Zürcher Forscher finden Mineralöle in Fleisch und Hühnereiern

Trotz des belgischen Dioxin-Skandals vom Vorjahr gelangen in Europa nach wie vor Mineralölprodukte in Futtermittel und schliesslich in Lebensmittel. Dies belegen Analysen des kantonalen Laboratoriums Zürich.

Dieser Inhalt wurde am 16. September 2000 - 19:43 publiziert

Die Experten in Zürich hatten "Futterfette" -Ausgangserzeugnisse für Mischfuttermittel - untersucht, wie der Laborchemiker Konrad Grob am Samstag (16.09.) einen Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bestätigte.

Laut den Untersuchungen würden wahrscheinlich über die Hälfte aller Fette und Öle für die Futtermittel-Herstellung den Schweizer Grenzwert zum Teil zehn- oder hundertfach übersteigen. Erlaubt ist ein Anteil Mineralöl von maximal 30 Millionstel der Gesamtölmenge im Futtermittel. Das reine Mineralöl an sich sei aber nicht das grösste Problem, sondern Spuren anderer Mineralölprodukte.

Farbverdünner und Motorenöle

Es gebe Fälle, in denen man klar Zweitakt- oder Automotorenöle festgestellt habe. Weiter vermuten die Experten Farbreste, Farbverdünner und Pestizide. Über das Futtermittel für Tiere gelangen die Öle auch in die menschliche Nahrung. Das Zürcher Labor hat Spuren der Mineralölprodukte im Fettanteil von Rinder-, Schweine- und Geflügelfleisch sowie in Hühnereiern gefunden.

Die untersuchten Lebensmittel wurden zwar weitgehend im Kanton Zürich besorgt. Sie stammen aber von Lieferanten aus ganz Europa. So wurden auch Eier positiv getestet, die in Holland und Deutschland in den Handel kamen.

Grob spricht daher von einem europäischen Problem. Die Schweiz sei aber immerhin das einzige Land in Europa, das überhaupt einen Grenzwert habe. Auf Grund dieser Ergebnisse, die Grob letzte Woche auf dem Deutschen Lebensmittelchemikertag präsentierte, werden derzeit auch in Deutschland Futtermittel nach Mineralölen untersucht.

swissinfo und Agenturen

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