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Indien und Schweiz: Gute Beziehungen ausbauen

Ehrengarde für den hohen Gast: Abdul Kamal (r.) und Samuel Schmid auf dem Bundesplatz.

(Keystone)

Die guten Kontakte zwischen Indien und der Schweiz sollen weiter ausgebaut werden, insbesondere auf dem Gebiet von Wissenschaft und Technik.

Das ist das Fazit aus dem Staatsbesuch des indischen Präsidenten Abdul Kalam in Bern.

Indiens Staatspräsident Abdul Kalam hat seinen Staatsbesuch in der Schweiz am Samstag mit einem Ausflug ins Berner Oberland beendet. Die Berge präsentierten sich perfekt, wie sie auch in Bollywood-Filmen nicht schöner zu bestaunen sind. Der 73-Jährige versuchte sich bei einem Empfang gar als Alphornbläser und genoss eine Fahrt über den Brienzersee.

Den Vormittag hatte der Physiker und Raketentechniker auf den Spuren von Albert Einstein begangen: Er besuchte das Haus in der Berner Altstadt, in dem der Begründer der Relativitätstheorie von 1903 bis 1905 eine Wohnung gemietet hatte.

Begleitet wurde er vom Bundespräsidenten Samuel Schmid. Mit diesem hatte Kalam am Vortag die offiziellen Gespräche seiner Visite geführt. Im Zentrum standen die Beziehungen zwischen der Eidgenossenschaft und dem indischen Subkontinent.

Indiens Bedeutung für die Schweiz wächst

"Wir müssen die Zusammenarbeit vor allem auf dem Gebiet der Wissenschaften und der Technik fördern. Hier gilt es, direkte Kanäle zwischen den indischen und schweizerischen Partnern einzurichten", zog Kalam Bilanz.

Im Gegenzug erklärte Bundespräsident Samuel Schmid, der Besuch des indischen Staatspräsidenten sei Ausdruck der wachsenden Bedeutung Indiens für die Schweiz. Kalams Visite sei ebenso ein Zeichen für die enge Verbindung der beiden Staaten, die seit der Gründung des modernen Indiens 1947 bestünden.

Investitionen fördern

Befriedigt äusserte sich Kalam auch über die Kooperation beim Handel: Was Investitionen anbelange, seien die Möglichkeiten zu verbessern. Beide Länder seien aufgerufen, ein gutes Investitionsklima zu schaffen.

Kalam appellierte deshalb daran, den derzeitigen Schwung in den gegenseitigen Beziehungen zu bewahren. Er lud darum den Bundespräsidenten zu einem Besuch in Indien ein.

Erst letzte Woche hatte die Schweizer Regierung die neue Strategie verabschiedet, wonach sie im Interesse der Schweizer Wirtschaft die Beziehungen zu den USA, Indien und China erweitern will.

Divergenzen punkto UNO-Sicherheitsrat...

Der indische Präsident warb in der Schweiz auch um den Einsitz seines Landes in einen erweiterten UNO-Sicherheitsrat. Schmid signalisierte in dieser Frage aber kein Entgegenkommen.

Die Schweiz begrüsse zwar die Erweiterung des Gremiums, doch seien vorerst aber noch zahlreiche Fragen zu klären. "Erst danach wird sich die Schweiz über Kandidaten für die Sitze äussern."

... und Visa-Erleichterungen

Auch punkto Visa-Erleichterungen für indische Touristen – immerhin stellten diese mit 80'000 im letzten Jahr die drittgrösste Gästegruppe in der Schweiz – konnte Schmid keine verbindlichen Zusagen machen.

"Wir sind sehr glücklich über die vielen indischen Touristen und Filmproduktionen in der Schweiz", sagte der Bundespräsident. Eine Lösung sei zwar noch nicht spruchreif, aber er werde sich dafür einsetzen, sicherte er zu.

Der Hintergrund: Die Schweiz hat in Indien nur zwei Konsulate, eines in Delhi und eines in Bombay. Wer ein Visum für die Schweiz erwerben wolle, müsse lange Reisen, viel Geduld im Umgang mit der Bürokratie aufwenden, und dazu erst noch ziemlich viel Geld, wie ein indischer Journalist an der Medienkonferenz klagte.

Leutseliger Gast

Vor den Gesprächen mit den Bundesräten wurde Kalam mit militärischen Ehren auf dem Bundesplatz in Bern offiziell empfangen. Dabei wurde der "Vater" der indischen Atombombe von den Zuschauern, darunter vielen Landsleuten, begeistert begrüsst.

Der in Indien verehrte Präsident liess in der Berner Nachmittagshitze das Protokoll Protokoll sein, nahm ein Bad in der Menge und schüttelte vielen Zuschauern die Hände.

swissinfo, Renat Künzi

Fakten

Abdul Kalam ist der erste indische Staatspräsident seit 1970, der die Schweiz besucht.
2003 hatte der damalige Schweizer Bundespräsident Pascal Couchepin Indien besucht.
Seit 1998 weilten drei Schweizer Bundesräte in Indien.

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In Kürze

Indiens Präsident weilte seit Mittwoch in der Schweiz. Im Zentrum des Staatsbesuchs stand der offizielle Empfang durch den Gesamtbundesrat am Freitag.

In den politischen Gesprächen bekräftigten Indien und die Schweiz, ihre bereits engen Beziehungen weiter zu intensivieren.

Der Präsident, der auch als "Vater" der indischen Atombombe gilt, besuchte das Nuklearforschungs-Zentrum CERN bei Genf, die Wohnung von Albert Einstein in Genf und das Berner Oberland.

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