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Zürich HB: Vom Kopf- zum Durchgangsbahnhof

Der Sackbahnhof Zürich.

(Keystone)

Der bisher als Kopfbahnhof geführte Hauptbahnhof von Zürich, die grösste Bahndrehscheibe der Schweiz, soll zu einem Durchgangsbahnhof werden.

Wenn der Bund und die Schweizerischen Bundesbahnen ihren Teil der Finanzierung bald sicherstellen, werden schon im Jahr 2013 Züge auf der neuen West-Ost-Achse fahren.

Stockt der Bahnverkehr am Hauptbahnhof von Zürich (Zürich HB), stottert die halbe Schweiz.

Fast jede grössere Verkehrsstörung in Zürich HB kann sich auf den Bahnverkehr im ganzen Land auswirken. Poetisch ausgedrückt: Wenn die Bahn ein Herz hat, schlägt ihr Puls in Zürich.

Rund 350'000 Reisende benützen täglich die wichtigste Drehscheibe des Bahnverkehrs der Schweiz. 1900 Züge fahren täglich auf den 20 oberirdischen Kopfgleisen in Zürich HB ein und aus.

Dazu kommen vier unterirdische, durchgehende und zwei Kopfgleise der S-Bahn, die ebenfalls durch den Hauptbahnhof von Zürich führen.

Zürich HB bald an Kapazitätsgrenze

Verkehrsexperten und Planer sind davon überzeugt, dass der Zürcher Hauptbahnhof bald an die Grenzen seiner Kapazität stösst. Sie gehen davon aus, dass bis im Jahr 2020 jeden Tag mehr als eine halbe Million Passagiere und Passanten den Hauptbahnhof benützen werden.

Ein neuer Durchgangsbahnhof soll - als Teil eines urbanen Verkehrskonzepts - zusätzliche Kapazitäten schaffen. Die projektierte "Durchmesserlinie" von Zürich-Altstätten nach Zürich HB und weiter nach Oerlikon bildet das Herzstück eines koordinierten und vernetzten Ausbaus der Bahninfrastruktur im Wirtschafts- und Lebensraum Zürich.

Mehr Züge, kürzere Reisezeiten

Der neue Durchgangsbahnhof stärkt die Ost-Westachse des nationalen Schienennetzes, fördert die Leistungsfähigkeit der S-Bahn und verkürzt die Reisezeiten auf beiden Netzen.

Die geplante neue Strecke umfasst eine fast 10 Kilometer lange Doppelspur und einen zweiten, 16 Meter unter der Erdoberfläche geführten, viergleisigen Durchgangsbahnhof.

Die Kosten des Bahn-Grossprojekts belaufen sich auf 1,5 Mrd. Franken. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kantons Zürich haben bereits vor fünf Jahren mit einer grossen Mehrheit einen Kredit von 580 Mio. Franken (40% der Kosten) für das Vorhaben bewilligt.

Im Rahmen einer Leistungsvereinbarung sollen die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Bund die restlichen Kosten für den Durchgangsbahnhof in Zürich übernehmen.

Zürich sagte Ja - SBB und Bund debattieren

Die Mittel für das Bahnprojekt sollen aus dem eidgenössischen Infrastrukturfonds kommen, der mit Benzinzöllen und aus Einnahmen aus dem Verkauf der Autobahnvignetten geäufnet wird. Nächstens soll die Finanzierung des Durchgangsbahnhofs im Nationalrat, der grossen Kammer des Schweizer Parlaments, zur Sprache kommen.

Umstritten bei der parlamentarischen Debatte ist, wie viele Mittel der Bund für die Schiene und wie viel für die Strasse einsetzen soll. Die Bauherrschaft warnt vor möglichen Verzögerungen beim Bau des Durchgangsbahnhofs.

Wenn die neuen Linien wie geplant im Jahr 2013 fertig sein sollen, müsste die Zusicherung für die Finanzierung auf Seiten von Bahn und Bund rasch erfolgen.

Mehr Züge, höhere Taktfrequenzen

Die neu zu bauenden Schienen und Tunnel des Durchgangsbahnhofs sind auf eine Kapazität von 540 Zügen pro Tag, verteilt auf 18 Betriebsstunden, ausgelegt. Im Vergleich zu den Taktfrequenzen vor dem Ausbau schafft der Durchgangsbahnhof zusätzliche Kapazitäten von 20 Zügen und Richtung pro Stunde. Gesamthaft wird der Durchgangsbahnhof einst 30 Züge pro Stunde "schlucken".

Der projektierte Durchgangsbahnhof in Zürich gilt als "kostengünstiges" Vorhaben. Erfahrungsgemäss kostet eine Minute Fahrzeitgewinn auf dem schweizerischen Schienennetz geschätzte Investitionen von rund 100 Mio. Franken.

swissinfo, Erwin Dettling, Zürich HB

Fakten

Im HB Zürich verkehren täglich rund 350'000 Reisende.
Auf den 20 oberirdischen Kopfgleisen fahren pro Tag 1900 Züge ein und aus.
Im neuen unterirdisch angelegten Durchgangsbahnhof sollen zusätzlich 540 Züge täglich abgefertigt werden.
Er soll 1,536 Milliarden Franken kosten.
Die Kosten teilen sich SBB (60%) und Kanton Zürich (40%).

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