanzminister von Japan, zum Mittagessen geladen war.

In der Schweiz hoffe man selbstverständlich, erklärt Jean-Pierre Roth, dass das internationale Währungssystem so stabil wie möglich sei, dass man ohne Schwierigkeiten exportieren könne und, dass keine unerwartete Fluktuation den Schweizer Franken am Devisenmarkt schwäche. Insofern ist eine Einheitswährung sicherlich von Vorteil.

Dennoch ist Roth überzeugt: "Die Einheitswährung ist eine totale Illusion". Die Welt sei zu unterschiedlich und die Wirtschaftsentwicklungen seien auf internationaler Ebene nicht korrelierbar. Es wäre sogar gefährlich, zum jetzigen Zeitpunkt eine einzelne Währung einzuführen; sie wäre ein Spielball der Politik. Eine einzige Notenbank würde Entscheidungen fällen.

Man hätte schon bei der Einführung des Euros gesehen, wie schwierig sich diese gestaltete, sagte Roth. Dabei herrsche in Europa eine gewisse Homogenität. Die europäische Erfahrung zeige, dass man sehr langsam in diese Richtung gehen müsse.

Noch ist die Idee von der globalen Währung reine Theorie und Jean-Pierre Roth versichert, dass auch seine Gesprächspartner die Einführung einer globale Währung zum jetzigen Zeitpunkt für viel zu früh halten. Doch ein Trend zu Einheitswährungen ist erkennbar. In Europa wurde der Euro schon eingeführt, in Lateinamerika und in Afrika denkt man intensiv über eine regionale Einheitswährung nach.

Carole Gürtler, Davos














Carole Gürtler, Davos

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