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Ausgefallen wohnen


Die 15 eigenartigsten Häuser der Schweiz




Wer träumt nicht manchmal davon, ganz anders zu leben als alle anderen - beispielsweise in einem Baumhaus? (swissinfo.ch)

Wer träumt nicht manchmal davon, ganz anders zu leben als alle anderen - beispielsweise in einem Baumhaus?

(swissinfo.ch)

In der Schweiz leben zwei von drei Personen in einer Mietwohnung, 57,4% der Wohnhäuser sind Einfamilienhäuser, und ein Mehrfamilienhaus hat im Durchschnitt 5 bis 6 Wohnungen.

Alles in allem leben Schweizerinnen und Schweizer also recht gewöhnlich. Aber nicht alle: Hier die für swissinfo.ch eigenartigsten Behausungen der Schweiz.


1. Wohnen im Berg

Die Villa Vals ist in den Hang hinein gebaut. (Iwan Baan/SeARCH icw CMA)

Die Villa Vals ist in den Hang hinein gebaut.

(Iwan Baan/SeARCH icw CMA)

Die Architekten dieser Villa in der Nähe von Vals (GR) wollten die schöne Berglandschaft unberührt lassen. Sie bauten das Betonhaus daher komplett in den Berg hinein.

Nur eine runde Glasfassade ist von aussen sichtbar, die auf eine 60 m2 grosse Terrasse mündet. Zur Villa gelangt man durch einen unterirdischen Tunnel, der von einem nahe gelegenen Bündner Holzhaus durch den Berg führt.

Die 2009 fertiggestellte Villa umfasst 160 m2 und wird aktuell als Hotel genutzt. Es gibt Platz für 10 Personen.


2. Wohnen in der Autobahnraststätte

Im "Fressbalken" in Würenlos hat es auch eine Wohnung. (RDB)

Im "Fressbalken" in Würenlos hat es auch eine Wohnung.

(RDB)

Im westlich von Zürich gelegenen Würenlos im Kanton Aargau erstreckt sich die älteste Autobahnraststätte der Schweiz (Baujahr 1972) über die Autobahn. Im Volksmund wird sie "Fressbalken" genannt, da sich darin nebst 19 Läden und zwei Tankstellen auch drei Restaurants befinden. Weniger bekannt dürfte sein, dass zuoberst im "Fressbalken" auch eine 4,5-Zimmerwohnung mit Terrasse vermietet wird.


3. Wohnen auf 8 m2 neben den Bahngleisen

Ein Bahnwärterhäuschen in Luzern, in dem ein Paar unbefugt lebte. (Corinne Glanzmann/Neue Luzerner Zeitung)

Ein Bahnwärterhäuschen in Luzern, in dem ein Paar unbefugt lebte.

(Corinne Glanzmann/Neue Luzerner Zeitung)

Dieses acht Quadratmeter grosse Haus in Luzern ist eigentlich nicht zum Wohnen gedacht. Bis in die 1970-er Jahre sass darin tagsüber ein Bahnwärter, um die Barriere manuell zu bedienen. Trotzdem lebte dort vor einigen Jahren ein Paar unbemerkt und relativ komfortabel mit Strom, fliessendem Wasser und einem WC, bevor es vertrieben wurde.

Für das denkmalgeschützte Häuschen interessieren sich viele potenzielle Mieter. Doch die Zentralbahn und die Schweizerischen Bundesbahnen SBB (Eigentümer von Haus beziehungsweise Boden) vermieten das Bahnwärterhäuschen nicht, sondern stellen es zurzeit einem Gärtnerverein als Abstellkammer zur Verfügung. Was mit dem Häuschen passieren wird, ist noch unbestimmt.


4. Ein Märchenhaus? Nein!

Ein anthroposophisch gestaltetes Haus in der Nachbarschaft zum Goetheanum. (Keystone)

Ein anthroposophisch gestaltetes Haus in der Nachbarschaft zum Goetheanum.

(Keystone)

Auf dem Hügel im solothurnischen Dornach nahe der Stadt Basel haben auffallend viele Wohnhäuser abgerundete Ecken und asymmetrische Dächer.

Die märchenhaft wirkende Architektur ist auf das Goetheanum zurückzuführen, das auf dem Hügel thront. Der Sitz der Anthroposophischen Gesellschaft wurde in den 1920-er Jahren nach Plänen von Rudolf Steiner (1861-1925) errichtet, über 170 weitere anthroposophische Gebäude folgten.

In der anthroposophischen Architektur sollen Häuser der Natur nachempfunden sein und natürliche Baumaterialien wie Holz verwendet werden.


5. Wohnen wie die Pfahlbauer

Im Hotel Palafitte in Neuenburg schlafen Gäste über dem See. (AFP)

Im Hotel Palafitte in Neuenburg schlafen Gäste über dem See.

(AFP)

Im Rahmen der Schweizerischen Nationalausstellung 2002 (Expo 02) wurden in Neuenburg (NE) Pavillons auf Stelzen in den See gebaut. Damit wollte man die Pfahlbauten imitieren, wie man sie sich zur Zeit der Romantik vorstellte.

Heute werden die Pavillons in Neuenburg als Luxushotel (Fünf Sterne) genutzt.


6. Wohnen in der Erde

Ein Erdhaus in Untersiggenthal AG. (AURA Fotoagentur)

Ein Erdhaus in Untersiggenthal AG.

(AURA Fotoagentur)

Der bekannte Schweizer Schauspieler Walter Andreas Müller aus Madetswil (Zürcher Oberland) hat eines, und in Dietikon (ZH) gibt es gar eine ganze Siedlung: Erdhäuser erregen in der Schweiz grosse Aufmerksamkeit. Das Haus wird dabei in die Erde gebaut, so dass die Erde vor Kälte, Regen und Wind schützt. Die von Pflanzen bewachsenen Dächer sind in der Regel begehbar.


7. Das kleinste Häuschen der Schweiz

Das kleinste Haus der Stadt Winterthur im Kanton Zürich. (Marc Dahinden/Landbote)

Das kleinste Haus der Stadt Winterthur im Kanton Zürich.

(Marc Dahinden/Landbote)

Welches ist das kleinste bewohnte Haus der Schweiz? Wir wissen es nicht. Aber dieses hier liegt nicht schlecht im Rennen: Ein Wohnhaus in Winterthur aus dem Jahr 1810 mit 33 m2 Wohnfläche und 11 m2 Garten.


8. Wohnen im Bunker

Ein ehemaliger Artilleriebunker auf dem St. Gotthardpass wurde in ein Hotel umfunktioniert. (Reuters)

Ein ehemaliger Artilleriebunker auf dem St. Gotthardpass wurde in ein Hotel umfunktioniert.

(Reuters)

Hier wohnten Schweizer nicht ganz freiwillig: Während des Zweiten Weltkriegs mussten Soldaten in diesem Artilleriebunker unter dem Gotthardpass in Airolo (Tessin) Aktivdienst leisten.

Heute ist "la Claustra" (das Kloster) ein "Seminar-Erlebnishotel" mit Restaurant, Wellnessbereich und Bibliothek. Die Räume auf 2'050 m.ü.M. sind klimatisiert, es gibt fliessend Wasser und Toiletten.

Trotzdem bleibt das "Höhlenfeeling" erhalten: Angeblich kann man in den fensterlosen Katakomben Moder riechen und Niesel oszillieren sehen.


9. Wohnen unter goldenem Dach

Dieses Haus im solothurnischen Olten hat ein goldenes Dach - zum Ärger von Behörden und Bürgern. (SRF)

Dieses Haus im solothurnischen Olten hat ein goldenes Dach - zum Ärger von Behörden und Bürgern.

(SRF)

Wer im Zug an Olten im Kanton Solothurn vorbeifährt, sieht ein goldenes Dach am Fluss glitzern. Das 2009 erstellte Haus ist in der ganzen Schweiz bekannt.

Bald wird jedoch niemand mehr unter einem goldenen Dach wohnen, denn die Baubewilligung für das Dach wurde von den Behörden widerrufen.

Nach einem aufsehenerregenden Rechtsstreit hat das Bundesgericht als letzte Instanz entschieden, dass das Dach abgerissen werden muss.


10. Wohnen in der Höhle

Im Krauchthal wurden zwei Wohnungen in eine Felshöhle gebaut. (swissinfo.ch)

Im Krauchthal wurden zwei Wohnungen in eine Felshöhle gebaut.

(swissinfo.ch)

Im Krauchthal (BE) wurden Holzhäuser im lokalen Bauernhausstil direkt in zwei Felshöhlen hinein gebaut. Die Höhlen sind seit Langem bewohnt, ein erstes "Baugesuch" für ein Haus in der Höhle wurde im Jahr 1565 gestellt.

Die Felsenwohnungen sind so bekannt, dass der Schweizer Schriftsteller Jeremias Gotthelf (1797-1854) sie in einer seiner Erzählungen erwähnte.

Erreichbar sind die Wohnungen nur über einen Wanderweg oder eine Seilbahn. Die heutigen Besitzer vermieten bei airbnb Zimmer für Übernachtungen.


11. Wohnen in einer ehemaligen Kirche

Diese alte Kapelle in Teufen AR wurde zu einem Wohnhaus umgebaut. (Markus Bertschi)

Diese alte Kapelle in Teufen AR wurde zu einem Wohnhaus umgebaut.

(Markus Bertschi)

In der Schweiz gehen immer weniger Leute in die Kirche. Die Folge: Leerstehende Kirchen werden verkauft und zu Wohnhäusern umgebaut. Ein Beispiel: Familie Koller wohnt in Teufen AR in einer ehemaligen methodistischen Kapelle mit Baujahr 1908.


12. Wohnen am Abgrund

Das Berggasthaus Aescher im Kanton Appenzell-Innerrhoden. (Keystone)

Das Berggasthaus Aescher im Kanton Appenzell-Innerrhoden.

(Keystone)

Die Familie Knechtle wohnt und wirtet mit zwei kleinen Kindern im Restaurant "Aescher" im Appenzeller Alpstein (AI).

Das Haus wurde 1846 unter den Fels gebaut und seither mehrmals renoviert.

Ein Foto des Hauses ziert sogar das Cover eines Buches von "National Geographic" über die schönsten Reiseziele.


13. Wohnen im Schloss

Das "Château de Bavois" steht zurzeit zum Verkauf. (swisscastles.ch)

Das "Château de Bavois" steht zurzeit zum Verkauf.

(swisscastles.ch)

Dieses Märchenschloss aus dem 19. Jahrhundert steht im Moment zum Verkauf. Das Schloss befindet sich in Bavois (Waadt) zwischen Lausanne und Genf.

Es umfasst ein Grundstück von 28'457 m2, 18 Zimmer und einen Swimming-Pool.


14. Wohnen auf der Brücke

Eines der vier Zollhäuser auf der Nydeggbrücke in Bern. (swissinfo.ch)

Eines der vier Zollhäuser auf der Nydeggbrücke in Bern.

(swissinfo.ch)

Die vier Pavillons auf der Nydeggbrücke wurden 1843 gebaut, um von Durchreisenden Zölle einzuziehen. Nur zehn Jahre später wurden die Brückenzölle abgeschafft und die Zollhäuser verloren ihren Zweck. Sie wurden daher teilweise als Wohnungen vermietet – bis heute.


15. Wohnen im Wald-Wolkenkratzer

In Chavannes-Près-Renens (Waadt) wird bald ein bewaldetes Hochhaus gebaut. (Stefano Boeri Architetti)

In Chavannes-Près-Renens (Waadt) wird bald ein bewaldetes Hochhaus gebaut.

(Stefano Boeri Architetti)

Zwar ist es noch Zukunftsmusik, dafür umso spektakulärer: In Chavannes-près-Renens bei Lausanne (Waadt) wird bald ein bewaldetes Hochhaus gebaut.

Im "Tour des Cèdres" (Zedernturm) sollen auf Balkonen und an der Fassade Büsche, Sträucher und Bäume wachsen. Geplant ist, dass die Zedern, Eichen und Ahornbäume bis zu vier Stockwerke hoch werden.

Die Pflanzen sollen Feinstaub filtern sowie Sauerstoff produzieren und damit für eine bessere Wohnqualität sorgen.

Der Architekt Stefano Boeri hat in Mailand zwei ähnliche Türme verwirklicht. 2020 soll der höchste Wolkenkratzer der Romandie (117 Meter) fertig sein.

Weil das Projekt umstritten war, konnten sich die Stimmberechtigten der Gemeinde 2014 zu dem aussergewöhnlichen Wald-Wolkenkratzer äussern – über 60 Prozent stimmten zu.


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