Zufriedenheit mit Bundesrat auf Rekordtief

Fast 60% der Schweizer Bevölkerung sind in der aktuellen Krise nicht zufrieden mit der Politik des Bundesrats. Das zeigt das neuste Barometer von L'illustré. Laut der Westschweizer Zeitschrift ist die Zustimmung so tief wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Dieser Inhalt wurde am 18. November 2009 - 11:44 publiziert

Lediglich 42% von 600 Stimmberechtigten unterstützen die Politik der Landesregierung. Deutschschweizer gehen mit dem Bundesrat härter ins Gericht als Romands: In der Deutschschweiz äusserten sich 61% negativ, in der Westschweiz lediglich 50%.

Bundespräsident Merz sagten in aktuellen Umfrage noch 41% ihre Unterstützung zu gegenüber 79% vor einem Jahr. Im Rating fiel Merz gegen Ende seines von den Auseinandersetzungen um die Wirtschaftskrise, die Libyen-Affäre und das Schweizer Bankgeheimnis geprägten Präsidialjahres auf den sechsten Platz zurück.

Schlechter als er schnitt nur noch der Ende Oktober zurückgetretene Pascal Couchepin ab. Zum Zeitpunkt seines Rücktritts wurde Couchepins Politik von 72% der Befragten abgelehnt - kurz zuvor war die starke Erhöhung der Krankenkassenprämien für 2010 bekannt geworden.

Angeführt wird die Rangliste von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf mit 85% Zustimmung. Die hinter ihr klassierten Bundesräte haben gegenüber dem Vorjahr die Plätze getauscht.

Mit 81% Zustimmung überholte Ueli Maurer Doris Leuthard (74%) und liegt nun auf dem zweiten Platz. Moritz Leuenberger erhielt 63% Zustimmung, etwas mehr als seine Parteikollegin Micheline Calmy-Rey mit 61%.

Das Barometer wurde vom Lausanner Institut M.I.S. Trend zwischen dem 28. Oktober und dem 4. November erstellt. Befragt wurden 600 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren, je die Hälfte in der Deutschschweiz und in der Westschweiz.

swissinfo.ch und Agenturen

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