Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Der Wolf ist da

Das Wolfs-Projekt Schweiz macht sich Gedanken über eine mögliche Verschärfung der Gesetzgebung zum Schutz der Schafe. Hier im Bild ein Wolf in einem Tierpark in der Waadt.

(Keystone Archive)

Die Wölfe erobern sich die Schweiz zurück. Gemäss einer Studie der Lausanner Universität (UNIL) lebten schon sieben Tiere hier - mehr als erwartet.

Deshalb sollen Schafherden in Zukunft besser vor dem Raubtier geschützt werden. Nach Angaben von Luca Fumagalli vom Laboratorium für Biologie und Artenschutz der Universität Lausanne ergaben seine Untersuchungen, dass sich zwischen November 1998 und November 2000 mindestens sieben Wölfe - alles Männchen - im Wallis befanden.

Mitgezählt sind ein bei Reckingen erlegter und ein am Simplon überfahrener Wolf. Klar sei, dass mehr Tiere ins Wallis einwanderten als bisher angenommen, sagte Fumagalli. Bisher sei man von drei Tieren ausgegangen.

Das falsche Tier erschossen

Das Lausanner Laboratorium hatte in seiner Studie Exkremente untersucht, welche die Wölfe bei ihren Überfällen auf Schafherden zurückgelassen hatten, wie die Westschweizer Zeitschrift "L'Hebdo" in ihrer jüngsten Ausgabe schrieb.

Die Studie kommt weiter zum Schluss, dass die Walliser Jäger im Val d'Hérens nicht jenes Tier abschossen, für das eine Abschussbewilligung erteilt worden war. Der Wolf, der in der Gegend mindestens 320 Schafe und Gämsen gerissen haben soll, dürfte sich somit noch immer auf freiem Fuss befinden.

Die Zeit der Schäferhunde

Nicht identifiziert werden konnte ein im gleichen Jahr im Walliser Turtmanntal erlegter Wolf. Das Tier wurde vermutlich tödlich verletzt, aber nie gefunden. Auch hier lag eine Abschussbewilligung vor. Seit Sommer 2000 kam es im Wallis zu keiner vergleichbaren Häufung von Schafrissen mehr.

Dies spricht laut Jean-Marc Weber, Verantwortlicher des Wolfs-Projekts Schweiz, für ein Umdenken bei der Schafhaltung. Es sollten Hirten und Herdenschutzhunde eingesetzt werden, wie dies auch Umweltverbände fordern.

Den Wolf im Visier

Sollten sich Wölfe dauerhaft in der Schweiz niederlassen, werde das Wolfs-Projekt Schweiz auf eine Verschärfung der Gesetzgebung zum Schutze der Schafe hinarbeiten, wie der Projektverantwortliche Jean-Marc Weber sagte.

Ein Entwurf ist zur Zeit in Vernehmlassung. Demnach soll ein Wolf künftig nur noch 25 statt der bisher 50 Tiere reissen dürfen, bis die Jäger ihn abschiessen dürfen.

Fumagalli hinterfragt die Aussagekraft einer Abschusslimite von 50 getöteten Schafen. Da sich am Ort des Geschehens im Val d'Herens im besagten Zeitraum drei Wölfe aufhielten, sei unklar, wie viele Risse auf das Konto eines einzigen Tieres gingen. Weber sieht dagegen keine andere praktikable Lösung.

Halali im Ständerat

Die Schafrisse im Wallis und später im Kanton Graubünden hatten die Gemüter erhitzt. Letzten Oktober war im bündnerischen Bergell ein Wolf erschossen worden, der innerhalb eines knappen halben Jahres über 100 Schafe, Geissen und Hirsche gerissen haben soll.

Auch hier wertet Fumagalli genetische Proben aus. Dieser Fall hatte zu einem parlamentarischen Nachspiel geführt. Der Ständerat überwies im vergangenen Dezember eine Motion des Bünder CVP-Politiker Theo Maissen, der damit den geschützten Wolf zum Abschuss freigeben will. Der Nationalrat (die grosse Kammer) muss sich mit der Motion noch befassen.

Die dicht besiedelte Schweiz sei für den Wolf nicht geeignet, hatte der Bündner Maissen seinen Vorstoss an die Landesregierung begründet. Umwelt-Organisationen sprachen von einem falschen Signal.

swissinfo und Agenturen

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.