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Vier-Säulen-Prinzip


Die Schweiz - eine Pionierin für eine menschenwürdige Drogenpolitik




Die Drogenszene am ehemaligen Bahnhof Letten in Zürich im August 1994. (Keystone)

Die Drogenszene am ehemaligen Bahnhof Letten in Zürich im August 1994.

(Keystone)

Der Mensch und nicht die Droge müsse im Zentrum stehen. Dies sagte Alain Berset an der laufenden UNO-Sondersession über eine weltweite Drogenpolitik in New York (UNGASS). Der Schweizer Gesundheitsminister stellte dabei die Schweizer Vier-Säulen-Strategie vor, ein Modell, das 1991 eingeführt und anfänglich weitherum umstritten war, später aber von zahlreichen Ländern teils kopiert wurde.

Seit 25 Jahren verfolgt die Schweiz das so genannte Vier-Säulen-Prinzip von Prävention, Therapie, Schadensverminderung und Repression. Diese pragmatische Politik ist grösstenteils die Folge des unhaltbaren Zürcher Drogenelends der 1980er- und 1990-er Jahre. 1994 führte die Schweiz erstmals auch Versuche der ärztlich kontrollierten Heroinabgabe für Schwerstabhängige durch.

Prävention: Mit Aufklärung, Beratung und nationalen Präventions-Programmen wird die Öffentlichkeit sensibilisiert. Damit sollen der Drogenkonsum verringert und der Einstieg in den Konsum verhindert werden.

Therapie: Personen mit suchtbedingten Störungen erhalten ärztliche und psychologische Betreuung. Dazu gehört auch die ärztlich gestützte Heroinabgabe. So soll ihre Integration in die Arbeitswelt und Gesellschaft gefördert werden.

Schadenminderung: Um die negativen gesundheitlichen und sozialen Folgen des Drogenkonsums zu verringern, stellen die Kantone die dazu notwendigen Einrichtungen zur Verfügung oder unterstützen qualifizierte private Institutionen. Auch die Abgabe sauberer Spritzen gehört dazu.

Kontrolle und Repression: Mit Massnahmen zur Durchsetzung des Verbots illegaler Drogen sollen die negativen Folgen des Drogenkonsums für die Gesellschaft vermindert werden. 

Die UNO spielte bislang eine erbärmliche Rolle

Bundesrat Berset monierte am laufenden Drogengipfel, dass die Todesstrafe für Drogendelikte im Schlussdokument nicht kritisiert werde. Sucht müsse zudem als Krankheit und nicht als kriminelle Tat behandelt werden. Ein Ansatz, den auch alt Bundesrätin Ruth Dreifuss immer unterstützt hatte.

In einem Interview mit der Deutschen Welle im Vorfeld des New Yorker Drogengipfels sagte die ehemalige Schweizer Gesundheitsministerin, die auch Mitglied der Weltkommission für Drogenpolitik (Global Commission on Drug Policy) ist, die UNO habe bislang auf Repression und Verbote gesetzt und damit eine erbärmliche Rolle gespielt. Laut der gefragten Expertin in Drogenfragen müssten ganz klar die Gesundheits- und Menschrechtspolitik sowie die Integration im Fokus stehen. Das Beste in New York sei der Austausch: "Man muss auch über das Scheitern der bisherigen Drogenpolitik reden und bereit sein, neue Wege zu gehen." 

swissinfo.ch

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