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Mission Rosetta – Philae Meilenstein: Die holprige Landung auf dem Kometen



Die Landung war nicht einfach, aber das Mini-Labor "Philae" steht auf dem Kometen, wenn auch schräg.

Die Landung war nicht einfach, aber das Mini-Labor "Philae" steht auf dem Kometen, wenn auch schräg.

(ESA)

Die Spannung dauerte die ganze Nacht und einen Teil des Tages an. Nach zwei Hopsern hat sich Philae bei der dritten Landung auf dem Kometen Tschuri stabilisieren können. Die Wissenschaftler können aufatmen, auch wenn der kleine Roboter sich in alles anderem als in einer stabilen Situation befindet.

Mittwoch, 12. November, 17 Uhr 03: "Wir sind auf dem Kometen!" - Der Freudenschrei im europäischen Raumfahrtzentrum in Darmstadtexterner Link ist über die TV-Kanäle und die sozialen Medien auf der ganzen Welt zu hören. Sogar die amerikanische NASA gratuliert.

Weil aber in den folgenden Minuten und Stunden keine Bilder ankommen, macht sich Befürchtung breit. Erst am Donnerstagmorgen sind sie beseitigt: Philae ist effektiv gelandet, befindet sich jedoch an einem steilen Abhang mit zwei Beinen am Boden und einem Bein in der Luft. Das zeigen die Bilder der installierten Panoramakamera.

Zwei Hopser für die Landung

Man wusste, dass es schwierig sein würde, ein 100 Kilogramm schweres Gerät, das auf dem Planeten - wegen dessen minimer Erdanziehung - lediglich ein Gramm wiegt, erfolgreich zu platzieren. Schwierig auch darum, weil es sich um eine Premiere der internationalen Raumfahrt handelt.



Mittwoch, 12. November, kurz nach 15 Uhr. "Philae" ist noch etwa 10 km von der Oberfläche entfernt, aber man sieht bereits, dass die Landung nicht einfach wird.

Mittwoch, 12. November, kurz nach 15 Uhr. "Philae" ist noch etwa 10 km von der Oberfläche entfernt, aber man sieht bereits, dass die Landung nicht einfach wird.

(esa)

Normalerweise hätte Philae, nach ihrem sieben Stunden dauernden Abstieg, mit Harpunen auf dem Boden des Planeten stabilisiert werden sollen. Doch die Harpunen wurden nicht ausgelöst, da eine Düse zum Aufdrücken von Philae auf dem Kometen nicht funktionierte. Bei der Düse handelt es sich um ein Fabrikat, das von einer Schweizer Firma entwickelt worden wurde.

Nach der spektakulären Landung auf dem Kometen hat das Mini-Labor "Philae" deshalb nicht nur einen, sondern gleich zwei Hopser hingelegt. "Der erste Sprung dauerte etwa zwei Stunden, der zweite rund sieben Minuten", sagte Philae-Projektleiter Stephan Ulamec am Donnerstag im Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt.

Die kommenden Stunden sind wichtig

Gelandet, aber nicht gesichert: An ihrer Medienorientierung am Donnerstag um 14 Uhr erklärte die ESA, dass es Philae immer noch nicht gelungen sei , sich im Boden zu verankern. Deshalb ist es für sie äusserst problematisch, den Bohrer zum Entnehmen von Bodenproben einzusetzen, denn der Rückschlag könnte sie wieder ins All spedieren.

Die Bodenproben gehören zum Kern des wissenschaftlichen Experiments. Sie würden es erlauben, den Boden des Kometen, der zu den Urkometen gehört und der seit 4,6 Millionen Jahren gefroren ist, zu analysieren. Wissenschaftler wollen mit der Mission einen Blick in die Kinderstube des Sonnensystems werfen. Analysiert werden soll die Bodenbeschaffenheit, Temperatur oder die Zusammensetzung des Kometenkerns. Gesucht wird auch nach Hinweisen darauf, wie Leben auf der Erde entstand.

Wichtige Daten gesammelt

"Philae ist auf der Oberfläche und macht einen hervorragenden Job", sagte der Chef des ESA-Flugbetriebs, Paolo Ferri. In den ersten Stunden nach der Landung hätten trotz der Probleme bereits wichtige Daten gesammelt werden können. Es sei auch gelungen, das Tomographie-Projekt Consert zu starten. Dabei durchleuchten Philae und die Sonde Rosetta den Kometen in Teamarbeit.

Die Mission ist bis Ende 2015 geplant. Philae arbeitet aber nicht so lange. Die Wissenschaftler hofften am Tag der Landung, dass das Labor etwa zweieinhalb Tage besonders fleissig sein könnte, vielleicht auch länger. Das hängt nach Angaben der Experten von der Kapazität der Batterien ab - aber auch, wie wild der Ritt auf Tschuri ist.

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(Übertragung aus dem Französischen: Andreas Keiser), swissinfo.ch

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