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Welternährungstag: Jean Ziegler gegen Hunger als Waffe

Der UNO-Sonderberichterstatter für Ernährung, Jean Ziegler, hat den Abwurf von Lebensmitteln über Afghanistan durch die USA kritisiert. Die Operation wirke sich katastrophal für die humanitäre Arbeit aus, sagte er anlässlich des Welternährungstages.

Alt-Nationarat Zielgler forderte, die humanitäre Hilfe müsse vollständig von militärischen Einsätzen getrennt sein. Andernfalls leide die Glaubwürdigkeit der humanitären Hilfe und damit auch der Schutz der Angestellten humanitärer Organisationen. Es handle sich bei der US-Operation um Propaganda, sagte er, die Organisation "Médecins du Monde" zitierend.

Beim Abwurf von Hilfsgütern müsse ferner die Verteilung vor Ort gewährleistet sein, was beim Vorgehen der USA in Afghanistan nicht der Fall sei. Ausserdem bestehe die Gefahr, dass die Menschen beim Einsammeln der Pakete in Minenfelder liefen.

Millionen von Zivilpersonen bedroht

Ziegler sprach sich für einen sofortigen Stopp der Bombardierung Afghanistans aus. Das Leben von Millionen Zivilpersonen sei in Gefahr, es bestehe eine humanitäre Notsituation, sagte er. Er schliesse sich damit dem Appell von UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, an.

Robinson hatte am Freitag einen Stopp der Bombardierungen gefordert, damit die Hilfsorganisationen, darunter das Welternährungsprogramm (WFP), Hilfsgüter vor dem Winteranfang ins Land bringen könnten. Das WFP unterstützte bisher 3,8 Millionen Menschen in Afghanistan.

Welternährung: Ziel klar verfehlt

Zum diesjährigen Welternährungstag (16.10.) sagte der UNO-Berichterstatter: "Es gibt nichts zu feiern." Der Welternährungsgipfel von 1996 habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2015 die Zahl der hungernden Menschen zu halbieren.

An der Folgekonferenz, die statt Anfang November nun voraussichtlich nächsten Frühling in Rimini stattfindet, müsse festgestellt werden, dass sich der Hunger verschärft und alle Indikatoren gegenüber 1996 verschlechtert hätten, sagte Ziegler. Er erinnerte daran, dass weltweit 826 Millionen Menschen Hunger leiden, obwohl heute der ganze Planet ernährt werden könnte.

Hunger als Waffe

Der UNO-Sonderberichterstatter verurteilt in seinem Bericht den Hunger als stillen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dem Recht auf Ernährung komme ein grösseres Gewicht im humanitären Völkerrecht zu, fordert er. Denn Hunger werde zunehmend auch als Kriegsmittel eingesetzt.

swissinfo und Agenturen

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