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Zweiter Wahlgang im Kanton Jura nötig

Erst am 12. November ist im Kanton Jura die neue Regierung bekannt.

(Keystone)

Bei den Regierungsratswahlen im Kanton Jura hat keiner der 14 Kandidierenden das absolute Mehr erreicht. In Front liegen die beiden Bisherigen Laurent Schaffter und Elisabeth Baume-Schneider.

Die Stichwahl findet am 12. November statt. Der Freisinn hat gute Chancen, den 2002 verlorenen Sitz wieder zurück zu erobern.

Drei Mitglieder der jurassischen Kantonsregierung hatten demissioniert. Bei der Neubestellung liegt nach dem ersten Wahlgang vom Sonntag der bisherige Laurent Schaffter von den Christlichsozialen mit 12'800 Stimmen (47.2%) an der Spitze.

Auf Platz zwei liegt die Sozialdemokratin Elisabeth Baume-Schneider, die als Bisherige auf 12588 Stimmen kam (46.4%). Das absolute Mehr lag bei 13'562 Stimmen, die Stimmbeteiligung bei 51,9%.

Zurück zu alten Kräfteverhältnissen?

An dritter Stelle folgt der einzige Kandidat der Freisinnigen (FDP), Michel Probst, der 11'015 Stimmen totalisierte. Die FDP hatte vor vier Jahren ihren Regierungsrats-Sitz an die SP verloren. Nun besteht die Chance, der SP diesen Sitz im zweiten Wahlgang vom 12. November wieder abzuluchsen.

Auf den Plätzen vier und fünf sind die beiden Christlichdemokraten (CVP) Charles Juillard mit 9878 und Philippe Receveur mit 7867 Stimmen ebenfalls gut positioniert.

Abgeschlagen

Überraschend distanziert wurde der Sozialdemokrat Pierre-André Comte. Der Generalsekretär des Mouvement autonomiste jurassien kam mit 5095 Stimmen (18,8%) nur auf den achten Rang.

Zum ersten Mal um einen Sitz in der Regierung bewarb sich die Schweizerische Volkspartei (SVP). Ihr Kandidat kam mit 2572 Stimmen aber nur auf dem zweitletzten Platz. Insgesamt standen für die fünfköpfige Regierung 14 Kandidierende zur Wahl.

Neben der Regierung wählten die Jurassierinnen und Jurassier auch ein neues Kantonsparlament. Die definitiven Resultate liegen noch nicht vor. Es wird aber allgemein erwartet, dass die Rechte ihre Mehrheit halten kann. Spannend ist die Frage, ob die Grünen zulegen können, wie jüngst in anderen Kantonen.

Premiere für Ausländer

Erstmals konnten die Ausländer im Kanton Jura an Wahlen teilnehmen, dies nachdem das Kantonsparlament im letzten Mai ein entsprechendes Gesetz angenommen hatte. Zuvor hatte die ausländische Bevölkerung nur bei kantonalen Abstimmungen und Wahlen auf Gemeindeebene mitmachen dürfen.

CVP bleibt stärkste Partei

Die CVP hat bei der Neuwahl des jurassischen Kantonsparlament zwar ein Mandat verloren, bleibt aber mit 19 Sitzen die stärkste Partei. Dies zeigen die definitiven Ergebnisse des Wahlsonntags.

Zweitstärkste Partei ist weiterhin die SP mit 13 Sitzen (-2), vor der FDP mit 11 (-1) und den unabhängigen Christlichsozialen mit 9 (+1). Neu im Parlament vertreten sind die Grünen mit zwei Abgeordneten.

Auch die SVP konnte zulegen und verfügt nun über drei Mandate. Unverändert bleiben die Partei der Arbeit (PdA) mit zwei Sitzen und Combat Socialiste mit einem Sitz.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Da die Wahl sehr offen war, betrug die Beteiligung gute 51,9%.

Das ist aber immer noch weniger als bei den Wahlen 1998 (55,2%) oder 1994 (58%).

Gemäss neuem jurassischem Wahlrecht konnten erstmals Ausländer an Wahlen auf Kantonsebene teilnehmen. Diese müssen zehn Jahre in der Schweiz gelebt haben, davon ein Jahr im Jura.

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Der jüngste Kanton

Der Kanton Jura wurde 1979 gegründet.

Beim Wiener Kongress 1815 wurde der franzöischsprachige und katholische Jura vom Bistum Basel zum Kanton Bern geschlagen, der deutschsprachig und protestantisch ist.

Die autonomistische Bewegung für einen eigenen Kanton (Separatisten) gewann in den 1960er-Jahren an Gewicht. 1978 hiess das Schweizer Stimmvolk die Abspaltung vom Kanton Bern zugunsten eines eigenständigen Kantons Jura gut.

Berntreue Bezirke wählten aber den Weiterverbleib beim Kanton Bern. Der Kanton Jura strebt den Anschluss dieser Bezirke an (Jurafrage).

Die ehemals grossen Spannungen unter den Bevölkerungsgruppen haben sich grösstenteils gelegt, auch dank der interjurassischen Versammlung, die ihnen als Dialogplattform dient.

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