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Wie hoch ist der Durchschnittslohn für einen Manager im mittleren Kader der Pharma-Industrie? Wie viele Stunden arbeiten die Schweizer pro Woche? Was ist der 13. Monatslohn? Finden Sie mehr dazu in diesem Kapitel.

Die Lebenskosten in der Schweiz gehören zu den höchsten der Welt, das gilt aber auch für die Löhne.

Die Löhne werden in der Regel einmal im Monat ausbezahlt, dazu kommt oft ein 13. Monatslohn, der meist im Dezember ausbezahlt wird. Wer nicht ein ganzes Jahr gearbeitet hat, erhält als 13. Monatslohn eine entsprechende Pro-Rata-Zahlung, bei neun Monaten Arbeit also drei Viertel eines Monatslohns.

Der 13. Monatslohn ist ein Bestandteil des vertraglich vereinbarten Lohns, keine Bonuszahlung.

Bruttolohn

In der Schweiz gibt es keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Einzelne Branchen haben aber über so genannte Gesamtarbeits-Verträge (GAV) Mindestlöhne festgelegt, etwa in der Hotellerie und der Gastronomie.

Der beim Abschluss eines Arbeitsvertrags ausgehandelte Lohn ist ein Bruttolohn. Von diesem werden die obligatorischen Sozialversicherungs-Abgaben abgezogen.

Zu diesen gehören Beiträge zur Alters- und Invalidenversicherung, zur Arbeitslosenversicherung und zur Pensionskasse (so genannter 2. Pfeiler der Altersvorsorge, Details siehe unter Sozialabgaben weiter unten).

Der Nettolohn liegt schliesslich etwa 13 bis 20% tiefer als der Bruttolohn. Staatsangehörigen aus Nicht-EU-/EFTA-Staaten wird zudem die Einkommenssteuer direkt vom Lohn abgezogen (Quellensteuer).

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hat einen Lohnrechner entwickelt, mit dem man eine etwas konkretere Idee über die Höhe eines Gehalts gewinnen kann, das für bestimmte Funktionen in bestimmten Branchen etwa zu erwarten ist. Lohnrechner auf der SGB-Website.

Sozialabgaben

Die Sozialabgaben, die vom Bruttolohn abgezogen werden, setzen sich aus folgenden Beiträgen zusammen:

  • Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV) und Erwerbsersatzordnung (EO): 5,05% des Bruttolohns (ohne Obergrenze)
  • Arbeitslosenversicherung (ALV): 1% des Lohns (bis max. 126'000 Franken pro Jahr)
  • Berufsvorsorge (BVG): Je nach Renten-Versicherung und Alter des Versicherten etwa 7,5% des versicherten Lohns
  • Nichtbetriebsunfall-Versicherung (NBU): je nach Branche zwischen 0,7 und 3,4% des Lohns (bis maximal 126'000 Franken pro Jahr)

An den Sozialabgaben beteiligen sich auch die Arbeitsgeber, die zugunsten des Angestellten Beiträge in derselben Höhe an die oben aufgeführten Versicherungen einzahlen. Davon ausgenommen ist die Nichtbetriebsunfall-Versicherung.

Anders als in vielen Ländern wie zum Beispiel in Deutschland oft der Fall, gehören Beiträge an die obligatorische Krankenversicherung nicht zu den Sozialabzügen. Die Krankenversicherung ist in der Schweiz obligatorisch, sie wird von den Versicherten aber selber abgeschlossen. Die Wahl der Versicherung und der Versicherungsform ist frei, die Beiträge unterscheiden sich je nach Wohnort und Versicherung (Details siehe unter "Sozialversicherungen").

Arbeitsvertrag

Vom Gesetz her haben Arbeitsverträge keine besondere Form.

Oft basieren Arbeitsverträge auf einem Gesamtarbeits-Vertrag (GAV), was in Deutschland etwa dem Tarifvertrag, in Österreich dem Kollektivvertrag entspricht. Ein GAV ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen einem oder mehreren Arbeitgebern oder deren Berufsverbänden und den Gewerkschaften und enthält Bestimmungen über das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. In einem GAV werden Bereiche wie Löhne, 13. Monatslohn, Ferien, Arbeitszeit-Vorschriften und längere Kündigungsfristen geregelt, die dann für den individuellen Arbeitsvertrag Gültigkeit haben.

  • Unbefristete Verträge können von beiden Seiten unter Einhaltung der vorgeschriebenen Fristen und Termine gekündigt werden. Die kündigende Partei muss ihren Schritt begründen, wenn die andere Seite dies verlangt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können auch jederzeit die Auflösung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen beschliessen.
  • Kündigungsfristen: Während der Probezeit (in der Regel drei Monate) können beide Seiten den Arbeitsvertrag unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sieben Tagen auflösen. Nach der Probezeit gilt im ersten Arbeitsjahr eine Frist von einem Monat, im zweiten bis neunten Arbeitsjahr zwei Monate, danach drei Monate. Diese Fristen können durch schriftliche Vereinbarungen oder einen GAV verlängert werden.
  • Kündigungsschutz: Das Schweizer Obligationenrecht (OR) nennt einige Tatbestände, die als missbräuchliche Kündigungsgründe gelten. Dazu gehören Persönlichkeits-Aspekte wie Geschlecht, sexuelle Ausrichtung, die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei oder einer religiösen Gruppe, Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. Zudem besteht nach Ablauf der Probezeit ein Kündigungsschutz während einer Schwangerschaft und bis 16 Wochen nach der Geburt sowie bei Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit oder unverschuldetem Unfall.

Mehr Informationen zu Arbeitsrecht und Arbeitsverträgen sind auf dem von der Regierung betriebenen Portal für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu finden.

Arbeitszeiten und Ferien (Urlaub)

Die Dauer der Arbeitszeit für Lohnabhängige in der Schweiz ist gesetzlich geregelt. Die gesetzliche Höchstarbeitszeit für Angestellte in Industriebetrieben, für Büropersonal, technisches Personal und übrige Angestellte inklusive Verkaufspersonal in grossen Detailhandels-Unternehmen liegt bei 45 Stunden pro Woche. Für alle anderen nicht selbstständig Beschäftigten liegt die Obergrenze bei 50 Stunden.

Überstunden müssen in der Regel mit 125% entlöhnt oder in Absprache mit dem Angestellten mit freien Tagen kompensiert werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können sich selber einigen, wie die Kompensation erfolgt.

Für temporäre Arbeitszeit in der Nacht, an Sonn- oder Feiertagen besteht ein Anrecht auf eine spezielle Entschädigung. Für regelmässige Nachtarbeit sieht das Arbeitsrecht einen Zeitzuschlag von 10% vor, der mit freier Zeit kompensiert werden muss und nicht in Geld ausbezahlt werden darf (ausser bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses).

Auch das Recht auf Ferien ist in der Schweiz gesetzlich geregelt: Angestellte und Lehrlinge bis zum vollendeten 20. Altersjahr haben Anrecht auf mindestens 5 Wochen Urlaub, Angestellte und Lehrlinge ab dem 20. Altersjahr auf mindestens vier Wochen. Diese Minimaldauer kann durch vertragliche Vereinbarungen verlängert werden. Gesamtarbeits-Verträge sehen oft längere Ferien vor, vor allem für Arbeitnehmende, die seit langem im selben Betrieb arbeiten.

Weitere Gründe für Urlaub:

  • Krankheitsbedingter Urlaub: Generell verlangen Arbeitgeber ein Arztzeugnis, wenn jemand länger als drei Tage wegen Krankheit nicht zur Arbeit erscheint. Arbeitgeber sind vom Gesetz her verpflichtet, Angestellten, die wegen Erkrankung nicht arbeiten können, für eine befristete Zeit den Lohn weiter zu zahlen.
  • Zudem gibt es eine Reihe anderer Arten von Urlaub, darunter den so genannten Jugendurlaub: Dieser garantiert Angestellten und Lehrlingen unter 30 Jahren, die sich freiwillig in Jugendprojekten engagieren, fünf zusätzliche freie Tage. Auch sind die Arbeitgeber verpflichtet, Angestellten bei Heirat, Geburt, Tod von nahen Verwandten oder Bekannten oder für einen Wohnungsumzug Freitage zu gewähren.

Angestellte und selbstständig erwerbende Frauen haben Anrecht auf einen Mutterschaftsurlaub. Dies gilt auch für Frauen, die gegen Barauszahlung im Betrieb ihres Ehemannes arbeiten. Während 14 Wochen nach der Geburt erhalten die Frauen 80% ihres durchschnittlichen Einkommens vor der Niederkunft. Eine Broschüre mit Detailinformationen zum Mutterschutz kann von der Website des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) heruntergeladen werden.

Teilzeitarbeit

In der Schweiz arbeiten viele, namentlich viele Frauen, Teilzeit. In Inseraten ausgeschrieben sind diese Teilzeitstellen mit Angabe in Prozenten. Eine volle Stelle entspricht 100%, in der Regel sind dies 5 Arbeitstage pro Woche. Eine 80%-Stelle entspricht somit einer Arbeitswoche mit 4 Tagen, bei 50% sind es 2,5 Tage pro Woche.

Die Gestaltung der Arbeitszeit kann je nach Stelle unterschiedlich ausfallen: Eine 50%-Stelle kann zum Beispiel auf 5 Vormittage verteilt sein, abwechselnd 2 oder 3 Tage pro Woche umfassen oder ganz andere Formen annehmen.

Die Ferienzeit bei Teilzeitstellen wird pro Rata entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gewährt. In der Praxis heisst das: auch mit einer 50%-Stelle haben Angestellte 4 Wochen Ferien, pro Kalenderwoche entfallen aber davon nur 2,5 Tage auf das Ferienkonto.

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