Grübel verteidigt hohe Banker-Boni

Dass CS-Chef Brady Dougan 71 Mio. Fr. Bonus kassiert, ist Wasser auf die Mühlen der Befürworter der Abzocker-Initiative. UBS-Chef Oswald Grübel, ehemaliger CS-Chef, verteidigt dagegen die Rekordboni.

Dieser Inhalt wurde am 04. April 2010 - 15:00 publiziert

Die 400 Top-Manager der Credit Suisse CS erhalten Boni im Wert von 3 Mrd. Fr., wie letzte Woche bekannt wurde. Dies führte in breiten Kreisen zu einem empörten Aufschrei. UBS-Chef Oswald Grübel aber, der 2005 CS-Chef war, als das so genannte PIP-Bonussystem eingeführt wurde, verteidigt das Bonusprogramm in der Zeitung Sonntag mit Nachdruck.

Die Bank sei 2003 in Schwierigkeiten gesteckt. Man habe sie wieder konkurrenzfähig machen wollen. "Nun zahlt es sich für diejenigen Leute aus, welche die CS zu dem gemacht haben, was sie heute ist", sagt Grübel

Der Direktor der Finanzmarktaufsicht Finma, Patrick Raaflaub, kritisiert im Sonntag jedoch den "starken Hebeleffekt". Insbesondere, "wenn der Hebeleffekt nicht auch nach unten wirken kann." Dieser komme nicht zum Tragen, weil die Manager die Aktien nicht selber gekauft hätten. Damit riskierten sie bei Kursverlusten auch nicht ihr eigenes Geld.

In der SonntagsZeitung schreibt Peter Rothenbühler in einem offenen Brief an Brady Dougan. "Bald heisst es noch, wir müssten Ihnen dankbar sein! Dafür, dass Sie nur Ihrer Bank 70 Millionen abknöpfen. Und nicht uns Steuerzahlern ein paar Milliarden."

Rothenbühler schliesst: "Die Zahl 70 wird bei der Abstimmung über die Abzocker-Initiative eine prominente Rolle spielen."

swissinfo.ch

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