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Vor 10 Jahren brannte berühmteste Schweizer Brücke

Die rekonstruierte Kapellbrücke in Luzern.

(Keystone Archive)

Vor zehn Jahren stand in Luzern die Kapellbrücke in Flammen. Die Bilder der brennenden 660 Jahre alten Holzbrücke gingen um die Welt.

Jetzt steht sie wieder da, als ob nichts geschehen wäre – die älteste Brücke Europas.

Am 18. August 1993 brannte ein grosser Teil der Brücke nieder. Das Feuer war kurz nach Mitternacht ausgebrochen. Anderntags zog es zahlreiche Schaulustige zu den verkohlten Resten der Brücke, für einmal mehr Einheimische als Touristen. Es herrschte eine Stimmung wie bei einem Begräbnis.

Brandursache nicht restlos geklärt

Nicht für lange: Noch am Tag des Brandes nämlich hatte der Luzerner Stadtrat beschlossen, die Brücke sofort wieder aufzubauen. Schnell getrocknet waren auch die medienwirksamen Tränen von Tourismusdirektor Kurt H. Illi, unter dessen Ägide die Wiedereröffnung am 14. April 1994 zum grossen und entsprechend werbewirksamen Spektakel geriet.

Länger dauerte die Suche nach der Brandursache, restlos geklärt ist sie bis heute nicht. Jüngst machen wieder Gerüchte um eine gar auf Video dokumentierte Brandstiftung die Runde. In die Kritik gerieten auch Polizei und Feuerwehr, weil deren Einsatz angeblich zu lange hatte auf sich warten lassen.

Untersuchungen konnten die Vorwürfe nicht erhärten, das Verfahren wurde längst eingestellt. Laut offizieller Version geriet die Brücke wegen eines Schwelbrandes in der Abdeckung eines darunter vertäuten Bootes in Brand. Ursache dieses Brandes könnte ein weggeworfenes Streichholz gewesen sein.

Klar ist hingegen, dass der Wiederaufbau rund 3,4 Mio. Franken kostete. Nach Abzug von Versicherungsleistungen, Spenden und dem Erlös einer PTT-Sondermarke von rund 100'000 Franken verblieben der Stadt Luzern Kosten von rund 567'000 Franken.

Originalbilder wieder aufgehängt

Unwiederbringlich zerstört waren 81 der dreieckigen Bilder, die als kulturhistorisches Unikum in Europa den Giebel der Brücke seit dem 16. und 17. Jahrhundert schmückten. Was mit den restlichen Bildern geschehen sollte, war Gegenstand langjähriger Forschungen und Diskussionen.

Seit April dieses Jahres sind nun wieder die Originalbilder auf der Kapellbrücke zu sehen. An den beiden Brückenköpfen hängen jene 30 Tafeln, die vom Feuer verschont blieben. In der Brückenmitte ist neu der so genannte Mauritius-Zyklus installiert, der vor 170 Jahren bei der Verkürzung der Brücke entfernt worden war.

Die Abschnitte zwischen den Brückenköpfen und dem Zyklus bleiben leer, um an den Brand zu erinnern. Das tun nun seit kurzem auch neue Informationstafeln vor der Brücke. Und aufmerksame Betrachter stellen noch einen Unterschied zur Kapellbrücke vor 1993 fest: Sie wird heute permanent mit Videokameras überwacht.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die überdachte Holzbrücke wurde um 1300 erbaut.
Die Giebelgemälde von Heinrich Wägmann entstanden im 17. Jahrhundert.
Sie schildern das Martyrium der beiden Stadtpatrone Leodegar und Mauritius.
Der achteckige Wasserturm an der Brücke ist wahrscheinlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaut worden.
Er misst vom Wassergrund bis zur Spitze 34,5 Meter, diente als Wachtturm und Eckpfeiler der Stadtbefestigung, als Gefängnis, Folterkammer und Stadtarchiv.
1993 brannte die Brücke fast vollständig nieder.

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