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 (Keystone)
(Keystone)

Die Schweiz hat eine lange und reiche Theatertradition. Basel, Bern, Genf und Zürich haben alle Bühnen, deren Namen über die Grenzen hinaus bekannt sind.

Die grossen Häuser, mit oder ohne eigenes Orchester und Ballet-Ensemble, beanspruchen in allen Schweizer Städten den Löwenanteil des Kulturbudgets. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Bühnen, die oft auf eine bestimmte Sparte spezialisiert sind (klassisches Repertoire, Komödien, experimentelles Theater und anderes mehr).

Eine einheitliche Schweizer Theaterkultur oder Theaterszene gibt es nicht. Das hat einerseits mit dem Föderalismus zu tun, andererseits mit der Mehrsprachigkeit. Jede Sprachregion hat ihre Theater, und diese richten sich mit ihren Kontakten mehr nach dem sprachverwandten Ausland aus als in die anderen Sprachregionen: Die Deutschschweiz blickt nach Deutschland und Österreich, die Westschweiz nach Frankreich, das Tessin nach Italien.

Viele Stücke und Produktionen sind in einer bestimmten Region oder Sprache verwurzelt; zu den Ausnahmen gehört Friedrich Dürrenmatt, dessen Stücke weltweit und in vielen Sprachen Anklang gefunden haben.

Informationen zur Berufs-Theaterlandschaft Schweiz und eine Liste der subventionierten Theater sind beim Schweizerischen Bühnenverband zu finden, der Dachorganisation der bedeutendsten Bühnen des Landes.

Weiterführende Informationen bietet auch die Website von Suisse Theatre ITI, der Schweizer Sektion eines internationalen Netzwerks der professionellen Theaterschaffenden unter Schirmherrschaft der Unesco, der UNO-Organisation für Kultur.

Deutschsprachiges Theater

In den dunklen Tagen der Naziherrschaft in Deutschland war das Schauspielhaus Zürich ein wichtiges Zentrum, wo deutsche Theaterflüchtlinge – Dramatiker, Regisseure und Schauspielerinnen – auftreten oder aufgeführt werden konnten.

Die Stücke von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, den beiden bekanntesten Schweizer Nachkriegsdramatikern, wurden durchwegs im Zürcher Schauspielhaus uraufgeführt. Und auch die Werke zeitgenössischer Autorinnen und Autoren wie Maja Beutler, Thomas Hürlimann und Matthias Zschokke wurden am Schauspielhaus inszeniert.

Französischsprachiges Theater

Das Théatre Vidy-Lausanne ist fest in den professionellen Theaterbetrieb Frankreichs integriert. Die innovative Lausanner Institution engagiert sich regelmässig in Ko-Produktionen mit wichtigen Bühnen wie dem Théâtre de la Ville in Paris.

In Genf spezialisieren sich sowohl die grosse Comédie de Genève wie die kleineren Théâtre Le Poche und Forum Meyrin ausdrücklich auf zeitgenössische Autoren.

Italienischsprachiges Theater

Wie in den beiden grossen Sprachregionen gibt es auch im Tessin und in der rätoromanischen Schweiz, wo grosse öffentliche Bühnen fehlen, unabhängige Theatergruppen. Wichtige Impulse für die Tessiner Theaterszene kommen aus der Theaterschule Dimitri in Verscio, die von dem berühmten Clown und Pantomimen Dimitri gegründet wurde.

Sehr lebendig sind auch die Aufführungen in Tessiner Dialekt; am bekanntesten ist das Teatro popolare della Svizzera italiana. In der rätoromanischen Schweiz entstand vor ein paar Jahren in der Burg von Riom (Kanton Graubünden) das erste ständige rätoromanische Theater. Das Burgtheater wurde kürzlich mit dem Hans Reinhart-Ring ausgezeichnet, dem "Oscar" des Schweizer Theaters.

Freilicht-Theater

Die Schweiz ist zudem ein fruchtbarer Boden für Freilicht-Theaterproduktionen. So gibt es Freilichtbühnen für die Fête des Vignerons in Vevey oder die Wilhelm-Tell-Freilichtspiele in Interlaken.

Eine weitere traditionsreiche Aufführung der Tell-Sage, allerdings nicht im Freien, findet alle vier Jahre in Altdorf (Kanton Uri) statt, der historischen Heimat des fiktiven Freiheitshelden.

Alle zehn Jahre wird im Klosterdorf Einsiedeln Calderons barockes "Welttheater" aufgeführt. Für die Aufführung im Jahr 2007 war Theaterautor Thomas Hürlimann mit der Ausarbeitung einer zeitgenössischen Version des Spiels beauftragt worden.

Im rätoromanischen Sprachgebiet produziert die Laientheatergruppe Cumpagnia da Teater Laax alle zehn Jahre eine Freilichtaufführung, an der praktisch das ganze Dorf in irgendeiner Form teilnimmt. 2009 inszenierte der international bekannte Schauspieler Bruno Cathomas, der selbst aus Laax stammt, eine aufwändige Produktion von Shakespeares Sommernachtstraum in einer rätoromanischen Fassung des Bündner Schriftstellers Leo Tuor.

Keller- und Kleintheater

Eine grosse Tradition hat in der Schweiz neben der etablierten Theaterwelt die Kleinkunst. Seit mehr als 30 Jahren geniesst die Schweiz mit ihrer Kleinkunstszene über den Kontinent hinaus Ansehen. Wichtig für die Entwicklung der Szene war die Stadt Bern in den 1970er-Jahren mit ihren Kellertheatern in der historischen Altstadt.

Wenige Jahre später wurde in Bern die "Künstlerbörse" aus der Taufe gehoben, an der bis heute einmal im Jahr Künstlerinnen und Künstler mit Veranstaltern aus dem In- und Ausland zusammenkommen. Die Künstlerbörse ist zu einem internationalen Stelldichein der Kleinkunstszene geworden. Mehr als ein Drittel der präsentierten Produktionen, die heute über den klassischen Kleintheater-Bereich hinausgehen, stammen aus dem Ausland.

Weitere Informationen zum Thema auf der Website der ktv, der "Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz".

Oper und Tanz

Oper und Tanz sind in den grösseren Schweizer Städten gut vertreten: Opernhäuser gibt es in Zürich, Lausanne und Genf. Opern stehen aber auch auf den Spielplänen von Mehrspartenhäusern wie den Theatern in Basel, Bern, Luzern oder St. Gallen.

Das Theater Basel wurde 2010 in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Opernwelt (Berlin) zum zweiten Mal hintereinander zum Opernhaus des Jahres gewählt.

Viele Städte leisten sich auch professionelle Ballett-Ensembles, von denen vor allem das Zürcher Ballett und das Béjart Ballet in Lausanne international bekannt sind. In der Westschweiz findet auch der Prix de Lausanne (Französisch und Englisch) statt, ein internationaler Wettbewerb für junge Tänzer und Tänzerinnen.

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