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Schweizer Strafrechtler Jörg Rehberg gestorben

Der Strafrechtler Jörg Rehberg ist 70-jährig gestorben.

(SVP)

Der 70-jährige Rehberg starb bereits am 23. Dezember. Er musste 1969 das palästinensische Attentat auf ein El-Al-Flugzeug in Zürich-Kloten untersuchen.

Landesweit Aufsehen erregte Rehbergs Kritik am Freispruch für alt Bundesrätin Elisabeth Kopp durch das Bundesstrafgericht im Jahre 1990, die er in der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens vortrug. Seither trat er immer wieder als Experte in den Medien auf.

Nach seiner Emeritierung an der Universität Zürich versuchte sich Rehberg auch als Autor eines Tatsachen-Krimis zum nie geklärten Mordfall Rünzi von 1976 an der Zürcher Goldküste; das Buch wurde jedoch von Angehörigen der damals getöteten Frau im vergangenen Sommer mit gerichtlichen Verfügungen gestoppt.

Der renommierte Zürcher Strafrechtler hat in seinem Manuskript den 1976 verübten Mord an der Industriellen-Gattin R. zum Thema gemacht und in seinem Tatsachenbericht unter anderem die Versäumnisse der Strafverfolgungs-Behörden im Verfahren aufgezeigt. Das Verfahren wurde später ohne Verurteilung einer tatverdächtigen Person eingestellt.

Die Familie des Opfers hat im Januar 2001 eine superprovisorische Verfügung gegen die Publikation des Buches "Die Tote vom Küsnachter Berg" erwirkt.

Rehberg sorgte weiter für Aufsehen, als er sich in den letzten Jahren in Interviews zu seinem Interesse und seiner Faszination für die Esoterik bekannte. Er war in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Heidi Diggelmann verheiratet.

Gradlinige Art

Der in Deutschland geborene Rehberg stand als Jurist bereits vor mehr als 30 Jahren plötzlich im Rampenlicht. Als Bezirksanwalt in Bülach musste er die Untersuchung über das Attentat eines palästinensischen Kommandos auf ein Flugzeug der israelischen Fluggesellschaft El-Al vom 18. Februar 1969 auf dem Flughafen Zürich-Kloten übernehmen.

Im gleichen Jahr folgte die Berufung zum Assistenzprofessor für Strafrecht an die Universität Zürich. Dort stieg Rehberg innerhalb von sieben Jahren zum Ordinarius für Strafrecht auf. Im Gefolge der Studentenunruhen war Rehberg zunächst als Konservativer Ziel von Protesten gewesen; mit seiner gradlinigen Art war er aber bald auch bei den Studierenden beliebt.

Rehberg beendete seine Karriere als Strafrechtsprofessor an der Universität Zürich im Sommer 1998 nach fast drei Jahrzehnten. Danach war er als Mitglied der SVP in den Zürcher Verfassungsrat gewählt worden, wo im die Ehre des Alterspräsidenten zukam.

Rehberg trat im vergangenen April aus gesundheitlichen Gründen aus dem Verfassungsrat zurück und legte auch das Amt des Vizepräsidenten des Zürcher Kassationsgerichts nieder.

swissinfo und Agenturen

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