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Exportrückgang Mechanik der Schweizer Uhrenindustrie gerät ins Stocken

2016 gab es für die Schweizer Uhrenmacher wenig Grund zum Feiern. Gelitten haben sie vor allem unter der rückläufigen Nachfrage asiatischer Länder.

2016 gab es für die Schweizer Uhrenmacher wenig Grund zum Feiern. Gelitten haben sie vor allem unter der rückläufigen Nachfrage asiatischer Länder.

(Reuters)

Die Exporte der Schweizer Uhren nahmen 2016 um fast 10% ab. Bereits 2015 waren die Ausfuhren rückläufig. Die direkte Folge davon: Innerhalb von zwölf Monaten wurden zwischen 1500 und 2000 Stellen gestrichen. Wird 2017 ein Jahr der Konsolidierung, wie es die Verantwortlichen der Uhrenindustrie hoffen?

Die Zahlen, welche die Schweizer Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag publizierte, bestätigen die schlechte Stimmung, die seit rund zwei Jahren die Branche belastet. Die Exporte sanken nochmals um 9,9% gegenüber dem Vorjahr. 2015 betrug der Rückgang 3,3%.

Exporte 2000 bis 2016

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Gestützt auf eine Zunahme der Exporte von fast 40% zwischen 2010 und 2014 relativiert FH den aktuellen Rückgang und spricht lieber von einer normalen Konsolidierung. "Die Zahlen von 2016 sind besser als jene von 2008, das für zahlreiche andere Branchen ein Referenzjahr war", sagte kürzlich FH-Präsident Jean-Daniel Pasche gegenüber swissinfo.ch.

Reduziertes globales Wachstum, insbesondere in Asien, Anti-Korruptionskampf in China und Hong-Kong, Embargo gegen Russland, Attentate auch in Europa, Unsicherheit im Zusammenhang mit Brexit, der Erfolg der Connected Watch oder der starke Franken: Die  Gründe für die Schwierigkeiten, denen die Uhrenindustrie derzeit ausgesetzt ist, sind zahlreich

Andere Akteure und Beobachter der Branche beurteilen die Probleme als gravierender: Die Uhrenindustrie habe sich nicht neuerfinden und an die neuen Erwartungen der Konsumenten anpassen können. Sie sei zu sehr damit beschäftigt gewesen, die Profite zu horten, die sie in China und anderen aufsteigenden Märkten erzielt habe, sagt der Genfer Fachjournalist Grégory Pons.

Der Rückschlag hat auf jeden Fall ernstzunehmende Konsequenzen für die Arbeitsplätze in der Uhrenindustrie. Im letzten Jahr wurden laut François Matile, Generalsekretär des Arbeitgeberverbandes der Schweizerischen Uhrenindustrieexterner Link (CP), 1500 bis 2000 Stellen in den rund 500 Firmen der Branche gestrichen, wovon rund die Hälfte mit Kündigungen verbunden waren. Das entspricht einem Anteil von 3 bis 4% der Gesamtbeschäftigung der Branche.

Arbeitsplätze Uhrenindustrie

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François Matile relativiert die Baisse. "Gewiss, die Situation erfreut niemanden, aber wir sind noch weit von einer Katastrophe entfernt. Diese Schrumpfung erfolgt nach mehreren Jahren starken Wachstums: Zwischen 2009 und 2015 wurden in der Branche fast 10'000 neue Stellen geschaffen", erinnert er.

Laut  Pons zeichnen sich für 2017 keine besseren Umstände ab. Die Schweizer Uhrenindustrie durchlaufe eine tiefe und dauerhafte Krise.  FH-Präsident Pasche hingegen ist zuversichtlicher: Er geht für das laufende Jahr von einer "Konsolidierung" aus. Viele Uhrenfirmen und Zulieferanten, die von der Krise am stärksten betroffen sind, hegen heute den gleichen Wunsch.


(Übertragung aus dem Französischen: Peter Siegenthaler)

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