WEF 2017 und der Sport Andres Ambühl

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Andres Ambühl ist als sechsfacher Landesmeister einer der erfolgreichsten Schweizer Eishockeyspieler. Er ist gebürtiger Davoser und Captain des Hockey Club Davos. Er kennt das WEF seit kleinauf. (Kristian Kapp, swissinfo.ch)

Zwei Anlässe machen im Ausland Davos berühmt: Das WEF und der Spengler Cup. Letzteres ist das traditionsreichste Eishockey-Klubturnier der Welt, der Hockey Club Davos der Gastgeber. Der Verein ist mit 31 nationalen Titeln Schweizer Rekordmeister. Mit Andres Ambühl amtet ein echter Davoser als Captain. Er selbst wurde sechs Mal Champion und ist damit unter den noch Aktiven der erfolgreichste Schweizer Eishockeyspieler. In Davos geboren, hat Ambühl nur vier Saisons ausserhalb seines Heimatortes gespielt und das World Economic Forum entsprechend oft hautnah erlebt.

Ambühl wuchs im Davoser Seitental Sertig auf und kam deshalb erst mit 12 Jahren erstmals richtig mit dem WEF in Kontakt. Er erinnert sich noch gut an diese Zeiten: "Die Kontrollen waren eher strenger als heute. Es kam vor, dass du auch als 14-Jähriger mitten auf der Strasse angehalten wurdest und dich ausweisen musstest."

Auch für den Hockey Club hatte das WEF damals Folgen: "Ich spielte bei den Junioren, wir konnten in der WEF-Woche nicht trainieren. Das Militär parkierte in der Eishalle Autos." Mittlerweile hat sich die Situation zwar etwas verbessert. Das Militär nimmt nur noch die Garderobe für die Gastklubs in Beschlag, die Eisfläche bleibt frei: "Wir können zwar trainieren, aber nicht bis zur Halle fahren", erklärt Ambühl. Eine Einschränkung ist geblieben: Der Hockey Club kann während des WEF keine Heimspiele austragen und spielt nur auswärts.

Ambühl gehört nicht zu den Gegnern des WEF. "Ohne das Forum würde vielen hier eine grosse Einnahmequelle fehlen. Die meisten profitieren: Zum Beispiel die Firmen, die beim Aufbau des WEF mitwirken. Oder die Geschäfte, die ihre Läden während des Forums an WEF-Teilnehmer vermieten." Während des WEF ist es in den letzten Jahren ruhiger geworden.

Ambühl hat als Teenager die wilden Zeiten miterlebt, als Demonstrationen und Sachbeschädigungen eine Begleiterscheinung des WEF waren. "Wenn du so jung bist, stören dich solche Sachen nicht wirklich", erzählt er mit einem Lachen. "Im Gegenteil: Meine Freunde und ich waren jeweils neugierig, was da wieder passiert. Uns wurde aber auch eingeprägt: Am Samstag jeweils lieber nicht in die Stadt gehen, weil es meistens an jenem Tag zu Unruhen kam." Diese Zeiten sind heute vorbei.