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Sommerlager für junge Auslandschweizer "Ich fühle mich zuhause, obwohl ich hier nie gelebt habe"

Auslandschweizer Jugendliche Maia beim Wurstbraten im Wald

Cervelat braten über dem Feuer im Wald: Maia aus Kalifornien freut sich auf ihre Schweizer Nationalwurst.

(Stiftung für junge Auslandschweizer (SJAS) )

Auf einer Reise lernen junge Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer ihre Wurzeln kennen. Einige von ihnen finden so eine zweite Heimat.

Ein heisser Nachmittag im Freibad Meiringen im Berner Oberland. Hier, im Herzen der Schweiz, befindet sich eine Station der Schweizer Reise für junge Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Nach einer einwöchigen Tour quer durch die Schweiz ist die Badi eine schöne Abkühlung für die 24 Kinder aus aller Welt.

Von Solothurn nach Kalifornien

"Es isch mega cool", sagt die 14-jährige Lilly. Sie kommt aus Santa Monica in Kalifornien. Dass sie in den USA lebt, hört man ihrem von englischen Wörtern durchzogenen Schweizerdeutsch deutlich an.

"Meine Eltern geben sich Mühe, zu Hause Schweizerdeutsch mit mir zu sprechen", sagt Lilly. Mit fünf Jahren ist sie mit ihrer Familie von Solothurn nach Kalifornien gezogen, wo ihr Vater als Filmproduzent arbeitet.

"Connection" mit den anderen

Die Schweizer Reise macht sie schon zum zweiten Mal. Vor allem wegen der Berge – und natürlich wegen der anderen Auslandschweizer Kindern. "Man kennt niemanden, und nach ein paar Tagen weisst du, wer alle sind und hast so eine Connection."

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Diese Verbindung mit den anderen spürt auch der 14-jährige Diego aus Mexiko. Seine Grossmutter ist vor langer Zeit aus der Westschweiz nach Mexiko ausgewandert. Er gehört bereits zur dritten Generation im Ausland.

Er möchte wissen, wo seine Familie herkommt, sagt Diego. Auf dieser Reise könne er auch andere Gleichaltrige aus der Schweiz kennenlernen.

Die Frage nach der Heimat

Offenbar gibt es bei den Kids ein grosses Bedürfnis, die eigenen Wurzeln kennenzulernen. Sehen sie die Schweiz auch als ihre Heimat?

"Ich denke, es geht mehr um die Frage des Ursprungs, der Wurzeln", sagt Loïc Roth. Er ist Geschäftsführer der Stiftung für junge Auslandschweizer und Leiter der Schweizer Reise.

Fragen wie "Woher komme ich?" oder "Woher kommt meine Familie?" seien für die Kinder wichtiger als die Frage nach der Heimat. Auch stehe bei den Auslandschweizer Kindern vor allem der Spass im Vordergrund, sagt Roth.

Käse, Schokolade, Sackmesser

Viele Kinder hätten ein Bild der Schweiz, das von Klischees geprägt sei: "Für sie ist die Schweiz Schokolade und Käse – und wenn es gut kommt, noch Uhren." Wenn die Kinder im Lager einkaufen gehen dürfen, kaufen sie Schokolade und Sackmesser.

Mit der Reise bekommen die jungen Auslandschweizer ein konkreteres Bild des Landes, erklärt Loïc Roth: "Wir haben eine grosse Schweizer Karte dabei. Jeden Morgen wird mit einem Filzstift die nächste Destination gezeigt. So erhalten sie ein Bild, wo sie sich in der Schweiz genau befinden."

Eine zweite Familie

Mit dem Zug gemeinsam durch die Schweiz fahren und sie hautnah erleben, etwa bei der Wanderung an einen Höhlensee: Das motiviert die 14-jährige Maia aus Kalifornien, bereits zum vierten Mal dabei zu sein: "Es ist für mich wie eine zweite Familie. Ich fühle mich hier zuhause, obwohl ich hier nie gelebt habe."

Heimat kann an vielen Orten sein. Das beweisen die Auslandschweizer Kinder an diesem Nachmittag in der Meiringer Badi.

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