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Naturkatastrophen Die Schweizer Art, den Zorn der Natur zu beschwichtigen

Spezialisten aus 150 Ländern haben an einer Konferenz in Genf über die Prävention von Naturkatastrophen debattiert. Dabei luden die Organisatoren auch ausländische Medienschaffende ins Feld, sprich in die Walliser Berge ein. Dort erhielten sie Eindrücke von der zerstörerischen Kraft der Naturgewalten. Aber auch davon, wie sich die Menschen vor diesen schützen.

Bergbach

Hochrisiko-Herd: Bei einem Unwetter kann aus einem harmlosen Bergbach in Sekundenschnelle eine tödliche Walze aus Fels und Schlamm werden.

(Keystone / Police Cantonale Vs)

Letzte Woche fand in Genf die Internationale Konferenz zur Reduktion von Katastrophenrisiken (Conference on Disaster Risk Reduction) statt. Sie wurde gemeinsam von der entsprechenden Agentur der Vereinten Nationen (UNDRR) und der Schweizer Regierung organisiert.

Mit 4000 Teilnehmenden aus 150 Ländern – vom Experten bis zum Minister – war es das weltweit grösste Treffen auf diesem Gebiet.

Die Ergebnisse der Genfer Konferenz sind auch eine der Grundlagen für den Weltklimagipfel 2019 in Chile (COP 25).

Spuren noch sichtbar

Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren und Gletscherrückgang: Extreme Ereignisse nehmen als Folge des menschengemachten Klimawandels weltweit zu. Betroffen sind Natur, Umwelt und mit ihr die Lebenswelt der Menschen. Niemand und kein Flecken auf der Erde bleiben verschont. Auch nicht die Schweiz.

Vor dem Grossanlass im Konferenzsaal zogen Vertreter der Schweizer Gastgeber mit einer Gruppe von ausländischen Korrespondenten in der Schweiz ins Feld. Genauer: In die Berge des Kantons Wallis. 

Dort stiegen die rund zwanzig Medienschaffenden aus China, Russland, Japan, Brasilien sowie aus europäischen Ländern unter Anleitung in eine Schlucht hinab, die ein Bergbach in die Felsen gefressen hat. Unten angelangt, erhielten sie eine Ahnung davon, wie ein einzelnes Katastrophenereignis das Gesicht eines Ortes und einer ganzen Landschaft verändern kann. 

In diesem Fall war es das Unwetter vom Juli 2006. Wegen akuter Gefahr einer Flutwelle aus Stein und Schlamm mussten im Unterwallis Tausende von Menschen evakuiert werden. Opfer gab es zum Glück keine, doch der finanzielle Sachschaden war immens.

Eric Bardou, beim Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) verantwortlich für den Bereich Reduktion von Naturgefahren und Umwelt, leitete die kleine Expedition. In gebirgigen Regionen wie dem Wallis sei das Spektrum der Naturgefahren sehr vielfältig, sagte er zu den Teilnehmenden. Aber die Schweiz verfüge über eine hochstehende Expertise zur Einschätzung der Gefahrenlage und der Risiken.

Alte Erfahrungen, neue Dimensionen

"Die ersten Schutzbauten gegen Lawinen sind mehr als sechzig Jahre alt. Aber im Laufe der Zeit, vor allem aber nach den Katastrophen, die das Land um die Jahrtausendwende erlebte, haben wir das so genannte integrierte Risikomanagement entwickelt."

Dabei werden Vorsorge und Prävention von Katastrophen sowie Sofort- und Mittelfrist-Massnahmen als Ganzes betrachtet und koordiniert. Dazu bedarf es der Zusammenarbeit vieler Akteure: Sicherheitsdienste, die im Winter kontrolliert, sprich mit Sprengstoff, Lawinen auslösen, Forstwarte, die Wälder als natürliche Schutzriegel pflegen und hegen, Meteorologen von Meteosuisse, Hydrologen, die für die Hochwasser-Risiken zuständig sind, etc..

Dieses Risikomanagement mit gesamtheitlichem Fokus führte auch zu einer Neudefinition der Rollen der involvierten Dienste. So sind die traditionellen Feuerwehren in den Bergen nicht mehr nur für das Löschen eines Brandes zuständig, sondern neu auch für die Evakuierung von Dorfbewohnern und Wanderern zuständig, falls ein Hochwasser droht. Oder noch schlimmer: schon da ist.


(Übersetzung: Renat Kuenzi)

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