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Millionenschäden nach dem grossen Regen

(Keystone)

Die starken Regenfälle von Freitag bis Sonntag haben vor allem im Kanton Tessin Hochwasser und Erdrutsche ausgelöst. Am Montag setzte eine Wetterberuhigung ein.

Seit Freitagnachmittag waren vor allem im Tessin enorme Regenmengen gefallen: In Lugano waren es 171 Liter pro Quadratmeter, in Magadino 154. Das sind gemäss MeteoSchweiz deutlich mehr als dort durchschnittlich im ganzen Juli gemessen werden.

Bei Lugano trat der Fluss Vedeggio über die Ufer. Als Vorsichtsmassnahme liess die Polizei am Sonntagmittag den Campingplatz Agno/Muzzano räumen. 780 Gäste verliessen das Gelände, konnten aber am Nachmittag zurückkehren.

In Agno und Bedano standen zahlreiche Keller und Gärten unter Wasser, in Bedano zudem einige Industriebetriebe.

Tal abgeschnitten

Die Autobahn im Tessin war zeitweilig geschlossen. In den Tessiner Tälern mussten zahlreiche Strassen wegen Hochwasser, Erdrutschen oder umgefallener Bäume gesperrt werden. Dies war auch in den Südtälern des Kantons Graubünden der Fall.

Die Wassermassen behinderten auch den Eisenbahnverkehr. Am Montagmorgen verschüttete ein Erdrutsch im Kanton Zug einen Ast der Gotthardlinie. Im Tessin konnten die Züge am Sonntag zwei Streckenabschnitte vorübergehend nur einspurig befahren.

Weniger schlimme Auswirkungen hatten die Niederschläge auf der Alpennordseite, wo die Pegelstände unter der Schadengrenze blieben.

Opfer auf italienischer Seite

Während die Unwetter in der Schweiz nur Sachschaden anrichteten, kamen in der benachbarten Lombardei zwei Menschen ums Leben: Der Hochwasser führende Fluss Ticino riss am Sonntag einen Mann und seinen 8-jährigen Sohn mit.

Katastrophenalarm herrschte auch im Veltlin, wo 300 Einwohner wegen Erdrutschen und Überschwemmungen evakuiert wurden.

Jetzt Lawinengefahr

Die Niederschläge waren in der ganzen Schweiz von einem markanten Temperatursturz begleitet. Deshalb fiel bis weit hinunter Schnee, stellenweise gar bis auf 1700 Meter. Die fünf Bündner Alpenpässe Albula, Bernina, Flüela, Forcola di Livigno und Julier waren am Montagmorgen schneebedeckt, blieben für den Verkehr aber geöffnet.

Im Hochgebirge gab es gebietsweise über einen Meter Neuschnee, so vor allem im Gotthardgebiet, im Berner Oberland, den Glarner Alpen und im Berninagebiet. Das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos warnt deshalb Berg- und Tourengänger vor erhöhter Lawinengefahr.

swissinfo und Agenturen

Unwetter häufen sich

In den letzten Jahren kam es zu mehreren schweren Unwetter-Katastrophen.

Ursache der Überschwemmungen und Erdrutsche sind grosse Niederschlagsmengen, die in sehr kurzer Zeit fallen.

Im August letzten Jahres haben Unwetter in der ganzen Schweiz grosse Schäden verursacht. An Gebäuden entstanden Schäden von rund 60 Mio. Franken.

Betroffen war auch die Landwirtschaft, wo die Hagelversicherung Vergütungszahlungen von fünf Millionen Franken leistete.

Die schlimmsten Überflutungen der letzten Jahren gab es im August 2005. Die Bilanz nach fünf Tagen mit massivem Regen: rund zwei Mrd. Franken Schäden.

Die Schweizer Bevölkerung zeigte in der Glückskette-Sammlung grosse Solidarität.

2000 riss ein Erdrutsch Teile des Walliser Dorfes Gondo in die Tiefe. Die Katastrophe forderte 13 Todesopfer. Eine weitere Person kam im Oberwallis ums Leben.

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