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Mein "Freund", der Bundesrat

Die Schweizer Regierung kommt unters Volk.

(Keystone)

Surferinnen und Surfer können virtuell, wenn auch inoffiziell, der Schweizer Regierung auf den Zahn fühlen. Dank der Netzwerk-Website Facebook.

Ein Wirtschafts-Student aus Neuenburg hat die Profile der sieben Regierungsmitglieder veröffentlicht. Der Bundesrat hat noch nicht offiziell darauf reagiert.

Bertil Suter heisst der Mann hinter diesem Coup. Er hat die Profile der einzelnen Regierungsmitglieder im Dezember geschaffen.

Dies, nachdem ihm die Popularität anderer Persönlichkeiten wie Roger Federer auf Facebook aufgefallen war.

"Man findet keine wichtigen Schweizer Politiker auf Facebook", sagt Suter gegenüber swissinfo. "Meine Aktion ist ein Versuch, die Schweizer Politik etwas aktiver ins Internet zu bringen."

Laut Suter haben die meisten Politiker und Parteien auf ihren Websites nicht viel mehr zu bieten als einen statischen Auftritt.

Kein Grund zur Intervention

Bislang ist eine offizielle Reaktion des Bundesrats ausgeblieben, auch wenn die Bundesverwaltung offensichtlich über die Sache diskutiert hat.

Vom Studenten angefragt, ob irgendwelche Einwände vorliegen würden, hiess es von Beamten-Seite, es bestehe kein Grund zur Intervention, so lange die Inhalte nicht diffamierend oder schlicht falsch seien.

Suter betont, dass damit erstmals eine komplette Landesregierung auf Facebook erscheine. In anderen Ländern haben erst einige Minister diesen Schritt unternommen, wie etwa die französische Ministerin für Bildung und Forschung, Valérie Pécresse.

Für den Studenten bietet Facebook dem Bundesrat die Möglichkeit, Leute von der Strasse zu treffen; etwas, das sie nicht häufig genug machen, wie die Minister zugeben.

Wahlkampfwaffe

Politiker in den USA oder in Australien haben Facebook und andere Netzwerk-Sites bereits für den Wahlkampf eingesetzt. Doch Spezialisten warnen, der direkte Umgang mit Wählenden im Netz führe nicht direkt zu mehr Stimmen an der Urne.

Bertil Suters Aktion hat weniger mit Wählerstimmen zu tun - der Bundesrat wird vom Parlament gewählt und dieses wurde vergangenen Oktober neu bestellt - als mit dem Umstand, die Politik der grössten Nutzergemeinde von Facebook näherzubringen, nämlich den unter 30-Jährigen.

"Ich will Leute erreichen, die nicht jeden Morgen die Zeitung lesen", betont der Student. "Die Regierungsseite, die ich kreiert habe, könnte eine Diskussionsplattform für die Schweizer Politik werden und die Leute motivieren, politisch aktiv zu werden.

Suter, der seine politische Ausrichtung für sich behält und nicht Mitglied einer Partei ist, erklärt, das erste Ziel seiner Aktion sei es, so viele "Freunde" wie möglich für die Minister zu finden.

Bis jetzt hat Aussenministerin Micheline Calmy-Rey die meisten Interessierten angezogen, vor Innenminister Pascal Couchepin. Dies könnte damit zusammenhängen, dass Suter die Aktion in der Westschweiz bereits breit gestreut hat.

In der Deutschschweiz die meisten "Freunde", wie sie bei Facebook heissen, hat Kommunikationsminister Moritz Leuenberger, der auch einen eigenen Blog unterhält.

Fehlt die Zeit für "Freundschaften"?

Der Student erklärt, dass 99 Prozent aller Rückmeldungen, die er erhalten habe, positiv seien und ihn anspornten, später in diesem Monat die Minister direkt zu kontaktieren.

Suter hofft, zumindest ein Regierungsmitglied davon überzeugen zu können, auf Facebook mit den neuen "Freunden" in Kontakt zu treten. Er vermutet aber, die grösste Hürde für die vielbeschäftigten Politiker dürfte die fehlende Zeit sein.

"Sie müssen verstehen, dass es nur etwa eine halbe Stunde Aufwand pro Woche braucht, um das Profil zu aktualisieren."

swissinfo, Scott Capper
(Übertragen aus dem Englischen: Christian Raaflaub)

Bundesrat

Der Bundesrat ist die Schweizer Regierung (Exekutive). Sie besteht aus sieben Mitgliedern, die alle vier Jahre vom Parlament (Vereinigte ...

Soziales Netzwerk

Ein soziales Netzwerk kann Menschen auf verschiedene Arten miteinander verbinden.

Soziale Netzwerke werden für verschiedene Aktivitäten benützt, sei es sozialer oder kommerzieller Austausch oder eine Kombination von beiden.

Zwei der bekanntesten Sites sind Myspace und Facebook. Facebook hat in der Schweiz rund 200'000 Nutzerinnen und Nutzer. 80% sind unter 30 Jahre alt.

Sie nutzen das Portal, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, Fotos hochzuladen, Links und Videos gemeinsam zu nutzen sowie mehr über jene Leute zu erfahren, mit denen sie in Kontakt treten.

Digg ist ein beliebtes Beispiel für ein soziales Netzwerk, das "Social Bookmarking" benützt.

Mit Social Bookmarking können Links beliebiger Websites oder Blogs gespeichert, klassifiziert, bewertet, kommentiert oder auch gesucht werden.

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