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Durchbruch beim E-Voting? Stadt Zug bringt digitalen Pass – als "Weltpremiere"

Blick auf Zug

Es sieht vielleicht nicht so aus, aber Zug ist ein Hot-Spot der Kryptotechnologie.

(swissinfo.ch)

Die Stadt Zug bietet bald als weltweit erste Gemeinde allen Einwohnern die Möglichkeit, eine digitale Identität zu bekommen. Das ist ein bedeutender Schritt fürs E-Voting in der Schweiz.

Für Auslandschweizer ist sie längst ein Thema: Die digitale Identität würde vieles erleichtern. Insbesondere ermöglicht sie E-Voting. Sie vereinfacht also die Teilnahme am demokratischen Prozess in der Heimat enorm.  Doch mit der elektronischen Identität tut sich die Schweiz schwer. Einig ist man sich, dass es eine solche braucht, und zwar bald, wenn man den Schwung der Digitalisierung nutzen will. Immer mehr digitale Anwendungen im privaten oder staatlichen Bereich verlangen eine eindeutige fälschungssichere Identifikation, die nicht allein auf einem Password beruht. 

Die nun in Zug vorgestellte digitale Identität basiert auf einer App, die persönliche Informationen mithilfe von Blockchain-Technologie sichert und mit einer Crypto-Adresse verknüpft, wie die Stadt Zug mitteilteexterner Link. Die Einwohnerinnen und Einwohner registrieren ihre Identität selber über die App. Anschliessend wird die Identität bei der Einwohnerkontrolle der Stadt Zug beglaubigt.

Blockchain: Dezentral ist sicherer

Die Blockchain ist, vereinfacht ausgedrückt, eine dezentrale Datenbank, in welcher fälschungssicher alle Informationen und Transaktionen der interagierenden Teilnehmer festgehalten sind. Dies im Gegensatz zu zentral organisierten Datenbanken, deren Inhalte durch den Eigentümer kontrolliert werden.

Stadtpräsident Dolfi Müller sagt: "Wir wollen eine einzige elektronische Identität – eine Art digitalen Pass – für alle möglichen Anwendungen. Und wir wollen diese digitale ID nicht zentralisiert bei der Stadt, sondern auf der Blockchain. Wir überprüfen und bestätigen lediglich die Identität einer Person." 

Bitcoin-Zahlungen seit einem Jahr möglich

Die Anwendungen mit der digitalen ID der Stadt Zug sollen dabei nicht auf städtische Dienstleistungen wie Gebühreninkasso oder Raumvermietung beschränkt sein. Bis im September will die Stadt Zug mit Blockchain-Anwendungen weitere Erfahrungen sammeln. In einer ersten Phase steht zudem eine Konsultativabstimmung über e-Voting im Vordergrund, die voraussichtlich im Frühling 2018 stattfinden wird. 

Die Stadt Zug akzeptiert bereits seit einem Jahr die Blockchain-Währung Bitcoin als Zahlungsmittel für Dienstleistungen der Einwohnerkontrolle bis zu einem Gegenwert von 200 Franken. 

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Mit Blockchain-Technologie erfahren: Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller und die Leiterin der Zuger Einwohnerkontrolle Melanie Schenker bei der ersten Bitcoin-Transaktion vor einem Jahr.

(Keystone)

Was ist Blockchain?

Die Blockchain-Technologie speichert die persönlichen Informationen nicht zentral, sondern sichert sie durch die Verknüpfung mit einer Crypto-Adresse auf der Blockchain, quasi verteilt auf tausenden von Computern. Die persönlichen Daten befinden sich auf dem mobilen Gerät der User, aber im Falle des Verlusts des Geräts, kann die Identität über die Blockchain neu verifiziert werden.

In folgendem Radio-Beitrag wird die Blockchain-Technologie erklärt:

beitrag

Radiobeitrag

Gemäss Mitteilung ist Zug weltweit die erste Gemeinde, die allen Einwohnerinnen und Einwohnern eine digitale Identität anbietet. In der Schweiz sind verschiedene Bestrebungen im Gange - so ging etwa Ende Mai eine Vernehmlassung des Bundes zur digitalen Identität zu Ende.

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